Die Schweiz als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse 1998

Zürich/Frankfurt (OTS) - Ansprache von Werner Stocker, Präsident des Buchverleger-Verbandes der deutschsprachigen und rätoromanischen Schweiz anlässlich des Schweizer Empfangs vom 7.Oktober an der Frankfurter Buchmesse 1998.°

"Es ist für mich dieses Jahr zweifellos eine besondere Freude zu Ihnen sprechen zu dürfen, steht doch das Schweizer Verlagswesen und mit ihm die Schweizer Literatur im Mittelpunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Wir müssen sie als Mitinitiatoren dieses Auftritts natürlich fragen lassen, ob ein solcher Aufwand finanziell und personell gerechtfertigt ist. Ich meine aus Überzeugung ja. Die Literaturen der Schweiz sind in ihrer Art wie in ihren Sprachen derart vielfältig, dass sie es verdienen, an der wohl bedeutendsten Buchmesse ins Rampenlicht der Internationalen Fachwelt, der Medien und einer breiten Öffentichkeit zu treten.

Frankfurt ist ein Ereignis, wohin wir unsere Autoren als Botschafter der Literaturen entsenden, um das Publikum, die Verleger, die Literatur-Agenten, die Buchhändler, die Literaturkritiker und viele mehr zu entzücken, und letztlich von ihren Qualitäten und Grössen zu überzeugen. Allerdings entscheidet sich nicht ausschliesslich in diesen Tagen, was starke Literatur aus der Schweiz ist; das wird die Zukunft zeigen. Sicherlich spielt bei der Förderung eines Autors oder eines Titels das Marketing eine wesentliche Rolle. Dies fällt einem etablierten Verlag leichter als einem kleinen. Deshalb hat unser Verband (WDS) unlängst einen Vertriebspool gegründet und mit der Auslieferung Herold in München operativ begonnen. Damit wird für kleine und mittelgrosse Verlage eine gemeinsame Infrastruktur in Deutschland und später auch in Oesterreich geschaffen, um Vertriebs- und Auslieferungskosten zu rationalisieren, das Verlagsmarketing durch Gemeinschaftswerbung zu betreiben und die Schlagkraft durch gemeinsames Umsatzvolumen zu erhöhen.

Die Gastlandaktivitäten haben noch eine ganz wesentliche Nebenwirkung. Die engagierten Organisationen haben sich gegenseitig besser kennengelernt; dazu gehören das Bundesamt für Kultur, die Pro Helvetia, die Schriftstellerverbände und die Verlegerkollegen der Romandie und des Tessins. Das ist gut so, denn wir müssen gemeinsam überzeugen, dass ohne die Existenz der Preisbindung ein massiver Strukturwandel im Verlags- und Buchhandelswesen unumgänglich ist.

Der Gastauftritt war nur möglich dank grosser Unterstützung und persönlichem Einsatz vieler, denen ich ausdrücklich danken möchte."

Notiz an die Redaktionen:

Dieser Text wird im Auftrag des Buchverleger-Verbandes, Zürich, übermittelt. Rückfragen für die Schweiz: Buchverleger-Verband, Baumackerstrasse 42, CH-8050 Zürich, Herr Harry Heusser, Tel.#0041/1/318#64 50, Fax 0041/1/318 64 62, Internet: swissbooks.ch, e-mail: sbvv@swissbooks.ch; Rückfragen für Deutschland: Presseagentur Gudrun Schröder, Erhardtstrasse 8, München, Tel.#0049/89/201 40 10, Fax 0049/89/201 40 11,

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN/OTS