Preisabsprache, die Achtundachzigste

Wien (OTS) - Er fühle sich wie eine tibetanische Gebetsmühle, stellte der Vorsteher des Fachverbandes der Erdölindustrie, OMV-Generaldirektor Dr. Richard Schenz, zur unendlichen Geschichte des Vorwurfs der Preisabsprachen beim Treibstoffpreis fest. Jüngste Aktivität in diese Richtung ist die mit Drohungen verbundene Behauptung des Salzburger ÖGB, es gäbe Kartellverstöße. "Jedesmal, wenn sich ein Funktionär profilieren möchte, zieht er die Behauptung aus dem Hut, beim Treibstoffpreis gäbe es Absprachen zwischen den Mineralölfirmen", beschreibt Schenz die "never ending story" zum Thema Benzinpreis. Man wisse bald nicht mehr, ob man sachlich, verärgert oder gar nicht reagieren solle.

Angesichts der Tatsache, daß die Treibstoffpreise um mehr als 10 Prozent differieren, von Preisabsprachen zu sprechen, sei ein Husarenstück der Unlogik. Das Wesen der Preisabsprache ist es nämlich, daß der Konsument keine Wahlmöglichkeit habe und die Preise jederzeit und überall gleich seien. Die Pumpenabgabepreise orientieren sich aber nach Angebot und Nachfrage. Die freie Preisbildung funktioniere tagtäglich. Da im Gegensatz zu anderen Konsumprodukten der Treibstoffpreis überall deutlich sichtbar am Preisankünder angeführt werde, können sich die Konsumenten, somit auch die Mineralölfirmen, klarerweise ein schnelles Bild über die Preisgestaltung des jeweiligen Wettbewerbers machen.

Möglicherweise seien aber bei der jüngsten Behauptung der Preisabsprache pfiffigerweise die Anweisungen der einzelnen Firmen an ihre Tankstellen gemeint. Vielleicht habe sich die geschäftliche Selbstverständlichkeit, daß eine Firma ihren "Filialen" - soweit es sich um Agenturtankstellen handelt - Preisvorgaben gebe, noch nicht bis zu einigen Funktionären herumgesprochen.

Österreich sei in Sachen Treibstoff übrigens kein Hochpreisland, sondern liege, wie aktuelle Vergleiche der Tankstellenpreise zeigen, im europäischen Mittelfeld. Und mittelfristig hat die Preisentwicklung beim Rohöl dazu geführt, daß im vergangenen Monat der Liter Eurosuper um 1,08 öS, bzw. der Liter Diesel um 0,83 öS billiger sind als im September des Vorjahres.

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