FORMAT: Rieger liquidierte 1997 alle Auslandsfilialen und verkaufte die Wechselstube Venedig an sich selbst

Privatanleger aus Slowenien und Kroatien fordern 105 Millionen Schilling zurück

Wien (OTS) - Wolfgang Rieger hat seine Flucht viel sorgsamer vorbereitet als bisher angenommen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.

Rieger schloß bereits im Vorjahr seine Wechselstube in Budapest, München, Florenz und Mailand. Entgegen bisherigen Annahmen hat die Niederlassung in Prag nie eine Geschäftstätigkeit entfaltet.

Lediglich die hochprofitable Wechselstube am Markusplatz in Venedig stand bis 1. Oktober 1998 im Eigentum der Rieger Bank AG. FORMAT enthüllt, daß es Wolfgang Rieger neun Tage vor seiner Flucht gelang, die venezianische Wechselstube unter mysteriösen Begleitumständen an sich selbst zu verkaufen: Er übertrug die Aktivitäten der Wechselstube an eine in Venedig registrierte Orloni s.r.l. Der Orloni Vorbesitzer, der venezianische Rechtsanwalt Giancarlo Tomasin, bestätigt dem Magazin:"Herr Rieger hat die Gesellschaft Orloni von mir übernommen und ist noch heute Alleinbesitzer der Wechselstube. Ich habe allerdings keine Ahnung, wo er sich aufhält."

Wie FORMAT weiter berichtet, hat in der vergangenen Woche der Sprecher einer aus kroatischen und slowenischen Staatsbürgern zusammengesetzten Anlegergruppe bei der Rieger Bank die Rückzahlung von 105 Millionen Schilling gefordert. Bei dem Mann handelt es sich um den 49jährigen Ex-Banker Florian Dovjak, der das Geld Wolfgang Rieger in den vergangenen Jahren zur Veranlagung übertragen haben will. Ob die Forderungen rechtmäßig sind, wird nach Angaben der Rieger Bank noch geprüft.

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