- 23.10.1998, 10:05:27
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Heinzl: "Umwelttechnik" - ein Lehrberuf mit Zukunft
Wirtschaft muß neue Lehrberufe auch anbieten
St. Pölten, (SPI) – "Die Bewältigung der Umweltverschmutzung gehört
zu den drängendsten Herausforderungen in unserer Zeit. Aus diesem
Grund gilt seit langem die Umwelttechnik als die Zukunftsbranche
schlechthin. Der Reduktion von Stoff- und Energieströmen und der
Schließung von Stoffkreisläufen kommt entscheidende Bedeutung zu. In
Österreich wird das jährliche Abfallaufkommen derzeit auf ca. 39
Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt", stellte gestern St. Pöltens
Nationalrat Anton Heinzl, Mitglied des Umweltausschusses, im Rahmen
einer Rede im Hohen Haus fest.****
Um diese gigantische Menge Abfall zu bewältigen, brauchen wir
qualitativ gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb wurde unter anderem
auch der Lehrberuf des "Recycling- und Entsorgungstechnikers"
geschaffen. Die Umwelt-Industrie stellt heute einen wichtigen und
expandierenden Bereich in der österreichischen Wirtschaft dar. Rund
11.000 Arbeitnehmer sind derzeit in mehr als 250 österreichischen
Firmen primär mit
Umweltschutz und Umwelttechnologie befaßt. "Um so befremdlicher ist
es für mich, daß diesen durchaus imposanten Beschäftigtenzahlen und
den doch positiven wirtschaftlichen Ausblicken eine eklatant geringe
Anzahl an angebotenen Lehrplätze gegenüberstehen. Laut
Berufsbildungsbericht 1997 des Bundesministerium für Wirtschaft
standen 1996 z. B. lediglich 28 Lehrlinge in ganz Österreich für den
Ausbildungsversuch Recycling- u. Entsorgsungstechniker in Ausbildung.
Aber auch 1998 scheint es keine merkliche Zunahme beim
Lehrstellenangebot zu geben, obwohl es zwei neue Lehrberufe - nämlich
den/die Recycling- und Entsorgungsfachmann/fachfrau - gibt. In NÖ
sind derzeit im Bereich Abfall nur 2 Lehrlinge in Ausbildung",
kritisert Heinzl.
"Ich frage mich, wann sich endlich die Wirtschaft und die Betriebe
ihrer Verantwortung bewußt werden und die neuen und
zukunftsträchtigen Lehrberufe auch anbieten. Denn nur immer Kritik an
einer angeblich nicht zeitgemäßen oder bedarfsorientierten
Lehrlingsausbildung zu üben genügt nicht mehr. Die gesetzlichen
Voraussetzungen sind geschaffen – nun liegt es an den Unternehmen,
den Jugendlichen neue Chancen zu eröffnen", so Heinzl abschließend.
(Schluß) fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
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