125 + 90 + 75 Jahre Edelhof

Lanner und Blochberger bei Schuljubiläum

St.Pölten (NLK) - Das älteste und größte landwirtschaftliche Bildungszentrum Niederösterreichs in Zwettl-Edelhof feierte heute mit einem großen Festakt gleich drei Jubiläen: 125 Jahre Landwirtschaftsschule, 90 Jahre Saatzucht und 75 Jahre ländliche Hauswirtschaft. Außerdem wurde das neue Schulmuseum eröffnet, das in zehn Abschnitten Geschichte und Entwicklung der Schulen widerspiegelt. Die Landwirtschaftsschule wurde 1873 als "NÖ Landes-Ackerbauschule Edelhof" gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahre von einer bäuerlichen Ausbildungsstätte zu einem innovativen Zentrum des landwirtschaftlichen Schulwesens. Beispielsweise ging die Initialzündung zur Umstellung auf die Fruchtwechselwirtschaft bis hin zum biologischen Landbau von Zwettl-Edelhof aus. Dazu lieferte das landwirtschaftliche Bildungszentrum auch wertvolle Anregungen zur Bodenverbesserung und zur Züchtung von Nutztieren. Prominenter Festredner war Dr. Sixtus Lanner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft ländlicher Raum. Er gab in seinem Festvortrag Anregungen zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes: "Fortschritt benötigt den Wandel. Die große Herausforderung ist es, mit dem Tempo und der Konkurrenz mithalten zu können." Zu schnelle Entwicklungen würden keiner Sache dienen. Daher sei auch eine langsame und überlegte EU-Osterweiterung zielführender. Lanner: "Wirtschaftlicher Erfolg und Weltmarkt brauchen Spielregeln und keine grenzenlose Freiheit." Die EU schlage in der Landwirtschaft einen kritischen Pfad ein. Seiner Ansicht nach sollte sich Europa mehr um die nachwachsenden Rohstoffe kümmern. Wichtig sei ein "Bündeln aller Kräfte". Nur Netzwerke, Kooperationen und unverwechselbare Produkte führen die Landwirte zum gewünschten Erfolg. Weiters sei es wichtig, Fortschritt und Tradition zu verknüpfen, da Fortschritt jederzeit auswechselbar sei. Für eine noch bessere Entwicklung benötige das Waldviertel eine Fachhochschule.

Direktor Dipl.Ing. Adolf Kastner schlug in die gleiche Kerbe. "Der Markt hat kein Gewissen und daher sind Kooperationen und Bildung besonders wichtig für den ländlichen Raum." Vor allem die Bereiche Energie, Freizeit und Gesundheit seien die Herausforderungen der Zukunft. Kastner: "Wir müssen zehn Jahre vorausdenken, um erfolgreich zu sein." Die Schulen am Edelhof seien für diese Aufgaben gerüstet.

Landesrat Franz Blochberger erklärte, die Schulen am Edelhof würden zu wichtigen Weichenstellungen der Zukunft beitragen. Landwirtschaftliche Schulen sollten "Oasen" des ländlichen Raumes sein, wo Werte vermittelt werden. Auch er trat für das "Bündeln aller Kräfte" ein.

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