FORMAT: Strafanzeige gegen Wolfgang Rieger: Der Coup war von langer Hand geplant

Die erste konkrete Spur führt nach Venezuela

Wien (OTS) - Der von Interpol weltweit gesuchte Bankier Wolfgang Rieger hat seinen Coup minutiös geplant. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Der Bankier hat zwei Tage vor dem Einbruch in die eigene Bank seinen anthrazitfarbenen BMW abgemeldet. Weitere acht Tage zuvor setzte er den wichtigsten Schritt. FORMAT zitiert aus der Strafanzeige: "Bemerkenswert ist, daß der Verdächtige von allen übrigen Mitarbeitern am 30.9.1998 die Tresorschlüssel eingesammelt hat." Damit war Rieger zum Tatzeitpunkt der einzige, der Zugang zum Tresor hatte.

Die Ermittler sind inzwischen davon überzeugt, daß Rieger über mehrere Helfer verfügte. Die Spurensicherung stellte am zweiten Tatort in der Wiener Biberstraße, dem Archiv und Lager der Bank, "Schleifspuren von Jutesäcken" fest. Insgesamt haben die Täter in den frühen Morgenstunden des zehnten Oktober 107 Millionen Schilling in bar, den Inhalt von 551 Aktenordnern sowie alle Datenträger der EDV-Anlage entwendet.

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Michael Sika, vermutet, daß der flüchtige Bankier mit falschen Papieren reist und bald gefunden wird: "Ich bin überzeugt, der Mann kommt zurück. Das hält er emotionell nicht aus."

FORMAT liegen auch erste konkrete Hinweise über die Fluchtroute Riegers vor. Der 43jährige Oberösterreicher soll sich in der vergangenen Woche drei Tage lang in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, aufgehalten haben.

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