Fischler in Slowenien: "Agrarmärkte ins Lot bringen, damit Einkommen nicht aus dem Lot geraten."

Wien (OTS) - EU-Kommissar Franz Fischler bekräftigte heute anläßlich des "Kongresses der Europäischen Landwirtschaft" in Laibach die Notwendigkeit, Europa zu stärken, um das Wohlstandsgefälle in der Gemeinschaft zwischen Ost und West sowie zwischen Nord und Süd langfristig zu überwinden: "Eine starke Landwirtschaft und ein starkes Europa können wir nur erreichen, wenn wir die notwendigen Reformen durchführen, die wir in der Agenda 2000 vorgeschlagen haben." Fischler betonte, daß die Osterweiterung durchaus interessante Perspektiven für die Landwirtschaft auf beiden Seiten biete. Einerseits zeige sich schon heute eine große Nachfrage nach hochwertig veredelten Agrarprodukten in den Beitrittsländern, andererseits seien die meisten Beitrittsländer durch ein beeindruckendes Produktionspotential gekennzeichnet, das marktorientiert entwickelt werden müsse.

In Anspielung auf die Probleme in Rußland und Asien sagte Fischler: "Diese Entwicklungen verursachen zwar kurzfristig Turbulenzen auf den Agrarmärkten, die Konsequenzen werden jedoch schon bei mittelfristiger Betrachtung weitaus weniger dramatisch sein. Auch bei gedämpftem Optimismus werden es die Länder außerhalb der OECD sein, in denen wir die höchsten Wachstumsraten erwarten dürfen." Die jüngsten Marktprognosen der Kommission zeigen, daß bei einer Fortsetzung der bestehenden Agrarpolitik mit einem Anstieg der Interventions-bestände bei Getreide auf 51 Mio. t und bei Rindfleisch auf 1,5 Mio. t bis zum Jahr 2005 zu rechnen ist. "An der Reformnotwendigkeit hat sich nichts geändert. Deshalb sehe ich auch keine Notwendigkeit, an den Agenda 2000-Vorschlägen etwas zu ändern.", unterstrich der Kommissar.

Die Devise der Zukunft laute, nicht für die staatliche Intervention zu produzieren, sondern für den Markt. "Dafür zu sorgen, daß die Einkommen der Bauern nicht aus dem Lot geraten", bezeichnete Fischler als grobe Zukunftsaufgabe für die Agrarwirtschaft, genauso wie "die Märkte durch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wieder ins Lot zu bringen".

Beim europäischen Agrarmodell gäbe es durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Kommission und dem europäischen Verband der Landwirte und ihrer Genossenschaften (COPA/COGECA), so Fischler weiter. Multifunktionale Landwirtschaft gewährleiste eben nicht nur die Versorgung der Verbraucher und der Verarbeitungsindustrie, sondern auch die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, die Aufrechterhaltung von Ökosystemen, die Erhaltung der Kulturlandschaft und die Beiträge zu Infrastruktur und Beschäftigung im ländlichen Raum. Die entscheidende Frage sei jedoch, wie dieses Modell zu stärken und zu entwickeln sei und hier gäbe es große Unterschiede zwischen COPA/COGECA und der EU-Kommission. Fischler betonte, daß die Multifunktionalität nur durch eine Reform der Agrarpolitik abzusichern sei.

"Eine Fortsetzung des Status quo ist keine geeignete Strategie, weil das zwangsläufig zu neuen Überschüssen, schärferen Produktionsauflagen und einer Abkoppelung von den Wachstumsmärkten führen würde. Dies wird auch durch die gerade aktualisierten Marktvorausschätzungen der Kommission bestätigt", schloß Fischler.

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