Neue Erkenntnisse bei der Behandlung / Erfolgreicher Kampf gegen Herztod / Internationale Studie zeigt neues Einsatzfeld für das Medikament Bisoprolol

Darmstadt/Wien (ots) - Durch die zusätzliche Einnahme des Betablockers Bisoprolol kann die Sterblichkeit bei chronischer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) um mehr als ein Drittel gesenkt werden. Dieses Ergebnis einer großen internationalen Studie präsentierte Studienleiter Professor Henri Dargie, Glasgow, am Wochenende im Rahmen des Europäischen Kardiologenkongresses in Wien. Er wies dabei auf die deutlich verbesserte Überlebensrate der betroffenen Patienten hin.

Bisoprolol wurde von der Merck KGaA, Darmstadt, entwickelt, und gehört zu den weltweit führenden Produkten seiner Art. Es wird noch in diesem Jahr in der Therapie von Herzinsuffizienz zur Zulassung eingereicht. Nach der Zulassung wird Bisoprolol in der neuen Indikation zur Verfügung stehen, und zwar auch in wesentlich niedrigeren Dosierungen als die derzeit für die Behandlung des Bluthochdrucks und der Angina pectoris angewandten Dosierungen.

Die bereits im März 1998 veröffentlichten Zwischenergebnisse waren für die behandelten Patienten so positiv, daß eine bis Ende 1999 geplante Fortsetzung der Studie nicht zu rechtfertigen gewesen wäre. Die jetzt erstmals vollständig ausgewerteten Forschungsergebnisse bestätigen die damalige Entscheidung. Der Unterschied in bezug auf die Zahl der Todesfälle in den beiden untersuchten Patientengruppen war so überzeugend, daß eine Fortführung der Studie mit Blick auf die Patienten ohne zusätzliche Bisoprolol -Behandlung ethisch nicht mehr vertretbar war. Nach Abbruch der Studie konnten die Patienten, die bis zu dem Zeitpunkt nur die Standardbehandlung und ein Placebo (Scheinmedikament) erhalten hatten, schnellstmöglich im Rahmen der Folgestudie auf eine Standardtherapie mit Zugabe von Bisoprolol umgestellt werden, um von der überzeugenden Wirkung des Medikaments zu profitieren.

Die entscheidende Ausgangsfrage der jetzt präsentierten Studie war es, ob die Sterberate bei Herzinsuffizienz durch die Behandlung mit dem Betablocker Bisoprolol gesenkt werden kann. An der im November 1995 angelaufenen CIBIS II-Studie (Cardiac Insufficiency Bisoprolol Study) nahmen insgesamt 2.647 Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche teil. Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt. Beide erhielten während der gesamten Laufzeit die derzeit übliche Standard-Therapie. Während der einen Gruppe zusätzlich der Betablocker Bisoprolol verabreicht wurde, erhielt die andere Gruppe ein Placebo. Die nun präsentierten Ergebnisse beweisen, daß im Untersuchungszeitraum die Sterblichkeit in der Bisoprolol-Gruppe wesentlich geringer war, als in der Placebo-Gruppe.

Dieser Rückgang der Sterblichkeit konnte bei allen mit Bisoprolol behandelten Patienten nachgewiesen werden, egal welche Ursache für die Herzmuskelschwäche der einzelnen Patienten vorlag. Besonders eindrucksvoll: In der Bisoprolol-Gruppe konnten die Fälle von plötzlichem Herztod, der infolge schwerer Herzrhythmusstörungen innerhalb von Minuten eintreten kann, um 45 Prozent gesenkt werden. Außerdem mußten deutlich weniger Patienten aus der Bisoprolol-Gruppe wegen einer massiven Verschlechterung ihrer Herzmuskelschwäche ins Krankenhaus eingeliefert werden. So verhilft Bisoprolol den betroffenen Patienten zu mehr Lebensqualität; gleichzeitig spart das Gesundheitswesen durch eine verringerte Anzahl von Krankenhauseinweisungen Kosten ein.

Trotz Einsatz sämtlicher verfügbarer Behandlungsmethoden sterben bis heute etwa 50 Prozent der Patienten mit Herzinsuffizienz innerhalb von fünf Jahren nach Diagnose der Krankheit. Allein in Deutschland lassen sich jährlich 57.000, in den USA sogar 225.000 Todesfälle auf Herzinsuffizienz zurückführen.

Betablocker haben seit vielen Jahren einen festen Platz in der Behandlung des Bluthochdrucks und der koronaren Herzkrankheit (Angina pectoris). Zur Behandlung der Herzinsuffizienz galten Betablocker aber lange Zeit als ungeeignet. Die jetzt gezeigten besseren Überlebenschancen für Patienten sind es, die die Ergebnisse der CIBIS II-Studie so wertvoll für die moderne Medizin machen. Sie machen deutlich, daß die Therapie der Herzinsuffizienz ein zusätzliches Anwendungsgebiet für Betablocker wie Bisoprolol sein kann.

Weitere Information im Internet unter: http://www.merck.de.

Rückfragen bitte an: Merck KGaA Unternehmenskommunikation -Pressestelle 64271 Darmstadt Frankfurter Str. 250 Tel: (0651) 722386/722579/727109 Fax: (0651) 727707/723138

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUN/OTS