Baukoordinationsgesetz soll Unfallrisiko senken-

Gefahr eines tödlichen Unfalls am Bau doppelt so hoch als in allen anderen Branchen

Wien, 5. November 1998 (BMAGS).- "Das Baukoordinationsgesetz
ist ein wirksames Instrument, um die Sicherheit auf Baustellen zu erhöhen. Mit der Schaffung von Koordinationspflichten für Bauherren und Projektleiter im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz
sollen Gefahrenpotentiale minimiert werden", erklärt Sozialministerin Lore Hostasch zum heute im Ministerrat behandelten Gesetz. Mit der neuen Regelung werden einschlägige EU-Vorschriften umgesetzt. Die Gefährdung der Arbeitnehmer in der Baubranche ist besonders hoch. Laut Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) ist das Risiko, einen tödlichen Unfall zu erleiden, in der Bauwirtschaft doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige. Die Ursachen der Unfälle liegen entsprechend einer EU-weiten Untersuchung zu 35 Prozent in Planungsfehlern. ****

Eine bessere Planung und Koordinierung, wie im Baukoordinationsgesetz vorgesehen, soll künftig die Häufigkeit von Unfällen zurückdrängen. Besondere Probleme für Sicherheit- und Gesundheitsschutz der Bauarbeiter ergeben sich dadurch, dass die Bauarbeiten vielfach durch Arbeitnehmer mehrerer Arbeitgeber ausgeführt werden. Daher ist für die Planung und die Ausführung der Arbeiten in Zukunft ein geeigneter Koordinator zu bestellen.

Umfangreiche Aufgaben für den Koordinator

Der Koordinator hat bei der Planung die allgemeinen Grundsätze
des Arbeitnehmerschutzes zu berücksichtigen, sowie einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu erstellen, in dem die gemeinsamen, für mehrere Unternehmen wirksamen Schutzeinrichtungen erfasst sind. Eine Unterlage für spätere Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten ist ebenfalls anzulegen. In der Ausführungsphase hat der Koordinator darauf zu achten, dass die Arbeitgeber ihre Pflichten erfüllen und den Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan anwenden. Die Organisation der Zusammenarbeit der Unternehmen fällt ebenfalls in seinen Aufgabenbereich.

Koordination bringt Zusatznutzen

Durch eine verbesserten Abstimmung auf Baustellen ergeben sich
neben der Reduzierung von Unfällen, weitere entscheidende Vorteile. Dazu zählen exaktere Kostenermittlung, eine bessere Termin- und Finanzplanung, Vermeidung von Nachtragsforderungen, ein kontinuierlicher Bauablauf, die Einhaltung der Bauzeiten, Kostenersparnis durch kollektive Sicherheitsmaßnahmen und gemeinsame Baustelleneinrichtungen und betriebswirtschaftliche
sowie sicherheitstechnische Vorteile in der Betriebsphase durch
eine fachgerechte Planung der Einrichtungen zur Wartung und Instandhaltung.

"Das Baukoordinationsgesetz schützt die Arbeitnehmer und
bringt durch eine verbesserte Abstimmung auch Vorteile für die Firmen. Dadurch zeigt sich eindeutig, dass sich Arbeitnehmerschutz auf jeden Fall rechnet", so Sozialministerin Lore Hostasch abschließend.

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