Nach der Einnahme bestimmter ärztlich verschriebener Substanzen sollte man sich nicht mehr hinters Steuer setzen

London (ots-PRNewswire) - Laut einer Studie von MEMO, die in der heutigen Ausgabe von "The Lancet" veröffentlicht wurde, könnten Menschen, die einige der meistverschriebenen Beruhigungsmittel nehmen, einen Verkehrsunfall riskieren. Die Studie schätzt, daß 1.600 Verkehrsunfälle vermieden und 110 Menschenleben in Großbritannien gerettet werden könnten, wenn die Patienten den Rat befolgen würden, nach der Einnahme von Benzodiazepin nicht mit dem Auto zu fahren.

Die Studie untersuchte die Verbindung zwischen Verkehrsunfällen und der Einnahme psychotropischer Wirkstoffe, einschließlich Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepin (siehe nachstehende Liste), Antidepressiva und anderen Substanzen, die sich aufs Gehirn auswirken. Die Studie ergab, daß es eine signifikante Verbindung zwischen der Einnahme angstlösender Benzodiazepine und Verkehrsunfällen gibt. Angstlösende Benzodiazepine sind seit langer Zeit im Umlauf zur Behandlung von Angstzuständen, anderen streßbedingten Störungen und Muskelkrämpfen. Hypnotische Benzodiazepine, Antidepressiva und andere psychotropische Wirkstoffe zeigten keine Verbindung zu Verkehrsunfällen mit einer bemerkenswerten Ausnahme. Eine der neuesten Schlaftabletten, Zopiclon, wies eine solche Verbindung auf trotz "seltener"
Einnahme.

Die Studie wurde durchgeführt von MEMO, dem Medicines Monitoring Unit (Medikamentenüberwachungsstelle) mit Sitz an der Universität von Dundee, in Zusammenarbeit mit dem Chief Constable of Tayside Police unter Verwendung anonymisierter Daten. Die Forscher untersuchten ungefähr 20.000 Verkehrsunfälle über einen Zeitraum von zwei Jahren auf mögliche Verbindungen zu verschriebenen psychotropischen Substanzen.

Dr. Fabio Barbone, der führende Autor der Studie von MEMO, sagte:
"Diese Wirkstoffe wurden immer mit der eher ungenauen Warnung verkauft, daß sie möglicherweise Schläfrigkeit verursachen, die sich auf so wichtige Tätigkeiten wie das Autofahren auswirken könnte. Unsere Studie zeigt, daß Benutzer dieser Wirkstoffe einem erhöhten Verkehrsunfallrisiko unterlagen und den deutlichen Hinweis erhalten müssen, nicht mit dem Auto zu fahren."

Die Studie zeigte auch, daß das Verkehrsunfallrisiko sich erhöhte, wenn die eingenommene Dosis sich erhöhte und wenn der Fahrer einen positiven Alkoholtest hatte.

Dr. Barbone fügte hinzu: "Wir glauben, daß angstlösende Substanzen Auswirkungen haben, da sie tagsüber eingenommen werden, während die hypnotischen Substanzen vor dem Einschlafen genommen werden, so daß die meisten Nebenwirkungen zum Zeitpunkt des Autofahrens verschwunden waren. Zopiclon jedoch kann Transitionseffekte verursachen."

"Die Autofahrer wissen entweder nicht, daß ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt wird, oder sie fahren weiterhin, obwohl ihr Medikement sie schläfrig macht. Jeder kennt die Auswirkungen des Alkohols auf die Fahrtüchtigkeit. Es sollte nun auch deutlich gemacht werden, daß Patienten nicht mit dem Auto fahren sollten, solange sie anxiolytische Benzodiazepine oder Zopiclon nehmen."

William Spence, Chief Constable der Tayside Police, unterstützte diese Schlußfolgerungen ebenfalls.

Die Studie wurde ermöglicht durch MEMOs einzigartiges Verfahren, anonymisierte Informationen aus verschiedenen Gebieten des Gesundheitssystems miteinander zu verknüpfen. MEMO führt eine Anzahl von Studien durch, die dem Gesundheitswesen, den entsprechenden Akademien und der pharmazeutischen Industrie wertvolle Einsichten darüber vermitteln, wie der derzeitige Standard des Gesundheitswesens weiter verbessert werden kann.

Hinweis an die Herausgeber: Die untersuchten anxiolytischen Benzodiazepine sind Alprazolam (Xanax), Bromazepam (Lexotan), Chlordiazepoxid (Tropium, Librium), Clorazepat Hydrochlorid (Tranxen), Diazepam (Valium, Tensium, Rimapam), Lorazepam (Ativan), Oxazepam.

Weitere Informationen und Hintergrundinformationen erhalten Sie auf der Webseite von MEMO: http://www.dundee.ac.uk/memo

Wenn Sie einen Kommentar zu den Implikationen der Studie für Deutschland wünschen, kontaktieren Sie bitte Dr. Michael Lewis von der EPES Epidemiologie GmbH, Berlin, Tel.: 030-793-5532.

Für Interviews oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die nachstehend aufgeführten Kontaktstellen.

ots Originaltext: Medicines Monitoring Unit
Im Internet recherchierbar: http://newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Charlotte Hopkinson oder David Turner von Interscience,
0171-331 0331; oder Tom M. MacDonald von MEMO, 01382-632575 - sec., oder Fax: 01382-642637 oder tom@memo.dundee.ac.uk

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