Thumpser: Falsches Spiel der ÖVP mit den Rettungsorganisationen

St. Pölten, (SPI) – "Bereits zum x-ten Mal betreibt die ÖVP, in vorderster Front LH Erwin Pröll, falsches Spiel. So wie bei der Sicherheitsdebatte wird jetzt auch im Bereich der Rettungsorganisationen mit falschen Argumenten versucht, politisches Kapital zu schlagen", stellt der Traisener SP-Bundesrat Bgm. Herbert Thumpser fest. In Briefen an diverse Rettungsorganisationen wird der Entwurf des Sanitätsgesetzes und damit Bundesministerin Lore Hostasch gegeißelt. Die Fakten liegen allerdings anders.****

Entweder hat sich Pröll nicht informiert oder er betreibt absichtlich Politik mit falschen Zahlen. Denn sonst müßte er wissen, daß dieser Entwurf zum Großteil nur für hauptberufliche Sanitäter verpflichtend ist und für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur die Möglichkeit eingeräumt wird, eine erweiterte Ausbildung zu machen. Denn eine maßgebliche Ausweitung der Ausbildungszeit wird es nur für den neu zu schaffenden "Notfallsanitäter" geben, was allerdings nur rund 5 Prozent der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und zwar auf freiwilliger Basis - der Rettungsdienste betreffen wird", so Thumpser weiter.

Die von der ÖVP verbreiteten Ausbildungszeiten "von bis zu 2.100 Stunden" sind damit schlichtweg falsch. Die bisher erforderlichen 135 Stunden Theorie für den Rettungssanitäter werden auf 175 Stunden angehoben, dazu kommt ein 160stündiges (so wie bisher) Praktikum. "Wie weit die Volkspartei danebenliegt, zeigt schon allein die Tatsache, daß sie nicht einmal über die bisherigen Ausbildungszeiten Bescheid weiß. In ihrem Brief an die Rettungsorganisationen schreibt die ÖVP von "320 Stunden Theorie und 360 Stunden Praxis" für den Rettungssanitäter – dies gab es bisher nicht und wird es auch nicht geben. Diese Verbreitung von Märchen, wie dies die Volkspartei derzeit praktiziert, muß schärfstens zurückgewiesen werden", kritisiert Thumpser. Zumal muß festgestellt werden, daß die Rettungsorganisationen in den vergangenen zwei Jahren Verhandlungen teils sogar eine weitaus größere Ausweitung der Ausbildungszeit durchsetzen wollten.

Bereits im März 1998 wurden die Länder über den Begutachtungsentwurf informiert. Jetzt, wo man innerhalb der ÖVP scheinbar die Vereine wieder entdeckt hat, wird Verunsicherung betrieben. Zielführender wäre es, sich mit den Fakten zu beschäftigen. Parteipolitisches Agieren wieder besseren Wissens ist unverantwortlich und fahrlässig und daher strikt zurückzuweisen", so BR Thumpser abschließend. (Schluß) fa

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