"0,5 Promille kosten Gastronomie acht Milliarden Schilling"

Umsatzrückgang bei Wein von 17 und bei Bier von 15 Prozent - Hinterleitner: "Branche im Gegenzug endlich entlasten"

PWK - Die Einführung der 0,5 Promille-Grenze hat die heimische Gastronomie erwartungsgemäß tief getroffen. Wie aus einer aktuellen Umfrage der Österreichischen Gastgewerbe- und Hotelzeitung (ÖGZ) hervorgeht, ist der Umsatz bei Wein im ersten Halbjahr um 17 Prozent, bei Bier um 15 und bei Spirituosen um 26 Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum nahm auch der Speisenkonsum um fünf Prozent ab, lediglich die alkoholfreien Getränke konnten um knapp drei Prozent zulegen. Hochgerechnet auf das ganze Jahr, entspricht dies einem Umsatzverlust für die Gastronomie von knapp acht Milliarden Schilling. ****

Der am Freitag veröffentlichten Untersuchung zufolge sind die Rückgänge beim Konsum alkoholischer Getränke im Westen Österreichs deutlich geringer ausgefallen (Tirol und Vorarlberg minus 12 Prozent) als im Osten (Burgenland minus 20 Prozent, Niederösterreich minus 18 Prozent). Naturgemäß schneidet auch Wien mit minus 14 Prozent noch relativ gut ab. Hotelrestaurants und Gasthöfe verzeichnen prozentuell geringere Rückgänge als andere Betriebsarten, wie Bars oder Diskotheken.

Eindeutiger Hauptgrund für diese Rückgänge ist nach Ansicht der befragten Wirte die mit Jahresbeginn in Kraft getretene 0,5-Promille-Regelung. "Hatte man kurz nach Einführung der neuen Bestimmungen aufgrund erster Hochrechnungen noch höhere Umsatzrückgänge befürchtet, so sind es jetzt immer noch acht Milliarden, die den durch andere Vorschriften - Stichworte: Spar-Paket, Absetzbarkeit von Geschäftsessen, Zeltfeste-Regelung! - arg unter Druck gekommenen Wirten am Jahresende bitter fehlen werden", reagiert der Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Helmut Hinterleitner, auf die ernüchternden Ergebnisse der Untersuchung: "Daraus ergibt sich, daß man der Branche bei anderen, schon länger bestehenden Forderungen endlich entgegenkommen muß. Dies betrifft vor allem die Reform der anachronistischen Getränkebesteuerung sowie die Steuerpauschalierung zur Entlastung der Kleinbetriebe von der erdrückenden Bürokratie", hält Hinterleitner fest.

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