BMAGS: Der Trendwende auf dem Arbeitsmarkt näher gerückt-

Arbeitsmarktlage Ende Oktober 1998 - GRAFIK

Wien (OTS)- Die Anzahl der unselbständig Beschäftigten betrug Ende Oktober 3,096.911 (Männer: 1,767.363 Frauen: 1,329.548), was einen neuen Oktober-Rekordwert darstellt.

Günstig entwickelte sich auch der Stellenmarkt. Im Oktober 1998 waren 23.190 offene Stellen zur Besetzung vorgemerkt, um 3.914 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Das entspricht einer Steigerung von 20,3 Prozent.

Arbeitslosigkeit

Insgesamt waren Ende Oktober beim Arbeitsmarktservice 220.104 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das bedeutet im Vorjahresvergleich nur noch einen Anstieg um 721 oder 0,3 Prozent.

Damit ist die erwünschte Trendwende am Arbeitsmarkt - also das Unterbieten der Vergleichswerte des Vorjahres - in Reichweite gerückt.

Während es bei den Männern bereits einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit gab, stieg sie bei den Frauen noch an. Das wird von den Experten des BMAGS vor allem auf die Änderung der Karenzregelung zurückgeführt. Zudem zeichnet sich auch eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration dieser Gruppe ab.

In den Saisonberufen stieg die Arbeitslosigkeit geringfügig um 84 Personen oder 0,2 Prozent auf 53.272 an. Bei den Männern gab es einen deutlichen Anstieg in den Bauberufen (+620), dafür Abnahmen in den Fremdenverkehrsberufen bei den Männern(-468) und Frauen (-269).

Unterteilt in die (dreistufige) Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik NUTS (Nomenclature des Unites Territoriales Statistiques) entfielen Ende Oktober 1998, 49 Prozent der Arbeitslosigkeit auf die Region "OST" (Wien, Niederösterreich und Burgenland), 29 Prozent auf die Region "WEST" (Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Vorarlberg) und 22 Prozent auf die Region "SÜD" (Steiermark und Kärnten).

Die durchschnittliche Zeitspanne zwischen Beginn und Ende der Arbeitslosigkeit (Verweildauer der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit) war im Oktober 1998 mit 144 Tagen um einen Tag länger als im Vorjahr.

Arbeitslosenquote

Nach den Berechnungen von eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union in Luxemburg, ergab sich für Österreich für August 1998 eine Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent.

Die Europäische Union hat insgesamt eine mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenquote (10,0 Prozent). Innerhalb der EU liegen nur Luxemburg mit 2,2 Prozent und die Niederlande mit 3,8 Prozent günstiger als Österreich. Die höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der Europäischen Union hatten zuletzt Spanien (18,7 Prozent), Italien (12,3 Prozent), Frankreich (11,9 Prozent) und Finnland (11,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote jener 11 Länder, die an der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmen, betrug im August 1998 11,1 Prozent.

Damit hat Österreich im internationalen Vergleich seine ausgezeichnete Position gehalten. Ausserdem ist die Umsetzung des fünfjährigen Nationalen Aktionsplanes (NAP) erfolgreich angelaufen, so dass die Zielsetzungen für das Jahr 2002 erreichbar scheinen.

Jugend: Vollbeschäftigung mittelfristig erreichbar

Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Alterskategorie der 15- bis unter 30-jährigen (-4.091) und bei den 40 bis unter 50-jährigen (- 109). In den übrigen Altersgruppen waren dagegen Zunahmen zu verzeichnen: (30 bis unter 40: +119; 50 bis unter 55: +1.340; 55 bis unter 60: +3.230; 60 und älter: +232)

Nach Ansicht des BMAGS ist Jugendvollbeschäftigung mittelfristig ein durchaus realistischer Zielanspruch.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Älteren ist weitgehend auf den Entfall der Sonderunterstützung (SUG), also auf institutionelle Effekte, zurückzuführen.

Weniger Lehrstellensuchende

Im Laufe des Oktober wurden 2.866 Lehrstellensuchende vermittelt. Die Zahl der "sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden" betrug Ende Oktober 6.034 (2.471 Burschen und 3.563 Mädchen). Im Vergleich zum Vorjahr waren heuer um 198 (-3,2 Prozent) weniger Lehrstellensuchende vorgemerkt.

Demgegenüber standen im Oktober 2.018 offene Lehrstellen zur sofortigen Besetzung zur Verfügung. Dies waren um 850 weniger als im Vorjahr. Weiters waren 1.155 offene Lehrstellen vorgemerkt, aber noch nicht sofort verfügbar.

Das BMAGS hat in Zusammenarbeit mit dem OGS-Grafikdienst der APA die wichtigen Arbeitsmarktdaten für Oktober 1998 in übersichtlichen Grafiken dargestellt.

Die zum Text gehörigen Grafiken sind in der APA/OGS-Datenbank "Grafik" mit dem Agenturkürzel "OGS" abrufbar!

Rückfragen & Kontakt:

BM für Arbeit u. Soziales
Dr. Gisela Kirchler-Lidy
Tel.: (01) 711 00/6155

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSO/OTS