Verleihung der Kulturpreise des Landes NÖ 1998

LH Pröll: Künstler und Wissenschafter als kreative Brückenköpfe

St.Pölten (NLK) - Bei der heutigen Kulturpreisverleihung des
Landes NÖ 1998 in der Shedhalle in St.Pölten sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, heute gehe es darum, Künstler und Wissenschafter, die die Farbigkeit und Würze des Landes ausmachten, vor den Vorhang zu bitten, ihr Werk ins Bewußtsein zu rücken und das niederösterreichische Kulturschaffen insgesamt einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Es sei jetzt 60 Jahre her, daß für das Land auf Jahre eine finstere Zeit angebrochen sei. Bücher wurden verbrannt, Künstler verbannt und die Verbleibenden oft als Propagandainstrumente mißbraucht, womit ein schwerer geistiger und kultureller Verlust für das Land einhergegangen sei. Solange er in diesem Land Verantwortung trage, betrachte er es als vornehmlichste Aufgabe, neue Tendenzen in diese Richtung im Keim zu ersticken und den Anfängen zu wehren. Wenn an die Geschichte anzuknüpfen sei, dann an den früheren gemeinsamen Kulturraum und die Achse Wien-Prag-Bratislava.

Künstler und Wissenschafter seien kreative und innovative Brückenköpfe einer vielfältigen lebendigen Kulturszene. Die NÖ Kulturpolitik habe sich zum Ziel gesetzt, Fleiß, Ausdauer und kreatives Potential in allen Regionen am Leben zu erhalten. Künstler und Wissenschafter hätten dabei die Funktion eines "Sauerteiges". Ihre Fähigkeit, Tendenzen, durchaus auch in kritischer Distanz, früher zu spüren und zum Ausdruck zu bringen, auf Eigenständigkeit und Weiterentwicklung zu achten und der Nivellierung entgegenzuarbeiten, sei die beste Voraussetzung für ein innovatives, kreatives und erfolgreiches Land. Ein größeres Europa habe nur dann Überlebenschancen, wenn auch die kleine Region überlebe. Das geistig-kulturelle Leben, die Pflege des kulturellen Erbes und die Förderung zeitgenössischer Kunst sei dabei ein wesentlicher Faktor.

Die Preisträger 1998 lauten:
Bildende Kunst: Ecke Bonk (Würdigungspreis), Brigitte Kordina und Marie Luise Lebschik (Anerkennungspreise);
Literatur: Hans Raimund (Würdigungspreis), Brigitte Wiedl und Susanne Fischer (Anerkennungspreise);
Wissenschaft: Univ.Prof. DDr. Floridus Röhrig und ao. Univ.Prof. Dr. Gernot Bretschko (Würdigungspreise), Mag. Anita Pöckl, ao. Univ.Prof. Dr. Thomas Winkelbauer, Univ.Doz. Mag. Dr. Andreas Chovanec und Mag. Rainer Vogler (Anerkennungspreise);
Musik: Harry Pepl (Würdigungspreis), Friedrich Keil und Elisabeth Schimana (Anerkennungspreise);
Erwachsenenbildung: Burghard Gaspar (Würdigungspreis), Dr. Robert Streibel und Franz Wiesenhofer (Anerkennungspreise);
Architektur: Arch. Hermann Czech (Würdigungspreis), Dipl.Ing. Dr. Wolfgang Krejs und Arch. Dipl.Ing. Rudolf Prohazka (Anerkennungspreise);
Künstlerisches Design (Sonderpreis): Firma Grundmann (Würdigungspreis), Michele Falchetto und Martin Krammer (Anerkennungspreise);
Medienkunst (Künstlerische Fotografie): Prof. Franz Hubmann (Würdigungspreis), Magdalena Frey und Robert F. Hammerstiel (Anerkennungspreise).
Die Kulturpreisträger werden vom 21. Oktober bis 22. November in der Shedhalle St.Pölten ihre Werke präsentieren.

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