• 22.09.1998, 10:56:37
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  • OTS0092

EU will mehr für kleine und mittlere Unternehmen tun

Runder Tisch über die Zukunft der europäischen Politik zugunsten der KMU und des Handwerks brachte wichtige Impulse

Wien (Pwk) - Die Europäische Union will mehr für die kleinen und
mittleren Unternehmen tun. Das ist kurzgesagt das Ergebnis eines
Round-Table-Gesprächs über die Zukunft der europäischen Politik
zugunsten der KMU und des Handwerks am Montag in Baden.
Wirtschaftsminister Farnleitner ist es gelungen, dass im Rahmen des
europäischen Forums "KMU in der Wachstumsphase - Schlüsselfaktoren
zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit" erstmals die europäischen
KMU-Minister gemeinsam mit Vertretern der Spitzenverbände des
Handwerks und der EU-Kommission über die Probleme und Anliegen der
kleinen und mittleren Unternehmen diskutierten. An den Gesprächen
nahmen neben EU-Kommissar Christos Papoutsis auch WKÖ-Generalsekretär
Günter Stummvoll und der Obmann der Bundessektion Gewerbe und
Handwerk, Friedrich Achleitner, teil. ****

"Ganz Europa setzt auf die Wirtschaftskraft der kleinen und
mittleren Unternehmen. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit
gerade die KMU ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und neue
Arbeitsplätze schaffen können. Das Round-Table-Gespräch hat dafür
wertvolle Impulse geliefert", sagte WKÖ-Generalsekretär Günter
Stummvoll im Rahmen der Veranstaltung. Konkret soll die
Schattenwirtschaft effizienter bekämpft, die Betriebe von Bürokratie
befreit, Unternehmensübergaben erleichtert und die Einflussnahme der
KMU am Europäischen Sozialen Dialog gesichert werden. Weitere
Schwerpunkt sind KMU-freundliche Rahmenbedingungen für die
Internationalisierung, Unternehmensfinanzierungen und die Aus- und
Weiterbildung.

Stummvoll betonte, dass gerade die KMU in Europa durch eine
überbordende Schattenwirtschaft schwer unter Druck geraten sind, die
mittlerweile das erschreckende Ausmaß von 11,7% des BIP erreicht hat.
"Dieses Problem werden wir weder durch das Strafrecht noch durch
willkürliche Behördenzugriffe lösen. Nur wenn wir das
wettbewerbsverzerrende private Pfuschertum verhindern, können wir die
Schattenwirtschaft wirksam bekämpfen". Einig waren sich die
Teilnehmer am runden Tisch, dass zur Bekämpfung der
Schattenwirtschaft eine generelle Reduzierung von Steuern und Abgaben
entscheidend ist.

Bundessektionsobmann Friedrich Achleitner wies darauf hin, dass in
der Vergangenheit die Stimme der KMU in der Europäischen Union nur
selten gehört wurde. "Ich bin daher sehr froh, dass
Wirtschaftsminister Farnleitner nicht wie viele andere nur redet,
sondern auch handelt, um die Rahmenbedingungen für die kleinen und
mittleren Unternehmen in Europa zu verbessern. Das hat er mit seiner
Initiative in Baden wieder einmal bewiesen", sagte Friederich
Achleitner.

Besonders die steuerliche Entlastung bei Betriebsübergaben liegt
dem Bundessektionsobmann am Herzen. Wirtschaftsminister Farnleitner
kündigte in Baden an, dass eine diesbezügliche Richtlinie bereits
europaweit diskutiert werde, die nicht nur Familienangehörige,
sondern auch Mitarbeiter und andere Personen einbezieht. "Ich bin
froh, dass sich die Teilnehmer am Round-table darüber einig waren,
dass das Betriebsvermögen in Zukunft von der Erbschafssteuer
entlastet und eine Unternehmensübertragungen gleich wie eine
Unternehmensgründungen behandelt werden soll", sagte Achleitner. Der
Bundessektionsobmann erinnerte daran, dass in den nächsten Jahren
europaweit rund 5 Mio Unternehmensübertragungen anstehen, wobei zu
erwarten ist, dass etwa 30% dieser Unternehmen aufgrund einer
schlechten Vorbereitung der Übergabe und der steuerlichen Belastungen
verschwinden werden. 6,3 Mio Arbeitsplätze sind dadurch gefährdet.
(Schluß) MH

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