• 18.10.1998, 10:30:20
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  • OTS0032

FORMAT: Strafanzeige gegen Wolfgang Rieger: Der Coup war von langer Hand geplant

Die erste konkrete Spur führt nach Venezuela

Wien (OTS) - Der von Interpol weltweit gesuchte Bankier Wolfgang
Rieger hat seinen Coup minutiös geplant. Dies berichtet das
Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Der Bankier hat zwei Tage vor dem Einbruch in die eigene Bank
seinen anthrazitfarbenen BMW abgemeldet. Weitere acht Tage zuvor
setzte er den wichtigsten Schritt. FORMAT zitiert aus der
Strafanzeige: "Bemerkenswert ist, daß der Verdächtige von allen
übrigen Mitarbeitern am 30.9.1998 die Tresorschlüssel eingesammelt
hat." Damit war Rieger zum Tatzeitpunkt der einzige, der Zugang zum
Tresor hatte.

Die Ermittler sind inzwischen davon überzeugt, daß Rieger über
mehrere Helfer verfügte. Die Spurensicherung stellte am zweiten
Tatort in der Wiener Biberstraße, dem Archiv und Lager der Bank,
"Schleifspuren von Jutesäcken" fest. Insgesamt haben die Täter in den
frühen Morgenstunden des zehnten Oktober 107 Millionen Schilling in
bar, den Inhalt von 551 Aktenordnern sowie alle Datenträger der
EDV-Anlage entwendet.

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Michael Sika,
vermutet, daß der flüchtige Bankier mit falschen Papieren reist und
bald gefunden wird: "Ich bin überzeugt, der Mann kommt zurück. Das
hält er emotionell nicht aus."

FORMAT liegen auch erste konkrete Hinweise über die Fluchtroute
Riegers vor. Der 43jährige Oberösterreicher soll sich in der
vergangenen Woche drei Tage lang in Caracas, der Hauptstadt
Venezuelas, aufgehalten haben.

nnnn

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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