EU will mehr für kleine und mittlere Unternehmen tun

Runder Tisch über die Zukunft der europäischen Politik zugunsten der KMU und des Handwerks brachte wichtige Impulse

Wien (Pwk) - Die Europäische Union will mehr für die kleinen und mittleren Unternehmen tun. Das ist kurzgesagt das Ergebnis eines Round-Table-Gesprächs über die Zukunft der europäischen Politik zugunsten der KMU und des Handwerks am Montag in Baden. Wirtschaftsminister Farnleitner ist es gelungen, dass im Rahmen des europäischen Forums "KMU in der Wachstumsphase - Schlüsselfaktoren zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit" erstmals die europäischen KMU-Minister gemeinsam mit Vertretern der Spitzenverbände des Handwerks und der EU-Kommission über die Probleme und Anliegen der kleinen und mittleren Unternehmen diskutierten. An den Gesprächen nahmen neben EU-Kommissar Christos Papoutsis auch WKÖ-Generalsekretär Günter Stummvoll und der Obmann der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, Friedrich Achleitner, teil. ****

"Ganz Europa setzt auf die Wirtschaftskraft der kleinen und mittleren Unternehmen. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit gerade die KMU ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und neue Arbeitsplätze schaffen können. Das Round-Table-Gespräch hat dafür wertvolle Impulse geliefert", sagte WKÖ-Generalsekretär Günter Stummvoll im Rahmen der Veranstaltung. Konkret soll die Schattenwirtschaft effizienter bekämpft, die Betriebe von Bürokratie befreit, Unternehmensübergaben erleichtert und die Einflussnahme der KMU am Europäischen Sozialen Dialog gesichert werden. Weitere Schwerpunkt sind KMU-freundliche Rahmenbedingungen für die Internationalisierung, Unternehmensfinanzierungen und die Aus- und Weiterbildung.

Stummvoll betonte, dass gerade die KMU in Europa durch eine überbordende Schattenwirtschaft schwer unter Druck geraten sind, die mittlerweile das erschreckende Ausmaß von 11,7% des BIP erreicht hat. "Dieses Problem werden wir weder durch das Strafrecht noch durch willkürliche Behördenzugriffe lösen. Nur wenn wir das wettbewerbsverzerrende private Pfuschertum verhindern, können wir die Schattenwirtschaft wirksam bekämpfen". Einig waren sich die Teilnehmer am runden Tisch, dass zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft eine generelle Reduzierung von Steuern und Abgaben entscheidend ist.

Bundessektionsobmann Friedrich Achleitner wies darauf hin, dass in der Vergangenheit die Stimme der KMU in der Europäischen Union nur selten gehört wurde. "Ich bin daher sehr froh, dass Wirtschaftsminister Farnleitner nicht wie viele andere nur redet, sondern auch handelt, um die Rahmenbedingungen für die kleinen und mittleren Unternehmen in Europa zu verbessern. Das hat er mit seiner Initiative in Baden wieder einmal bewiesen", sagte Friederich Achleitner.

Besonders die steuerliche Entlastung bei Betriebsübergaben liegt dem Bundessektionsobmann am Herzen. Wirtschaftsminister Farnleitner kündigte in Baden an, dass eine diesbezügliche Richtlinie bereits europaweit diskutiert werde, die nicht nur Familienangehörige, sondern auch Mitarbeiter und andere Personen einbezieht. "Ich bin froh, dass sich die Teilnehmer am Round-table darüber einig waren, dass das Betriebsvermögen in Zukunft von der Erbschafssteuer entlastet und eine Unternehmensübertragungen gleich wie eine Unternehmensgründungen behandelt werden soll", sagte Achleitner. Der Bundessektionsobmann erinnerte daran, dass in den nächsten Jahren europaweit rund 5 Mio Unternehmensübertragungen anstehen, wobei zu erwarten ist, dass etwa 30% dieser Unternehmen aufgrund einer schlechten Vorbereitung der Übergabe und der steuerlichen Belastungen verschwinden werden. 6,3 Mio Arbeitsplätze sind dadurch gefährdet. (Schluß) MH

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