Heinzl: "Umwelttechnik" - ein Lehrberuf mit Zukunft

Wirtschaft muß neue Lehrberufe auch anbieten

St. Pölten, (SPI) – "Die Bewältigung der Umweltverschmutzung gehört zu den drängendsten Herausforderungen in unserer Zeit. Aus diesem Grund gilt seit langem die Umwelttechnik als die Zukunftsbranche schlechthin. Der Reduktion von Stoff- und Energieströmen und der Schließung von Stoffkreisläufen kommt entscheidende Bedeutung zu. In Österreich wird das jährliche Abfallaufkommen derzeit auf ca. 39 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt", stellte gestern St. Pöltens Nationalrat Anton Heinzl, Mitglied des Umweltausschusses, im Rahmen einer Rede im Hohen Haus fest.****

Um diese gigantische Menge Abfall zu bewältigen, brauchen wir qualitativ gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb wurde unter anderem auch der Lehrberuf des "Recycling- und Entsorgungstechnikers" geschaffen. Die Umwelt-Industrie stellt heute einen wichtigen und expandierenden Bereich in der österreichischen Wirtschaft dar. Rund 11.000 Arbeitnehmer sind derzeit in mehr als 250 österreichischen Firmen primär mit
Umweltschutz und Umwelttechnologie befaßt. "Um so befremdlicher ist es für mich, daß diesen durchaus imposanten Beschäftigtenzahlen und den doch positiven wirtschaftlichen Ausblicken eine eklatant geringe Anzahl an angebotenen Lehrplätze gegenüberstehen. Laut Berufsbildungsbericht 1997 des Bundesministerium für Wirtschaft standen 1996 z. B. lediglich 28 Lehrlinge in ganz Österreich für den Ausbildungsversuch Recycling- u. Entsorgsungstechniker in Ausbildung. Aber auch 1998 scheint es keine merkliche Zunahme beim Lehrstellenangebot zu geben, obwohl es zwei neue Lehrberufe - nämlich den/die Recycling- und Entsorgungsfachmann/fachfrau - gibt. In NÖ sind derzeit im Bereich Abfall nur 2 Lehrlinge in Ausbildung", kritisert Heinzl.

"Ich frage mich, wann sich endlich die Wirtschaft und die Betriebe ihrer Verantwortung bewußt werden und die neuen und zukunftsträchtigen Lehrberufe auch anbieten. Denn nur immer Kritik an einer angeblich nicht zeitgemäßen oder bedarfsorientierten Lehrlingsausbildung zu üben genügt nicht mehr. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind geschaffen – nun liegt es an den Unternehmen, den Jugendlichen neue Chancen zu eröffnen", so Heinzl abschließend. (Schluß) fa

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