Offener Brief

Wien (OTS) - An den Bundesminister füR Land- und Forstwirtschaft, Ratspräsident der europäischen Union, Mag. Wilhelm Molterer zum Thema Gänse- und Entenzwangsmast (Dipl.-Ing. Renate Mayer)

EU-weites Verbot der Gänse- und Entenzwangsmast

Das bevorstehende Weihnachtsfest und der Feiertag des Hl. Martins am 11. November geben Anlaß, sich aus Tierschutz- und Konsumentenschutzgründen für ein EU-weites Verbot der Gänse- und Entenzwangsmast einzusetzen.

Gänsestopfleber-"Delikatesse" aus der Folterkammer! Für die Herstellung von Enten- und Gänsestopfleber wird den Tieren über einen Zeitraum von vier Wochen pro Tag ein Kilogramm gequollener Maisbrei, der über ein Metallrohr in den Schlund der Gans eingeführt wird, verabreicht. Die künstlich erzeugte Fettleber ist um das 10-13 Fache grö= ßer ist als die natürliche Leber einer Gans. Im Vergleich dazu müßte die menschliche Leber ca. 20 kg wiegen. Verletzungen an Schnabel und Speiseröhre sind durch diese tierquälerische Futteraufnahme häufig. Auch Entzündungen und Infektionen der Schleimhäute werden durch schmutzige Stopfrohre verursacht und mit Antibiotika im Futter bekämpft, um den vorzeitigen Tod der Tiere zu verhindern. Der Tod kann nur mehr als Erlösung angesehen werden.

Gesetze

Das Stopfen von Gänsen ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz verboten. Auch in Polen ist ein entsprechendes Gesetz geschaffen worden. Doch insbesondere unser Land gilt immer noch als einer der Hauptverbraucher der Gänsestopfleber.

Produktionsländer

Etwa 14 Millionen Enten und Gänse werden u.a. in Frankreich, Polen, Ungarn , Rumänien, Bulgarien, Israel und den USA pro Jahr für die qualvolle Prozedur eingesetzt. In Frankreich produziert der größte Hersteller mit ca. 800.000 Gänsen 7.000 Tonnen Jahresproduktion, etwa die Hälfte des Weltjahresverbrauches. Daneben ist Israel zum zweitgrößten Produzenten aufgestiegen.

Rahmenbedingungen der Europäischen Union

Für die EU ist der Art. 3 der Richtlinie 98/58/ EG über den Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere eine Chance, legale, kommerzielle Tierquälereien ein für alle mal abzuschaffen. Zitat Art. 3: " Die Mitgliedstaaten treffen dahingehend Vorkehrungen (Umsetzung in nationale Gesetzgebung), daß der Eigentümer oder Halter al= le geeigneten Maßnahmen trifft, um das Wohlergehen seiner Tiere zu gewährleisten und um sicherzustellen, daß den Tieren keine unnötigen Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden."

Appell des Tierhilfswerkes Austria

Es soll die Aufgabe des Ratspräsidenten für Landwirtschaft, Mag. Wilhelm Molterer, sein, sich im Sinne des Tierschutzes noch während des österreichischen EU-Vorsitzes mit allen Mitteln dafür einzusetzen,

· daß ein EU-weites Verbot der Gänse- und Entenzwangsmast sowie

· der Importstopp von Gänsestopfleber aus tierquälerischen=

Haltungsbetrieben

so rasch wie nur möglich umgesetzt wird.

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.-Ing. Renate Mayer, Referat Landwirtschaft

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