- 22.09.1998, 12:12:33
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WKÖ-Präsident Maderthaner empfängt Prinz Philippe von Belgien
Philippe mit Wirtschaftsdelegation zum Belgien-Tag in der WKÖ Maderthaner: Belgien-Exporte heuer bis Mai um 14,5% gestiegen
PWK - Der belgische Thronfolger Prinz Philippe von Belgien
eröffnete am Dienstag, dem 22. September, gemeinsam mit WKÖ-Präsident
Leopold Maderthaner das Firmenseminar "EU-Partnerland Belgien" in der
Wirtschaftskammer Österreich. Philippe kam an der Spitze einer
hochrangigen Wirtschaftsdelegation, der unter anderem der
Vizepremierminister und Wirtschaftsminister Belgiens, Elio Di Rupo,
der Präsident des belgischen Unternehmerverbandes Karel Boone sowie
Vertreter namhafter Großkonzerne angehörten. ****
Kronprinz Philippe strich besonders die vielfältigen Verbindungen
historischer, künstlerischer und wirtschaftlicher Natur zwischen
Belgien und Österreich heraus. "Beide Länder haben sich zu Kompetenz-
Zentren mit weltweitem Ruf entwickelt". Österreich habe vor allem im
Handel mit Zentral- und Osteuropa eine einzigartige Schlüsselrolle
über. "Belgien zählt auf diese weitreichende Erfahrung und ist offen
für Kooperationen mit österreichischen Unternehmen auf den
verschiedensten Gebieten", betonte der Thronfolger.
Präsident Maderthaner berichtete über die kontinuierlich
steigenden Exportzahlen der österreichischen Wirtschaft und die
positive Entwicklung bei Österreichs Belgien-Lieferungen. "Von Jänner
bis Mai des heurigen Jahres stiegen die Ausfuhren nach Belgien um
erfreuliche 14,5 Prozent". Die heimischen Unternehmen nützen
zusehends ihre Exportchancen, "auch wenn wir noch lange nicht an die
weltweit höchste Exportquote Belgiens von 68,3 Prozent des BIP
heranreichen werden". Aber die Möglichkeiten für Kooperationen
zwischen österreichischen und belgischen Unternehmen seien noch lange
nicht ausgeschöpft und werden bei den beiden EU-Partnerländern, die
über eine relativ ähnliche Wirtschaftsstruktur verfügen, gewiss noch
zunehmen.
Dieser Meinung schloss sich auch der belgische Wirtschaftsminister
Elio Di Rupo an. Vor allem die gemeinsame Europa-Währung werde die
Gründungen europäischer strategischer Allianzen vorantreiben. "Der
schärfere Konkurrenzdruck macht eine gewisse Größe für Unternehmen
immer wichtiger. Legen wir die österreichischen und belgischen
Erfahrungswerte zusammen, um international noch wettbewerbsfähiger zu
sein", so Rupo.
Die Wirtschaftslage Belgiens ist vielversprechend. Für 1998
rechnet Rupo mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der
Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion von 2,8 Prozent. Bei der
Arbeitslosenrate sollte es gelingen, diese von 9,3 Prozent im Jahr
1997 im kommenden Jahr auf 8 Prozent zu senken, zeigte sich der
Wirtschaftsminister überzeugt. Im Außenhandel zwischen Österreich und
Belgien gebe es noch einen großen Spielraum nach oben.
Derzeit ist Belgien Österreichs zwölftwichtigster Handelspartner.
1997 betrug das bilaterale Handelsvolumen rund 31 Mrd Schilling. Die
österreichischen Lieferungen nach Belgien, die im Vorjahr 12,2 Mrd
Schilling erreichten, haben seit dem EU-Beitritt Österreichs kräftig
zugenommen und zwar jährlich um fast 14 Prozent. Die Einfuhren aus
Belgien - 1997: 18,8 Mrd Schilling - entwickelten sich seit der EU-
Mitgliedschaft hingegen mit durchschnittlich 6 Prozent wesentlich
moderater. Von Jänner bis Mai 1998 war hier ein Anstieg von 3,7
Prozent festzustellen. Österreichs traditionelles
Handelsbilanzdefizit mit Belgien, das vorwiegend auf PKW-Einfuhren
zurückzuführen ist, welche von den weltgrößten Automobilherstellern
in Belgien produziert werden, konnte so etwas verbessert werden.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Ernst Huber
Wirtschaftskammer Österreich
Europa-Referat IV
Tel. 50105 DW 4413
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