• 29.10.1998, 09:50:34
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  • OTS0057

Binder + Co. AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung=

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Wien (ots - Ad hoc-Service) -

Aktionärsbrief zum 3. Quartal 1998 der Binder + Co AG

Der Geschäftsverlauf der Binder+Co Gruppe im 3. Quartal 1998
sowie in den ersten neun Monaten hat sich gegenüber dem Vorjahr
insgesamt verbessert. Die Umsätze der Binder+Co Gruppe für die
ersten drei Quartale liegen mit 693 Mio. ATS um 35 % über dem
vergleichbaren Vorjahreswert von 513 Mio. ATS. Neben der nach wie
vor dynamischen Entwicklung des Standorts Linz trug besonders die
Fakturierung eines Großauftrags aus Deutschland im Wert von 130 Mio.
ATS zu dieser deutlichen Steigerung bei.

Der Fehlbetrag für die ersten neun Monate hat sich mit minus 29
Mio. ATS gegenüber dem Vorjahreswert von minus 45 Mio. ATS um 36 %
verringert. Unbefriedigend verlief im Berichtszeitraum aufgrund
starken Preisdrucks, vor allem im Zuliefergeschäft der Bauindustrie,
der Geschäftsverlauf am Standort Gleisdorf. Erfreulich hingegen die
Entwicklung am Standort Linz, der nach einem Verlust im
Vergleichszeitraum des Vorjahres heuer ein positives Ergebnis
erwirtschaften konnte.

Im August 1998 konnte Binder+Co eine 90 %-Beteiligung an der
amerikanischen Packaging Systems International, Inc., einem
Palettiermaschinenhersteller mit Sitz in Denver, Colorado, erwerben.
Sie erreicht damit einerseits eine wertvolle Ergänzung ihrer
Produktpalette in dieser Sparte und vollbringt andererseits den
Einstieg in den nordamerikanischen Markt. Das Unternehmen
beschäftigt 90 Mitarbeiter und wies im letzten Geschäftsjahr einen
Umsatz von ca.10 Mio. USD aus.

Kaufoffert der Waagner-Biro AG an die Aktionäre der Binder+Co AG

Am 24. September 1998 hat die ebenfalls zur Auricon Gruppe
zählende Waagner-Biro AG ein freiwilliges öffentliches Kaufangebot
an die Aktionäre der Binder+Co AG publiziert. Dieses Offert war
zunächst mit 14. Oktober 1998 befristet und wurde in der Folge bis
einschließlich 21. Oktober 1998 verlängert. Parallel dazu hat die
Waagner-Biro AG 53,62 0er Binder+Co AG von der Auricon
Beteiligungs-AG erworben. Bei Erstellung dieses Quartalsberichts
hielt die Waagner-Biro AG damit insgesamt bereits mehr als 90 0er
Binder+Co-Aktien.

Der Vorstand der Binder+Co AG hat dieses Angebot befürwortet und
den Aktionären dessen Annahme empfohlen. Der gebotene Preis von 560
ATS pro Aktie liegt um 12 % über dem letzten Börsenkurs vor
Bekanntgabe des Angebots und um 45 % über dem durchschnittlichen
Kurs des vergangenen Jahres. Das Unternehmens- und
Beteiligungskonzept für die Übernahme wurde von Waagner-Biro in
Zusammenarbeit mit Binder+Co entwickelt. Gemeinsam können die beiden
Unternehmen ihre bereits jetzt starke Position in globalen
Nischenmärkten weiter ausbauen. Durch einen gemeinsamen
Marktauftritt sollen die Wachstumschancen vergrößert und auch die
Kostenstruktur weiter verbessert werden. Der Erwerb der Binder+Co AG
bringt für die Waagner-Biro AG vor allem eine erhebliche Stärkung
ihrer Kompetenzen und eine Erweiterung ihres Portfolios im Bereich
der Umwelt- und Prozeßtechnik.

Entwicklung der Sparten

In der Sparte erhielt Binder+Co von der schwedischen Svensk Glass
einen Auftrag über die Erstellung einer Anlage zur Sortierung von
Altglas nach Farbe und Fremdstoffen im Wert von ca. 30 Mio. ATS. Die
neu entwickelte Geräteserie "Clarity" kommt hier erstmals zum
Einsatz und hat sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Die Sparte Kies- und Bauschuttanlagen erhielt den Auftrag des
oberösterreichischen Kieswerks Hasenöhrl in Enns im Wert von ca. 20
Mio. ATS verbuchen.

Die Sparte Siebtechnik erhielt von der Firma AKW A+V aus
Hirschau, Oberpfalz, einen Auftrag über zwölf Siebmaschinen für ein
Tunnelbauprojekt in Westerschelde an der holländischen Küste.
Weiters wird Binder im Auftrag der VAI Siebmaschinen nach Perfer im
Iran liefern.

Die Sparte Trocknungstechnik liefert unter anderem einen
Fließbetttrockner zur Trocknung von Glasscherben an die schwedische
Firma Svensk Glas.

Für die Sparte Verpackungstechnik stand der vergangene Sommer
ganz im Zeichen der Akquisition des amerikanischen Unternehmens
Packaging Systems International, Inc. (PSI). Einen weiteren Erfolg
in Europa konnte die Sparte in der Salzindustrie verbuchen: Der
namhafte slowakische Salzhersteller Solivary wird in Zukunft sein
Salz mit einer Schlauchbeutelmaschine von Binder+Co verpacken.

Mehrere Aufträge gingen in diesem Sommer für die Sparte Förder-
und Silotechnik ein. Darunter befinden sich ein Auftrag des
niederösterreichischen Unternehmens Wopfinger über mehrere
Förderbänder und eine Senkrechtförderanlage, ein Auftrag für
Umbauarbeiten am LD-Stahlwerk Donawitz sowie Aufträge für Revisionen
an Flugasche- und REA-Gipssilos aus Deutschland und Österreich.

Der Maschinenbau Linz konnte durch den Ausbau des
Stammkundengeschäfts und Gewinnung einiger Neukunden mit einem
starken 3. Quartal seinen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32
% auf 162 Mio. ATS ausbauen. So erhielt man größere Aufträge von
Kunden aus dem süddeutschen Raum und aus Oberösterreich. Es werden
große Werkstücke für komplexe Anlagen in den Bereichen
Folienherstellung und Schmiedetechnik geliefert, wobei hohe
Qualitätsanforderungen im Vordergrund standen.

Positiv verläuft nach wie vor auch die Entwicklung der ÖSWAG
Werft Linz GmbH, die mit größeren Reparaturaufträgen von Reedereien
der Donauschifffahrt auch ohne Neubauaufträge gut über die in den
Vorjahren eher schwachen Sommermonate kam. Größere Umbau- und
Modernisierungsaufträge für Tank- und Frachtschiffe führten zu einer
75 135013728gen Steigerung der Kapazität in der Werft.

Auftragslage

Der Auftragseingang der Binder+Co Gruppe lag für die ersten drei
Quartale mit 750 Mio. ATS um 12 % über dem vergleichbaren
Vorjahreswert. Während die Auftragseingänge für den Standort
Gleisdorf im 3. Quartal etwas hinter den Erwartungen zurückblieben,
verzeichnete der Standort Linz im Maschinenbau infolge starker
Zuwächse bei Stammkunden, aber auch durch den Ausbau des
Neukundengeschäfts eine Steigerung von mehr als 50 %. Insgesamt lag
der Auftragsstand der Binder+Co Gruppe per Ende September mit 528
Mio. ATS um 13 % über dem Vorjahreswert.

Ausblick

Die Umsätze der Binder+Co Gruppe werden 1998 voraussichtlich die
Marke von 1 Mrd. ATS übertreffen. Das Ergebnis wird naturgemäß von
der Auftragsstruktur, im besonderen dem relativ hohen Anteil von
längerfristigen Aufträgen, die erst im Jahr 1999 fakturiert werden
können, beeinflußt. Erschwerend für eine durchgreifende Verbesserung
der Ertragslage wirkt auch der zum Teil verzögerte Eingang
ertragsstarker Aufträge im 3. Quartal.

Die Ertragssituation des Standorts Gleisdorf wird sich im 4.
Quartal voraussichtlich nicht grundlegend verbessern, sodaß aus
heutiger Sicht das Ergebnis der Binder+Co Gruppe für 1998 unter dem
Vorjahreswert liegen wird. Die Ausschüttung einer Dividende für 1998
ist daher nicht zu erwarten.

Die Zusammenführung mit der Waagner-Biro Gruppe sollte sich
jedoch in einer weiteren Verbesserung von Kostenstruktur und
Ertragslage auswirken.

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand
Ing. Gerald Grohmann Dipl.-Kfm. Michael Exner

Kennzahlen 1997 1998 *
1. - 3. Quartal
Umsatzerlöse Mio. 513 693 ATS
Betriebsleistung Mio. 550 676 ATS
EGT Mio. -44 -28 ATS
Auftragseingang Mio. 668 750 ATS
Auftragsstand (per 30.9.)
Mio. 466 528 ATS
Beschäftigte (Durchschnitt) 598 594
Investitionen Mio. 22 17 ATS

* Zahlen ohne PSI, Inc.

Rückfragen richten Sie bitte an:

Ing. Gerald Grohmann
Vorstand der Binder+Co AG
Tel. 0043(0)3112 800 220
Fax. 0043(0)3112 800 320

Ende der Mitteilung
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