Koczur: Einstellung des Güterverkehrs auf der Mariazeller-Bahn ist falsches Signal

ÖBB scheint sich von der Umwelt-Kompetenz endgültig zu verabschieden

St. Pölten, (SPI) - "Das Vorhaben der ÖBB, den Güterverkehr auf der Mariazellerbahn und auf weiteren Schmalspurstrecken in Niederösterreich einzustellen, ist ein absolutes falsches Signal eines Verkehrsunternehmens, welches sich die Umweltfreundlichkeit auf seine "Werbefahnen" geheftet hat. Offensichtlich scheint es, daß sich die Bundesbahnen in völliger Verkennung der Tatsache von Märkten verabschieden, die ein gewaltiges Aquisitionspotential aufweisen", kritisiert der Klubobmann der NÖ Sozialdemokraten, Abg. Anton Koczur, das Vorhaben der ÖBB, auf einigen Schmalspurbahnen Niederösterreichs den Güterverkehr mit Jahresende einzustellen.****

Wenn selbst die ÖBB in einer eigenen Aussendung zugeben, daß bei der Mariazellerbahn ein Potential von rund 96 Prozent des Güterverkehrs der Region auf der Straße rollen, so sollte dies kein Grund sein, sich vom Güterverkehr zu verabschieden. Ganz im Gegenteil muß die ÖBB versuchen, attraktivere und servicebezogene Angebote für die Unternehmen zu erstellen. Sich immer wieder auf die Kosten des Straßenverkehrs zurückzuziehen und offensichtlich eigene Marktoffensiven zu verschlafen, bringt weder den ansässigen Unternehmen, noch den Lkw-geplagten Anrainern wirkliche Verbesserungen", so Koczur weiter.

Tatsache ist nämlich vielmehr, daß der positive bilanzierende Güterverkehr den defizitären Personenverkehr stützt. "Sollte es nun auf bestimmten Strecken zur Einstellung des Güterverkehrs kommen, so besteht die Gefahr - und dies zeigen viele Beispiele in Österreich -, daß wenige Jahre darauf auch der Personenverkehr sang und klanglos verschwindet", befürchtet der SP-Politiker. "Wir können nicht immer vor einer Zunahme des Straßenverkehrs warnen und Alternativen fordern, gleichzeitig aber die Infrastruktur-Adern ganzer Regionen lahmlegen. Es reicht nicht, über die Vorteile der Bahn zu reden, man muß sie auch verkaufen können", so SP-Klubobmann Anton Koczur in Richtung ÖBB-Güterverkehrsdirektor Anton Hoser.
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