- 01.10.1998, 13:14:08
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Fischler in Slowenien: "Agrarmärkte ins Lot bringen, damit Einkommen nicht aus dem Lot geraten."=
Wien (OTS) - EU-Kommissar Franz Fischler bekräftigte heute
anläßlich des "Kongresses der Europäischen Landwirtschaft" in Laibach
die Notwendigkeit, Europa zu stärken, um das Wohlstandsgefälle in der
Gemeinschaft zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd
langfristig zu überwinden: "Eine starke Landwirtschaft und ein
starkes Europa können wir nur erreichen, wenn wir die notwendigen
Reformen durchführen, die wir in der Agenda 2000 vorgeschlagen
haben." Fischler betonte, daß die Osterweiterung durchaus
interessante Perspektiven für die Landwirtschaft auf beiden Seiten
biete. Einerseits zeige sich schon heute eine große Nachfrage nach
hochwertig veredelten Agrarprodukten in den Beitrittsländern,
andererseits seien die meisten Beitrittsländer durch ein
beeindruckendes Produktionspotential gekennzeichnet, das
marktorientiert entwickelt werden müsse.
In Anspielung auf die Probleme in Rußland und Asien sagte
Fischler: "Diese Entwicklungen verursachen zwar kurzfristig
Turbulenzen auf den Agrarmärkten, die Konsequenzen werden jedoch
schon bei mittelfristiger Betrachtung weitaus weniger dramatisch
sein. Auch bei gedämpftem Optimismus werden es die Länder außerhalb
der OECD sein, in denen wir die höchsten Wachstumsraten erwarten
dürfen." Die jüngsten Marktprognosen der Kommission zeigen, daß bei
einer Fortsetzung der bestehenden Agrarpolitik mit einem Anstieg der
Interventions-bestände bei Getreide auf 51 Mio. t und bei Rindfleisch
auf 1,5 Mio. t bis zum Jahr 2005 zu rechnen ist. "An der
Reformnotwendigkeit hat sich nichts geändert. Deshalb sehe ich auch
keine Notwendigkeit, an den Agenda 2000-Vorschlägen etwas zu
ändern.", unterstrich der Kommissar.
Die Devise der Zukunft laute, nicht für die staatliche
Intervention zu produzieren, sondern für den Markt. "Dafür zu sorgen,
daß die Einkommen der Bauern nicht aus dem Lot geraten", bezeichnete
Fischler als grobe Zukunftsaufgabe für die Agrarwirtschaft, genauso
wie "die Märkte durch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wieder
ins Lot zu bringen".
Beim europäischen Agrarmodell gäbe es durchaus Gemeinsamkeiten
zwischen Kommission und dem europäischen Verband der Landwirte und
ihrer Genossenschaften (COPA/COGECA), so Fischler weiter.
Multifunktionale Landwirtschaft gewährleiste eben nicht nur die
Versorgung der Verbraucher und der Verarbeitungsindustrie, sondern
auch die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, die Aufrechterhaltung
von Ökosystemen, die Erhaltung der Kulturlandschaft und die Beiträge
zu Infrastruktur und Beschäftigung im ländlichen Raum. Die
entscheidende Frage sei jedoch, wie dieses Modell zu stärken und zu
entwickeln sei und hier gäbe es große Unterschiede zwischen
COPA/COGECA und der EU-Kommission. Fischler betonte, daß die
Multifunktionalität nur durch eine Reform der Agrarpolitik
abzusichern sei.
"Eine Fortsetzung des Status quo ist keine geeignete Strategie,
weil das zwangsläufig zu neuen Überschüssen, schärferen
Produktionsauflagen und einer Abkoppelung von den Wachstumsmärkten
führen würde. Dies wird auch durch die gerade aktualisierten
Marktvorausschätzungen der Kommission bestätigt", schloß Fischler.
Rückfragehinweis: Kabinett Fischler, Gregor Kreuzhuber
Tel.: 00322/2966565
Website:
http://europa.eu.int/en/comm/dg06/com/htmfiles/welcome.htm
e-mail: kabinett-fischler@cab.cec.be
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