- 24.10.1998, 11:05:00
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- OTS0034
Thumpser: Falsches Spiel der ÖVP mit den Rettungsorganisationen=
St. Pölten, (SPI) – "Bereits zum x-ten Mal betreibt die ÖVP, in
vorderster Front LH Erwin Pröll, falsches Spiel. So wie bei der
Sicherheitsdebatte wird jetzt auch im Bereich der
Rettungsorganisationen mit falschen Argumenten versucht, politisches
Kapital zu schlagen", stellt der Traisener SP-Bundesrat Bgm. Herbert
Thumpser fest. In Briefen an diverse Rettungsorganisationen wird der
Entwurf des Sanitätsgesetzes und damit Bundesministerin Lore Hostasch
gegeißelt. Die Fakten liegen allerdings anders.****
Entweder hat sich Pröll nicht informiert oder er betreibt absichtlich
Politik mit falschen Zahlen. Denn sonst müßte er wissen, daß dieser
Entwurf zum Großteil nur für hauptberufliche Sanitäter verpflichtend
ist und für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur die
Möglichkeit eingeräumt wird, eine erweiterte Ausbildung zu machen.
Denn eine maßgebliche Ausweitung der Ausbildungszeit wird es nur für
den neu zu schaffenden "Notfallsanitäter" geben, was allerdings nur
rund 5 Prozent der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –
und zwar auf freiwilliger Basis - der Rettungsdienste betreffen
wird", so Thumpser weiter.
Die von der ÖVP verbreiteten Ausbildungszeiten "von bis zu 2.100
Stunden" sind damit schlichtweg falsch. Die bisher erforderlichen 135
Stunden Theorie für den Rettungssanitäter werden auf 175 Stunden
angehoben, dazu kommt ein 160stündiges (so wie bisher) Praktikum.
"Wie weit die Volkspartei danebenliegt, zeigt schon allein die
Tatsache, daß sie nicht einmal über die bisherigen Ausbildungszeiten
Bescheid weiß. In ihrem Brief an die Rettungsorganisationen schreibt
die ÖVP von "320 Stunden Theorie und 360 Stunden Praxis" für den
Rettungssanitäter – dies gab es bisher nicht und wird es auch nicht
geben. Diese Verbreitung von Märchen, wie dies die Volkspartei
derzeit praktiziert, muß schärfstens zurückgewiesen werden",
kritisiert Thumpser. Zumal muß festgestellt werden, daß die
Rettungsorganisationen in den vergangenen zwei Jahren Verhandlungen
teils sogar eine weitaus größere Ausweitung der Ausbildungszeit
durchsetzen wollten.
Bereits im März 1998 wurden die Länder über den Begutachtungsentwurf
informiert. Jetzt, wo man innerhalb der ÖVP scheinbar die Vereine
wieder entdeckt hat, wird Verunsicherung betrieben. Zielführender
wäre es, sich mit den Fakten zu beschäftigen. Parteipolitisches
Agieren wieder besseren Wissens ist unverantwortlich und fahrlässig
und daher strikt zurückzuweisen", so BR Thumpser abschließend.
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200
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