Jagenberg AG: Paragraph 15 WpHG-Mitteilung

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Aktionärsbrief der Jagenberg AG Jagenberg behauptet sich 1998 trotz der Turbulenzen

Großauftrag abgerechnet

Trotz der anhaltenden Turbulenzen an den asiatischen Finanzmärkten sowie der Wirtschafts- und Finanzkrise in Rußland behauptet sich Jagenberg im 120. Jahr seines Bestehens gut. Die Entwicklung der Auftragslage im ersten Halbjahr 1998 verlief entsprechend den Erwartungen und Planungen. Durch die Abrechnung eines Großauftrages mit einem asiatischen Kunden über mehr als 80 Mio. DM konnte der Umsatz des ersten Halbjahres 1998 im Vorjahresvergleich sogar um 11,2% erfreulich gesteigert werden.

Standort in der Slowakei eingeweiht

Entsprechend der Strategie, eine weitere Kostenentlastung unserer Produkte durch Zukauf und Fertigung im Ausland zu erreichen, wurde im Juni 1998 ein eigener Fertigungs- und Montagestandort in der Slowakei eingeweiht. 130 Mitarbeiter fertigen dort Teile und montieren Baugruppen und Maschinen für die Gesellschaften der Jagenberg-Gruppe.

"Mit Innovation zum Erfolg"

Die Resonanz auf die im Frühjahr 1997 gestartete Innovationskampagne übertraf durch die Qualität der eingereichten Ideen unsere Erwartungen. Der Vorstand entschloß sich deshalb zur Bereitstellung weiterer Preise, die anläßlich einer internen Feier zum 120-jährigen Firmenjubiläum überreicht wurden. Die Zielsetzung, Jagenberg "mit Innovation zum Erfolg" zu führen, gilt selbstverständlich unverändert weiter. So wurde der SYNCHRO, ein Querschneider mit völlig neuer Technologie im Rahmen dieser Kampagne entwickelt, gebaut, getestet und bereits mehrfach verkauft. Kleine Roller für den Verarbeitermarkt haben uns zudem ein bisher nicht erschlossenes neues Marktsegment eröffnet. Ein technisch völlig neues Konzept im Bereich Streichmaschinen ist zur Zeit in der Testphase. Die Umstellung der Software auf SAP R/3 als Voraussetzung zur Optimierung interner Abläufe aber auch als Basis für die Umstellung auf den "Euro" und die Abbildung des Jahrtausendwechsels tritt mit externer Unterstützung und hohem Mitarbeitereinsatz in die Endphase.

Umsatz und Gesamtleistung

Im ersten Halbjahr 1998 steigerte die Jagenberg-Gruppe den Umsatz im Vorjahresvergleich um 11,2% auf 443,3 Mio. DM. Der Umsatzzuwachs ging mit einem Abbau der Bestände einher. Die Gesamtleistung lag mit 468,7 Mio. DM leicht über dem Vorjahreswert von 464,9 Mio. DM und damit auf einem zufriedenstellenden Niveau. Der Auslandsanteil am Umsatz erhöhte sich aufgrund des abgerechneten Großprojektes für China auf 77,0% nach 70,9% im 1. Halbjahr 1997. Im Geschäftsbereich Papiertechnik konnte der Umsatz um 17,1% auf 274,3 Mio. DM gesteigert werden. Der Anteil am Umsatz der Jagenberg-Gruppe betrug damit 61,9% (Vorjahr: 58,7%). Mit 137,0 Mio. DM verbesserte auch der Geschäftsbereich Verpackungstechnik den Vorjahreswert abermals (+2,9%). Dieser Bereich trug mit 30,9% zum Umsatz der Gruppe bei. Der Geschäftsbereich Fertigungstechnik, der überwiegend die Gesellschaften der Jagenberg-Gruppe beliefert, sowie die Jagenberg AG und ihre ausländischen Vertriebsgesellschaften erzielten einen konsolidierten Umsatz von 3,7 Mio. DM (+ 8,8%) bzw. 28,3 Mio. DM (+ 1,4%).

1. Halbjahr 1. Halbjahr 1998 1997 Umsatz in Mio. DM 443,3 398,7 Auslandsanteil in % 77,0 70,9

Auftragslage

Der Auftragseingang lag im 1. Halbjahr 1998 mit 508,9 Mio. DM leicht unter dem hohen Vorjahreswert von 528,8 Mio. DM. Der Geschäftsbereich Papiertechnik, der 1997 noch größere Asienprojekte verbuchen konnte, schloß Aufträge von 307,7 Mio. DM (Vorjahr: 336,5 Mio. DM) ab. Hier wirkten sich der Order- Rückgang aus Asien und die beruhigte Investitionsneigung im nordamerikanischen Markt aus, in dem Übernahmen und Allianzen die Kaufentscheidungen hemmen. Sehr erfreulich entwickelte sich der Auftragseingang im Geschäftsbereich Verpackungstechnik. Mit 162,4 Mio. DM wurde der Vorjahreswert noch einmal verbessert (+2,1%). Im Geschäftsbereich Fertigungstechnik lag der Auftragseingang mit konzernfremden Kunden mit 4,2 Mio. DM auf der Höhe des Vorjahres. Die Jagenberg AG und die ausländischen Vertriebstöchter erhielten Aufträge über 34,6 Mio. DM, d.h. 20,6% mehr als im Vorjahr. 1. Halbjahr 1. Halbjahr 1998 1997 Auftragseingang in Mio. DM 508,9 528,8 Auftragsbestand in Mio. DM 550,7 635,6

Der Auftragsbestand reduzierte sich zum 30. Juni 1998 im Vorjahresvergleich von 635,6 Mio. DM auf 550,7 Mio. DM, was im wesentlichen durch die Auslieferung des erwähnten Großauftrags nach Asien bedingt ist.

Ertragslage

Trotz des gesteigerten Umsatzes und einer gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres nahezu unveränderten Gesamtleistung betrug das betriebliche Ergebnis -18,9 Mio. DM (Vorjahr: -7,7 Mio. DM). Das Ergebnis vor Ertragsteuern lag bei -22,4 Mio. DM (Vorjahr:
-11,0 Mio. DM).

1. Halbjahr 1. Halbjahr 1998 1997 Betriebliches Ergebnis in Mio. DM -18,9 -7,7 Ergebnis vor Steuern in Mio. DM -22,4 -11,0

Anmerkung: Im betrieblichen Ergebnis sind 1998 erstmals die sonstigen Steuern enthalten. Die Vorjahreswerte wurden angepaßt.

Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Abwicklung des Großauftrags, Aufwendungen aus der Einführung der neuen Standard-Software SAP R/3 - die Gesamtkosten dieses Projektes liegen bei mehr als 10 Mio. DM - aber auch eine Tendenz zur marktbedingten Verschlechterung der Preisqualität waren die wesentlichen Einflußgrößen für die Veränderung. Traditionell ist das Halbjahresergebnis aufgrund des unterproportionalen Umsatzverlaufs im ersten Halbjahr negativ. Mit einer deutlich überproportionalen Umsatzentwicklung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 1998 wird Jagenberg jedoch das erwartete positive Jahresergebnis erreichen.

Mitarbeiter

In der Jagenberg-Gruppe waren zum 30. Juni 1998 3.566 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.563 Mitarbeiter) beschäftigt. Im Ausland waren 932 oder 26,1% aller Mitarbeiter tätig. Die Zahl der im Inland Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich leicht auf 2.643 Mitarbeiter (+ 1,2%) an. Der Personalaufwand erhöhte sich im 1. Halbjahr 1998 gegenüber dem Vorjahr um 3,3% auf 178,1 Mio. DM.

Ausblick

Die Jagenberg-Gruppe wird sich der verhaltenen Marktentwicklung in Fernost trotz der positiven Auftragseingänge aus dem Inland und den westeuropäischen Nachbarländern nicht völlig entziehen können. Mit der verstärkten Markteinführung neuer Produkte wollen wir den weltwirtschaftlichen Tendenzen entgegenwirken. Das Umsatzziel für 1998 ist 1,1 Mrd. DM (+3,2%). Wir halten an diesem Ziel fest, wie auch an unserer Ergebniserwartung, die auf der guten Höhe des Vorjahres liegt. Die schwierige weltwirtschaftliche Situation, die sich aus der Kumulation der politischen und wirtschaftlichen Krisen in Südostasien und Rußland ergeben hat, kann im Rahmen unseres Risiko-Managements dazu führen, im Jahresabschluß 1998 entsprechende Vorsorge treffen zu müssen

Ende der Mitteilung --------------------------------------------------------------------- Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

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