• 09.11.1998, 12:03:05
  • /
  • OTS0136

Transporteure fordern Absetzung der Anti-Lkw-Propaganda

"Propagandafeldzug des Ministeriums und der ÖBB gegen den Lkw ist letztklassig" - Lkw-Verkehr ist größtenteils Nahverkehr

Wien (PWK) - Die Interessensvertretung der Transporteure fordert
mit Nachdruck die Absetzung der gegenwärtig in den Medien laufenden
Anti-LKW-Propaganda des Verkehrsministeriums und der ÖBB. "Dieser
Propagandafeldzug ist letztklassig. Der größte Teil des LKW-Verkehrs
ist Nahverkehr und kann daher nicht auf die Bahn verlagert werden",
betont der Vorsteher des Fachverbandes Güterbeförderung in der
Wirtschaftskammer Österreich, Adolf Moser. Die ÖBB setzt selbst
hunderte Lkw ein und ist damit einer der größten Frächter
Österreichs. ****

"Bei uns laufen die Telefone heiß. Wir können uns der Beschwerden
kaum erwehren", berichtet Moser. Die Mitglieder seien empört über
diese Art der Propaganda. Man müsse sich nur in die Situation eines
solchen Unternehmers versetzen: Der für ihn zuständige
Gewerbeminister (Verkehrsminister) und der ÖBB-Generaldirektor lassen
ihm via Radio und Fernsehen ausrichten, daß er eigentlich überflüssig
sei und daß die Bahn seinen Job (mit Hilfe von James Bond) leicht
übernehmen könne.

"Die Leute fühlen sich auf den Arm genommen," so Moser wörtlich,
"denn erstens wissen sie genau, daß auch die ÖBB nicht nur auf der
Schiene fährt und zweitens wissen sie auch, daß die Mehrzahl der
Transporte gar nicht auf die Bahn umsteigen kann". Man könne nicht zu
jeder Tankstelle oder jedem Supermarkt einen Gleisanschluß legen.

Zirka 70 Prozent des österreichischen Straßengüterverkehrs sind
Inlandsnahverkehr. Das sind Transporte, die im allgemeinen in einem
Umkreis von ca. 65 bis 100 km abgewickelt werden. Im regionalen
Nahverkehr ist der LKW durch die Bahn praktisch nicht zu ersetzen. Im
Fernverkehr hat der LKW den Vorteil, daß er, zum Unterschied von der
Schiene, tatsächlich von Haus zu Haus liefern kann, während beim
Bahnverkehr mehrmalige Umschlagsvorgänge notwendig sind.

"Die österreichischen Transporteure haben die Bahn bisher als
Kooperationspartner, und nicht als Konkurrent gesehen. Jeder
Verkehrsträger hat seine spezifischen Vor- und Nachteile, die
entsprechend ausgeglichen werden müssen. Uns stören die Unehrlichkeit
dieser Propaganda und die Haßbotschaften, die von ihr ausgehen". Man
könne es auch nicht gutheißen, wenn der Verkehrsminister
ausschließlich die Partei eines Verkehrsträgers ergreift. Dies
bedeute eine Wettbewerbsverzerrung mit Steuermitteln, stellt Moser
abschließend klar.
(Schluß) HP
Rückfragehinweis: Fachverband Güterbeförderungsgewerbe

Mag. Rudolf Bauer
Tel. 501 05 DW 3180

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel