• 24.08.1998, 12:57:18
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Neue Erkenntnisse bei der Behandlung / Erfolgreicher Kampf gegen Herztod / Internationale Studie zeigt neues Einsatzfeld für das Medikament Bisoprolol=

Darmstadt/Wien (ots) - Durch die zusätzliche Einnahme des
Betablockers Bisoprolol kann die Sterblichkeit bei chronischer
Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) um mehr als ein Drittel gesenkt
werden. Dieses Ergebnis einer großen internationalen Studie
präsentierte Studienleiter Professor Henri Dargie, Glasgow, am
Wochenende im Rahmen des Europäischen Kardiologenkongresses in Wien.
Er wies dabei auf die deutlich verbesserte Überlebensrate der
betroffenen Patienten hin.

Bisoprolol wurde von der Merck KGaA, Darmstadt, entwickelt, und
gehört zu den weltweit führenden Produkten seiner Art. Es wird noch
in diesem Jahr in der Therapie von Herzinsuffizienz zur Zulassung
eingereicht. Nach der Zulassung wird Bisoprolol in der neuen
Indikation zur Verfügung stehen, und zwar auch in wesentlich
niedrigeren Dosierungen als die derzeit für die Behandlung des
Bluthochdrucks und der Angina pectoris angewandten Dosierungen.

Die bereits im März 1998 veröffentlichten Zwischenergebnisse waren
für die behandelten Patienten so positiv, daß eine bis Ende 1999
geplante Fortsetzung der Studie nicht zu rechtfertigen gewesen wäre.
Die jetzt erstmals vollständig ausgewerteten Forschungsergebnisse
bestätigen die damalige Entscheidung. Der Unterschied in bezug auf
die Zahl der Todesfälle in den beiden untersuchten Patientengruppen
war so überzeugend, daß eine Fortführung der Studie mit Blick auf die
Patienten ohne zusätzliche Bisoprolol -Behandlung ethisch nicht mehr
vertretbar war. Nach Abbruch der Studie konnten die Patienten, die
bis zu dem Zeitpunkt nur die Standardbehandlung und ein Placebo
(Scheinmedikament) erhalten hatten, schnellstmöglich im Rahmen der
Folgestudie auf eine Standardtherapie mit Zugabe von Bisoprolol
umgestellt werden, um von der überzeugenden Wirkung des Medikaments
zu profitieren.

Die entscheidende Ausgangsfrage der jetzt präsentierten Studie war
es, ob die Sterberate bei Herzinsuffizienz durch die Behandlung mit
dem Betablocker Bisoprolol gesenkt werden kann. An der im November
1995 angelaufenen CIBIS II-Studie (Cardiac Insufficiency Bisoprolol
Study) nahmen insgesamt 2.647 Patienten mit chronischer
Herzmuskelschwäche teil. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen
unterteilt. Beide erhielten während der gesamten Laufzeit die derzeit
übliche Standard-Therapie. Während der einen Gruppe zusätzlich der
Betablocker Bisoprolol verabreicht wurde, erhielt die andere Gruppe
ein Placebo. Die nun präsentierten Ergebnisse beweisen, daß im
Untersuchungszeitraum die Sterblichkeit in der Bisoprolol-Gruppe
wesentlich geringer war, als in der Placebo-Gruppe.

Dieser Rückgang der Sterblichkeit konnte bei allen mit Bisoprolol
behandelten Patienten nachgewiesen werden, egal welche Ursache für
die Herzmuskelschwäche der einzelnen Patienten vorlag. Besonders
eindrucksvoll: In der Bisoprolol-Gruppe konnten die Fälle von
plötzlichem Herztod, der infolge schwerer Herzrhythmusstörungen
innerhalb von Minuten eintreten kann, um 45 Prozent gesenkt werden.
Außerdem mußten deutlich weniger Patienten aus der Bisoprolol-Gruppe
wegen einer massiven Verschlechterung ihrer Herzmuskelschwäche ins
Krankenhaus eingeliefert werden. So verhilft Bisoprolol den
betroffenen Patienten zu mehr Lebensqualität; gleichzeitig spart das
Gesundheitswesen durch eine verringerte Anzahl von
Krankenhauseinweisungen Kosten ein.

Trotz Einsatz sämtlicher verfügbarer Behandlungsmethoden sterben bis
heute etwa 50 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz innerhalb
von fünf Jahren nach Diagnose der Krankheit. Allein in Deutschland
lassen sich jährlich 57.000, in den USA sogar 225.000 Todesfälle auf
Herzinsuffizienz zurückführen.

Betablocker haben seit vielen Jahren einen festen Platz in der
Behandlung des Bluthochdrucks und der koronaren Herzkrankheit (Angina
pectoris). Zur Behandlung der Herzinsuffizienz galten Betablocker
aber lange Zeit als ungeeignet. Die jetzt gezeigten besseren
Überlebenschancen für Patienten sind es, die die Ergebnisse der CIBIS
II-Studie so wertvoll für die moderne Medizin machen. Sie machen
deutlich, daß die Therapie der Herzinsuffizienz ein zusätzliches
Anwendungsgebiet für Betablocker wie Bisoprolol sein kann.

Weitere Information im Internet unter: http://www.merck.de.

Rückfragen bitte an: Merck KGaA Unternehmenskommunikation -
Pressestelle 64271 Darmstadt Frankfurter Str. 250 Tel: (0651)
722386/722579/727109 Fax: (0651) 727707/723138

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