ARBÖ: Plötzlich stand ein Reh vor meinem Auto

Wien (ARBÖ) - Herbstzeit - Wildzeit - Unfallzeit. Alljährlich finden Rehe & Co. auf den abgeernteten Feldern keine Deckung mehr und verirren sich - auf der Suche nach einem Unterstand - oft auf die Fahrbahn. "Richtiges Reagieren ist daher für Kraftfahrer lebenswichtig", warnt der ARBÖ.

So reagieren Sie bei Wildwechsel richtig:

* Vorsicht ist vor allem auf wenig befahrenen Nebenstraßen

geboten. Besonders bei Übergängen zwischen Feld und Wald,
aber auch in Waldbereichen und bei Obstgärten den Überblick bewahren.

* Wenn Rehwild die Straße quert, empfiehlt es sich, das

Abblendlicht einzuschalten und mehrmals zu hupen. Keine Dauerhupe. Unbedingt verzichten sollte man darauf, das
Fernlicht einzusetzen. Das Wild wird dadurch irritiert und unterbricht dann mitten auf der Fahrbahn seine Flucht.

* Ganz wichtig: Das Fahrzeug niemals verreißen. Keine

Notbremsungen versuchen oder mit dem Lenkrad Haken schlagen.

* Falls es zum Zusammenstoß mit dem Tier kommt: Polizei oder

Gendarmerie verständigen. Keinesfalls den Unfall
verschweigen, darauf steht eine Geldstrafe von bis zu
30.000 Schilling. Das Mitnehmen von toten Tieren unbedingt unterlassen, Sie machen sich des Diebstahles schuldig.

Vor den finanziellen Folgen eines Wildschadens schützen kann
man sich durch Abschluß eines ARBÖ-Sicherheits-Passes. Dieser vergütet Schäden bis zu 8.000 Schilling. Unter Umständen kann ein Fahrzeuglenker den entstandenen Schaden wie zum Beispiel die Reparatur am eigenen Auto bei der Republik Österreich einfordern, sie haftet nämlich für den Zustand einer Straße und damit im weitesten Sinn auch für erforderliche Maßnahmen zur Vermeidung von Wildunfällen. Voraussetzung ist allerdings der Nachweis eines grob fahrlässigen Verschuldens seitens des Straßenhalters.

"Wenn nachgewiesen werden kann, daß an jener Stelle, an der sich ein Wildunfall ereignet hat, des öfteren solche Unfälle passieren, und die Stelle nicht entsprechend gekennzeichnet und gesichert ist, muß der Straßenhalter den Schaden am Pkw des Autofahrers ersetzen", erläutert ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert.

Im Klartext: Wird an einer Stelle, die als besonders unfallträchtig gilt, kein Warnschild aufgestellt, und wird das
Wild nicht am Überqueren der Fahrbahn behindert - etwa durch Zäune -, so kann der Republik in diesem Falle grob fahrlässiges
Verhalten attestiert werden. Der Staat muß dann zahlen.

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