• 30.10.1998, 14:10:41
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  • OTS0222

125 + 90 + 75 Jahre Edelhof

Lanner und Blochberger bei Schuljubiläum

St.Pölten (NLK) - Das älteste und größte landwirtschaftliche
Bildungszentrum Niederösterreichs in Zwettl-Edelhof feierte heute mit
einem großen Festakt gleich drei Jubiläen: 125 Jahre
Landwirtschaftsschule, 90 Jahre Saatzucht und 75 Jahre ländliche
Hauswirtschaft. Außerdem wurde das neue Schulmuseum eröffnet, das in
zehn Abschnitten Geschichte und Entwicklung der Schulen
widerspiegelt. Die Landwirtschaftsschule wurde 1873 als "NÖ
Landes-Ackerbauschule Edelhof" gegründet und entwickelte sich im
Laufe der Jahre von einer bäuerlichen Ausbildungsstätte zu einem
innovativen Zentrum des landwirtschaftlichen Schulwesens.
Beispielsweise ging die Initialzündung zur Umstellung auf die
Fruchtwechselwirtschaft bis hin zum biologischen Landbau von
Zwettl-Edelhof aus. Dazu lieferte das landwirtschaftliche
Bildungszentrum auch wertvolle Anregungen zur Bodenverbesserung und
zur Züchtung von Nutztieren. Prominenter Festredner war Dr. Sixtus
Lanner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft ländlicher Raum. Er gab in
seinem Festvortrag Anregungen zur positiven wirtschaftlichen
Entwicklung eines Landes: "Fortschritt benötigt den Wandel. Die große
Herausforderung ist es, mit dem Tempo und der Konkurrenz mithalten zu
können." Zu schnelle Entwicklungen würden keiner Sache dienen. Daher
sei auch eine langsame und überlegte EU-Osterweiterung zielführender.
Lanner: "Wirtschaftlicher Erfolg und Weltmarkt brauchen Spielregeln
und keine grenzenlose Freiheit." Die EU schlage in der Landwirtschaft
einen kritischen Pfad ein. Seiner Ansicht nach sollte sich Europa
mehr um die nachwachsenden Rohstoffe kümmern. Wichtig sei ein
"Bündeln aller Kräfte". Nur Netzwerke, Kooperationen und
unverwechselbare Produkte führen die Landwirte zum gewünschten
Erfolg. Weiters sei es wichtig, Fortschritt und Tradition zu
verknüpfen, da Fortschritt jederzeit auswechselbar sei. Für eine noch
bessere Entwicklung benötige das Waldviertel eine Fachhochschule.

Direktor Dipl.Ing. Adolf Kastner schlug in die gleiche Kerbe. "Der
Markt hat kein Gewissen und daher sind Kooperationen und Bildung
besonders wichtig für den ländlichen Raum." Vor allem die Bereiche
Energie, Freizeit und Gesundheit seien die Herausforderungen der
Zukunft. Kastner: "Wir müssen zehn Jahre vorausdenken, um erfolgreich
zu sein." Die Schulen am Edelhof seien für diese Aufgaben gerüstet.

Landesrat Franz Blochberger erklärte, die Schulen am Edelhof
würden zu wichtigen Weichenstellungen der Zukunft beitragen.
Landwirtschaftliche Schulen sollten "Oasen" des ländlichen Raumes
sein, wo Werte vermittelt werden. Auch er trat für das "Bündeln aller
Kräfte" ein.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2172

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