• 30.10.1998, 13:56:42
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  • OTS0212

Preisabsprache, die Achtundachzigste

Wien (OTS) - Er fühle sich wie eine tibetanische Gebetsmühle,
stellte der Vorsteher des Fachverbandes der Erdölindustrie,
OMV-Generaldirektor Dr. Richard Schenz, zur unendlichen Geschichte
des Vorwurfs der Preisabsprachen beim Treibstoffpreis fest. Jüngste
Aktivität in diese Richtung ist die mit Drohungen verbundene
Behauptung des Salzburger ÖGB, es gäbe Kartellverstöße. "Jedesmal,
wenn sich ein Funktionär profilieren möchte, zieht er die Behauptung
aus dem Hut, beim Treibstoffpreis gäbe es Absprachen zwischen den
Mineralölfirmen", beschreibt Schenz die "never ending story" zum
Thema Benzinpreis. Man wisse bald nicht mehr, ob man sachlich,
verärgert oder gar nicht reagieren solle.

Angesichts der Tatsache, daß die Treibstoffpreise um mehr als 10
Prozent differieren, von Preisabsprachen zu sprechen, sei ein
Husarenstück der Unlogik. Das Wesen der Preisabsprache ist es
nämlich, daß der Konsument keine Wahlmöglichkeit habe und die Preise
jederzeit und überall gleich seien. Die Pumpenabgabepreise
orientieren sich aber nach Angebot und Nachfrage. Die freie
Preisbildung funktioniere tagtäglich. Da im Gegensatz zu anderen
Konsumprodukten der Treibstoffpreis überall deutlich sichtbar am
Preisankünder angeführt werde, können sich die Konsumenten, somit
auch die Mineralölfirmen, klarerweise ein schnelles Bild über die
Preisgestaltung des jeweiligen Wettbewerbers machen.

Möglicherweise seien aber bei der jüngsten Behauptung der
Preisabsprache pfiffigerweise die Anweisungen der einzelnen Firmen an
ihre Tankstellen gemeint. Vielleicht habe sich die geschäftliche
Selbstverständlichkeit, daß eine Firma ihren "Filialen" - soweit es
sich um Agenturtankstellen handelt - Preisvorgaben gebe, noch nicht
bis zu einigen Funktionären herumgesprochen.

Österreich sei in Sachen Treibstoff übrigens kein Hochpreisland,
sondern liege, wie aktuelle Vergleiche der Tankstellenpreise zeigen,
im europäischen Mittelfeld. Und mittelfristig hat die
Preisentwicklung beim Rohöl dazu geführt, daß im vergangenen Monat
der Liter Eurosuper um 1,08 öS, bzw. der Liter Diesel um 0,83 öS
billiger sind als im September des Vorjahres.

Rückfragehinweis: Fachverband der Erdölindustrie

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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