AK Benzinpreis-Erhebung: Schlapper Wettbewerb und einheitliche Preise in den Bundesländern

Wien (OTS) - "Die Rohölpreise befinden sich - trotz des
Anstiegs in der letzten Woche - nach wie vor auf einem Tiefstand. Die Konsumenten spüren beim Tanken kaum etwas," übt die AK Wien Kritik an der Preisgestaltung. Das bestätigt auch die neueste AK-Treibstoffpreis-Analyse: In den westlichen Bundesländern ist
Benzin teuer, und es herrscht geringer Wettbewerb. In Wien, Niederösterreich und der Steiermark ist die Situation
erfreulicher: Bei den einzelnen Benzinsorten wurden Preisunterschiede zwischen ein und 2,5 Schilling geortet. Das
ergab eine bundesweite Benzinpreis-Analyse der AK im August bei 1.673 Tankstellen. Die AK kritisiert, daß ihre Forderung nach
einem transparenten Benzinmarkt vom Wirtschaftsminister immer noch nicht erfüllt wurde. Den Konsumenten rät die AK, Preisvergleiche anzustellen. ****

Die Durchschnittspreise aller Benzinsorten sind in Österreich im Vergleich zum Mai 1998 leicht gesunken. Normalbenzin wurde im Schnitt um 16 Groschen billiger, Eurosuper um 13 Groschen. Der Preisrückgang bei Super Plus betrug durchschnittlich vier
Groschen, bei Diesel sogar durchschnittlich 19 Groschen. Aber: Es gibt wieder weniger Wettbewerb, die Preiskonzentrationen haben bei Normalbenzin, Super plus und Diesel stark zugenommen, zeigt die AK Analyse im Vergleich zur Mai-Erhebung.

Starkes Ost-West-Gefälle
Die Erhebung der AK zeigt, daß der Wettbewerb im Osten Österreichs wesentlich stärker ausgeprägt ist als im Westen, obwohl sich seit Mai die Preise wieder zu vereinheitlichen begannen. Vorarlberg, Tirol und Kärnten weisen mit Abstand noch immer die höchste Preiskonzentration auf.

Für einen Liter Eurosuper verlangen in

Burgenland 28 Prozent der Tankstellen 11,36 S (Mai: 27 %)
Kärnten 31 Prozent 11,35 S (Mai: 18 %)
NÖ 9 Prozent 10,50 S (Mai: 7 %)
OÖ 22 Prozent 11,25 S (Mai: 18 %)
Salzburg 30 Prozent 11,18 S (Mai: 35 %)
Steiermark 19 Prozent 11,20 S (Mai: 15 %)
Tirol 32 Prozent 11,36 S (Mai: 38 %)
Vorarlberg 53 Prozent 10,98 S (Mai: 61 %)
Wien 18 Prozent 10,45 S (Mai: 6 %)

Für einen Liter Diesel verlangen in

Burgenland 28 Prozent der Tankstellen 8,78 S (Mai: 29 %)
Kärnten 41 Prozent 8,78 S (Mai: 18 %)
NÖ 7 Prozent 8,75 S (Mai: 7 %)
OÖ 19 Prozent 8,55 S (Mai: 16 %)
Salzburg 32 Prozent 8,73 S (Mai: 36 %)
Steiermark 22 Prozent 8,45 S (Mai: 16 %)
Tirol 51 Prozent 8,78 S (Mai: 39 %)
Vorarlberg 53 Prozent 8,69 S (Mai: 57 %)
Wien 11 Prozent 8,25 S (Mai: 8 %)

Preisvorteile bei mehr Wettbewerb
Die durchschnittlichen Preisunterschiede zwischen dem billigsten Bundesland Wien und dem teuersten Bundesland Tirol betragen bei Eurosuper je Liter 73 Groschen, bei Normalbenzin 57 Groschen, bei Diesel 45 Groschen und bei Super plus 45 Groschen. Im Vergleich
zur Mai-Erhebung sind die Werte jedoch geringfügig gesunken.

"In Bundesländern mit mehr Wettbewerb entstehen klare
Preisvorteile für die Konsumenten," sagt die AK. Daher fordert die Arbeiterkammer zum wiederholten Mal die Förderung des Wettbewerbs durch höhere Markttransparenz. Als Instrument dafür wurde schon am Benzingipfel im letzten Herbst die regelmäßige Veröffentlichungen der 20 billigsten und der 20 teuersten Tankstellen in jedem Bundesland vereinbart. Der Wirtschaftsminister hat es aber bis
heute verabsäumt, die Mineralölwirtschaft zur Umsetzung dieser Vereinbarung zu bewegen, kritisiert die AK und empfiehlt allen Konsumenten, die Preise an den Tankstellen zu vergleichen.

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