Binder + Co. AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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Aktionärsbrief zum 3. Quartal 1998 der Binder + Co AG

Der Geschäftsverlauf der Binder+Co Gruppe im 3. Quartal 1998 sowie in den ersten neun Monaten hat sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt verbessert. Die Umsätze der Binder+Co Gruppe für die ersten drei Quartale liegen mit 693 Mio. ATS um 35 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 513 Mio. ATS. Neben der nach wie vor dynamischen Entwicklung des Standorts Linz trug besonders die Fakturierung eines Großauftrags aus Deutschland im Wert von 130 Mio. ATS zu dieser deutlichen Steigerung bei.

Der Fehlbetrag für die ersten neun Monate hat sich mit minus 29 Mio. ATS gegenüber dem Vorjahreswert von minus 45 Mio. ATS um 36 % verringert. Unbefriedigend verlief im Berichtszeitraum aufgrund starken Preisdrucks, vor allem im Zuliefergeschäft der Bauindustrie, der Geschäftsverlauf am Standort Gleisdorf. Erfreulich hingegen die Entwicklung am Standort Linz, der nach einem Verlust im Vergleichszeitraum des Vorjahres heuer ein positives Ergebnis erwirtschaften konnte.

Im August 1998 konnte Binder+Co eine 90 %-Beteiligung an der amerikanischen Packaging Systems International, Inc., einem Palettiermaschinenhersteller mit Sitz in Denver, Colorado, erwerben. Sie erreicht damit einerseits eine wertvolle Ergänzung ihrer Produktpalette in dieser Sparte und vollbringt andererseits den Einstieg in den nordamerikanischen Markt. Das Unternehmen beschäftigt 90 Mitarbeiter und wies im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von ca.10 Mio. USD aus.

Kaufoffert der Waagner-Biro AG an die Aktionäre der Binder+Co AG

Am 24. September 1998 hat die ebenfalls zur Auricon Gruppe zählende Waagner-Biro AG ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot an die Aktionäre der Binder+Co AG publiziert. Dieses Offert war zunächst mit 14. Oktober 1998 befristet und wurde in der Folge bis einschließlich 21. Oktober 1998 verlängert. Parallel dazu hat die Waagner-Biro AG 53,62 0er Binder+Co AG von der Auricon Beteiligungs-AG erworben. Bei Erstellung dieses Quartalsberichts hielt die Waagner-Biro AG damit insgesamt bereits mehr als 90 0er Binder+Co-Aktien.

Der Vorstand der Binder+Co AG hat dieses Angebot befürwortet und den Aktionären dessen Annahme empfohlen. Der gebotene Preis von 560 ATS pro Aktie liegt um 12 % über dem letzten Börsenkurs vor Bekanntgabe des Angebots und um 45 % über dem durchschnittlichen Kurs des vergangenen Jahres. Das Unternehmens- und Beteiligungskonzept für die Übernahme wurde von Waagner-Biro in Zusammenarbeit mit Binder+Co entwickelt. Gemeinsam können die beiden Unternehmen ihre bereits jetzt starke Position in globalen Nischenmärkten weiter ausbauen. Durch einen gemeinsamen Marktauftritt sollen die Wachstumschancen vergrößert und auch die Kostenstruktur weiter verbessert werden. Der Erwerb der Binder+Co AG bringt für die Waagner-Biro AG vor allem eine erhebliche Stärkung ihrer Kompetenzen und eine Erweiterung ihres Portfolios im Bereich der Umwelt- und Prozeßtechnik.

Entwicklung der Sparten

In der Sparte erhielt Binder+Co von der schwedischen Svensk Glass einen Auftrag über die Erstellung einer Anlage zur Sortierung von Altglas nach Farbe und Fremdstoffen im Wert von ca. 30 Mio. ATS. Die neu entwickelte Geräteserie "Clarity" kommt hier erstmals zum Einsatz und hat sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Die Sparte Kies- und Bauschuttanlagen erhielt den Auftrag des oberösterreichischen Kieswerks Hasenöhrl in Enns im Wert von ca. 20 Mio. ATS verbuchen.

Die Sparte Siebtechnik erhielt von der Firma AKW A+V aus Hirschau, Oberpfalz, einen Auftrag über zwölf Siebmaschinen für ein Tunnelbauprojekt in Westerschelde an der holländischen Küste. Weiters wird Binder im Auftrag der VAI Siebmaschinen nach Perfer im Iran liefern.

Die Sparte Trocknungstechnik liefert unter anderem einen Fließbetttrockner zur Trocknung von Glasscherben an die schwedische Firma Svensk Glas.

Für die Sparte Verpackungstechnik stand der vergangene Sommer ganz im Zeichen der Akquisition des amerikanischen Unternehmens Packaging Systems International, Inc. (PSI). Einen weiteren Erfolg in Europa konnte die Sparte in der Salzindustrie verbuchen: Der namhafte slowakische Salzhersteller Solivary wird in Zukunft sein Salz mit einer Schlauchbeutelmaschine von Binder+Co verpacken.

Mehrere Aufträge gingen in diesem Sommer für die Sparte Förder-und Silotechnik ein. Darunter befinden sich ein Auftrag des niederösterreichischen Unternehmens Wopfinger über mehrere Förderbänder und eine Senkrechtförderanlage, ein Auftrag für Umbauarbeiten am LD-Stahlwerk Donawitz sowie Aufträge für Revisionen an Flugasche- und REA-Gipssilos aus Deutschland und Österreich.

Der Maschinenbau Linz konnte durch den Ausbau des Stammkundengeschäfts und Gewinnung einiger Neukunden mit einem starken 3. Quartal seinen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 % auf 162 Mio. ATS ausbauen. So erhielt man größere Aufträge von Kunden aus dem süddeutschen Raum und aus Oberösterreich. Es werden große Werkstücke für komplexe Anlagen in den Bereichen Folienherstellung und Schmiedetechnik geliefert, wobei hohe Qualitätsanforderungen im Vordergrund standen.

Positiv verläuft nach wie vor auch die Entwicklung der ÖSWAG Werft Linz GmbH, die mit größeren Reparaturaufträgen von Reedereien der Donauschifffahrt auch ohne Neubauaufträge gut über die in den Vorjahren eher schwachen Sommermonate kam. Größere Umbau- und Modernisierungsaufträge für Tank- und Frachtschiffe führten zu einer 75 135013728gen Steigerung der Kapazität in der Werft.

Auftragslage

Der Auftragseingang der Binder+Co Gruppe lag für die ersten drei Quartale mit 750 Mio. ATS um 12 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Während die Auftragseingänge für den Standort Gleisdorf im 3. Quartal etwas hinter den Erwartungen zurückblieben, verzeichnete der Standort Linz im Maschinenbau infolge starker Zuwächse bei Stammkunden, aber auch durch den Ausbau des Neukundengeschäfts eine Steigerung von mehr als 50 %. Insgesamt lag der Auftragsstand der Binder+Co Gruppe per Ende September mit 528 Mio. ATS um 13 % über dem Vorjahreswert.

Ausblick

Die Umsätze der Binder+Co Gruppe werden 1998 voraussichtlich die Marke von 1 Mrd. ATS übertreffen. Das Ergebnis wird naturgemäß von der Auftragsstruktur, im besonderen dem relativ hohen Anteil von längerfristigen Aufträgen, die erst im Jahr 1999 fakturiert werden können, beeinflußt. Erschwerend für eine durchgreifende Verbesserung der Ertragslage wirkt auch der zum Teil verzögerte Eingang ertragsstarker Aufträge im 3. Quartal.

Die Ertragssituation des Standorts Gleisdorf wird sich im 4. Quartal voraussichtlich nicht grundlegend verbessern, sodaß aus heutiger Sicht das Ergebnis der Binder+Co Gruppe für 1998 unter dem Vorjahreswert liegen wird. Die Ausschüttung einer Dividende für 1998 ist daher nicht zu erwarten.

Die Zusammenführung mit der Waagner-Biro Gruppe sollte sich jedoch in einer weiteren Verbesserung von Kostenstruktur und Ertragslage auswirken.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand
Ing. Gerald Grohmann Dipl.-Kfm. Michael Exner

Kennzahlen 1997 1998 *
1. - 3. Quartal
Umsatzerlöse Mio. 513 693 ATS
Betriebsleistung Mio. 550 676 ATS
EGT Mio. -44 -28 ATS
Auftragseingang Mio. 668 750 ATS
Auftragsstand (per 30.9.)
Mio. 466 528 ATS
Beschäftigte (Durchschnitt) 598 594
Investitionen Mio. 22 17 ATS

* Zahlen ohne PSI, Inc.

Rückfragen richten Sie bitte an:

Ing. Gerald Grohmann
Vorstand der Binder+Co AG
Tel. 0043(0)3112 800 220
Fax. 0043(0)3112 800 320

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