Ländergesetze sind für Hund und Katz

Tierhilfswerk Austria fordert Bundestierschutzgesetz

Wien (OTS) - 4.Oktober 1998, Welttierschutztag: seit demselben
Datum vergangenen Jahres hat sich bezüglich Tierschutzgesetz wenig getan. Noch immer fällt Tierschutz in die Kompetenz der neun Bundesländer, was oft dazu führt, daß ein und dieselbe Materie völlig untersc hiedlich geregelt wird. Ein Gesetzeswirrwarr ist die unvermeidliche Folge. Daher fordert das THWA (TIERHILFSWERK AUSTRIA) erneut die Schaffung eines klaren und strengen Bundestierschutzgesetzes, wie es 460.000 ÖsterreicherInnen per Volksbegehren wünschten.

Vor knapp einem Jahr unterzeichnete Österreich die vom Europarat in Straßburg initiierte Europäische Konvention zum Schutz der Heimtiere, die wesentliche Verbesserungen für die Haltung von Wohnungstieren vorsieht, ebenso wie das explizite Verbote des Kupi erens von Hundeohren- und Ruten.

Dazu Mag. Alexander Willer, Kampagnendirektor des THWA: "Leider scheiterte bisher eine Umsetzung dieser Konvention am bürokratischen Ablauf der Beschlußfassung in den Ländern. Die ÖVP möchte aus Angst um Kompetenzverlust ein Bundesgesetz immer noch verhin dern. Als Alternative werden sogenannte 15a-Verträge angeboten, die schon im Nutztierbereich keine substantielle Verbesserung brachten."

Wie unlogisch Tierschutz in Österreichs Bundesländern derzeit gehandhabt wird, machen folgende Unterschiede klar. Das Kupieren von Hundeohren ist in Niederösterreich, Salzburg und Wien immer noch erlaubt. Katzen die Krallen zu ziehen ist zwar im Burgenlan d, in Nieder- und Oberösterreich, in der Steiermark sowie in Tirol und Vorarlberg ausdrücklich verboten, im restlichen Österreich nicht. Und Hunde zur Gewinnung von Fleisch oder Fett zu töten ist lediglich in Kärnten, der Steiermark und in Tirol definitiv untersagt.

Mag. Willer weiter: "Besonders paradox macht sich die grausame Unlogik am Beispiel Krustentiere (Hummer, Krebse,etc.) bemerkbar. Eine Verordnung zum burgenländischen Tierschutzgesetz, § 7.2., aus dem Jahre 1995, schreibt vor: "Krustentiere...sind durch Einwerfen in kochendes Wasser zu töten." In Tirol dagegen steht in § 5.2.o des Tierschutzgesetzes von 1997: "Tierquälerei begeht insbesondere, wer lebende Hummer kocht..." Dazu kann nur mehr eins gesagt werden:
zügeln wir den Amtsschimmel und reiten wir auf ein Bundestierschutzgesetz zu."

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Seit Jahren laufen Organisationen wie das THWA, der Wiener Tierschutzverein unter Frau Loubè oder Humanitas Sturm gegen Willkürregulungen und Ignoranz in den Landestierschutzgesetzen. Die Zeit für ein Bundesgesetz ist mehr als reif, vor allem in Anbetracht des klaren Volksbegehrenvotums."

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