Gewerbeverein: Stummvoll bei Abfertigungen nicht nachvollziehbar

Wien (OTS) - Kein Verständnis kann der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) als Vertretung der KMU Österreichs für die Aussage von Kammer-Generalsekretär Stummvoll aufbringen, "daß für ihn Abfertigungen bei Selbstkündigung des Mitarbeiters kein Tabu seien".

+ Generalsekretär Stummvoll denkt hier wahrscheinlich zu sehr an seine multinationale Klientel, die für Abfertigungen und sonstige Abfindungszahlungen stets genug Geld hatte. In Wien soll es Frisöre geben, die nicht in Pension gehen können, weil sie die bisher geltende Abfertigungsvariante nicht finanzieren können.

+ Geschichtlich ist die Abfertigung - als österreichisches Unikat -entstanden, als nach dem Ersten Weltkrieg zuviele Arbeitsplätze aus Rest-Österreich entschwunden sind. Daraus heute ein universelles Recht zu machen, ist nicht nachvollziehbar. Die Stummvoll-Argumentation folgt offensichtlich der Gewerkschafts-Doktrin, daß Abfertigung "vorenthaltener Arbeitslohn" ist.

+ Wie paradox die Stummvoll-Sicht wohl ist, kann vordergründig leicht erkannt werden: Viele Unternehmer bedauern sehr Selbstkündigungen -sie können sogar den Bestand eines mittelständischen Unternehmens gefährden. Dafür soll nun noch eine "Verlassens-Prämie" bezahlt werden; offensichtlich eine Anleihe am geplanten Scheidungsrecht und der darin enthaltenen Alimentenvariante bei Verschulden.

Es ist wohl schick, sich heute ab und zu als Querdenker zu präsentieren. Wenig Verständnis hat der ÖGV dafür, wenn KMU dafür in ihrer Existenz gefährdet werden.

+ Kreativ wäre, wenn die bei Pensionierung anfallende gesetzliche Abfertigung (auch sie ist ja bereits fern vom ursprünglichen Abfertigungsmotiv) in eine Altersversorgung umgewandelt werden würde. Aber nur jene Abfertigung und nicht die von Selbstkündigern.

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