Internationaler Kunsthandelsverband CINOA ändert Statuten

Einstimmige Ablehnung des UNIDROIT auf der jüngsten Generalversammlung der CINOA in Stockholm

Wien (PWK) - Die in einigen Staaten drohende Ratifikation der UNIDROIT Konvention hat die internationale Vereinigung der Kunsthandelsverbände (CINOA) zur Änderung ihres Verhaltenskodex veranlaßt. Selbstverständlich verlangt die CINOA weiterhin von allen angeschlossenen Mitgliedern die peinlich genaue Einhaltung der Gesetze ihrer Länder, aber die Empfehlung, den Handel mit Kunstwerken zu unterlassen, die entgegen den Vorschriften ihrer Herkunftsländer ausgeführt wurden, ist nun nicht mehr verpflichtend. Etwaige strengere Normen einzelner nationaler Verbände bleiben von dieser Lockerung unberührt. Dies wurde bei der Generalversammlung der CINOA, die kürzlich in Stockholm stattgefunden hat, vereinbart. ****

Hintergrund dieser Änderung ist die Tatsache, daß einige Entwicklungsländer mit unverständlichen Ausfuhrbestimmungen, die jeglichen Kunstexport unabhängig von Provenienz, Wert und Eigentumsverhältnissen verbieten, die Konvention ratifiziert haben. Die CINOA bleibt bei ihrer einstimmigen Ablehnung des UNIDROIT, das solche konfiskatorische Gesetze unterstützt, die Beweislast umkehrt und die Verjährung auf 75 Jahre ausdehnt. "Zwar haben einige europäische Regierungen UNIDROIT unterzeichnet, die Konvention wurde aber bisher in noch keinem Parlament eines industrialisierten Landes ratifiziert und die CINOA ist bestrebt, daß dies so bleibt", erklärt Rudolf Otto, Spitzenfunktionär des Bundesgremiums Kunst und Antiquitätenhandel in der Wirtschaftskammer Österreich und gleichzeitig Präsident des Internationalen Dachverbandes.

Auch das Folgerecht und die Einfuhr- Umsatzsteuer auf Kunstwerke lehnt die CINOA weiterhin ab. Die Engländer hätten, so Otto, mit konkreten Zahlen nachgewiesen, wie schwer diese Steuer den Kunstmarkt selbst bei dem bisher moderaten Satz von 2,5 Prozent geschädigt hat, daß die Einnahmen des Fiskus daraus unerheblich sind und durch den Verlust von Steuereinnahmen durch Schrumpfung des Geschäftsvolumens bei weitem kompensiert werden. Die CINOA ersucht die Europäische Union einstimmig, dem polnischen Beispiel zu folgen und die Einfuhr-Umsatzsteuern auf Kunstwerke gänzlich abzuschaffen.

Ebenso zeigt die Erfahrung derjenigen Länder, die bereits ein Folgerecht eingeführt haben, wie sehr ihre Kunstmärkte dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurden. "Daher geben wir allen Regierungen, und speziell der EU in Brüssel zu bedenken, daß es im gemeinsamen Interesse aller Beteiligten liegt, die Kunst zu fördern und nicht ihre Verbreitung zu behindern", mahnt Otto. In einigen Ländern, wie zum Beispiel in Österreich und in der Schweiz, wurden Unterschriftenlisten der namhaftesten Künstler vorgelegt, die sich gegen das Folgerecht aussprechen.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung der jüngsten Generalversammlung der CINOA war die Aufnahme drei weiterer Mitgliedsverbände aus Italien, Norwegen und Polen. Die Konföderation besteht nun aus 29 Verbänden von 24 verschiedenen Ländern mit mehr als 5000 angeschlossenen Kunsthändlern.

Jos‚ Maria Ballester, Direktor für Kultur und Sport des Europarats, betonte, daß die beste Voraussetzung für die Bewahrung des kulturellen Erbes und die Förderung der Kunst ein blühender Kunstmarkt seien. Der für beide Seiten nützliche Dialog zwischen dem Europarat und der CINOA wird, so war man sich einig, mit Sicherheit fortgesetzt.

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