• 17.07.1998, 11:25:00
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  • OTS0124

Cabana: Politische Übergangsfrist für ärztliche Hausapotheken verhindert Betriebsgründungen am Land

Öffentliche Apotheke ist neben gesetzlich geschützter Hausapotheke nicht lebensfähig.

Wien (OTS) - "Die 10jährige Übergangsfrist für ärztliche
Hausapotheken wird von uns abgelehnt. Diese Übergangsfrist ist eine
politische Lösung auf Druck der ÖVP." Das stellte heute der Präsident
der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, zur
10jährigen Bestandsgarantie für ärztliche Hausapotheken im Falle der
Eröffnung einer öffentlichen Apotheke im 4 km-Umkreis, fest. Diese
Bestandsgarantie, die auch das Zusatzeinkommen der Ärzte garantiert,
wird heute im Parlament beschlossen.

Die Übergangsfrist richtet sich gegen die umfassende Versorgung
der Patienten, richtet sich gegen die Intention des Erkenntnisses des
Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom vergangenen März und sie richtet
sich gegen die Berufsplanung junger Apotheker, betont Cabana. Cabana:
"Eine öffentliche Apotheke kann mit einer ärztlichen Hausapotheke
nicht in Wettbewerb treten, da die Hausapotheke bereits vorher den
Umsatz abschöpft. Der Arzt stellt kein Kassen- oder Privatrezept aus,
sondern gibt die Medikamente ab. Daher verhindert die Hausapotheke
grundsätzlich die Gründung einer neuen Apotheke am Land. Der VfGH
wollte Apothekenneueröffnungen erleichtern, die Politiker machen sie
nun am Land unmöglich."

"Die Entscheidung der Politiker zeigt auch, wie wenig ernst es
ihnen mit ihrem Bekenntnis zur Schaffung von Ausbildungsplätzen für
junge Menschen ist. Immerhin beschäftigen schon derzeit 1.050
öffentliche Apotheken fast 900 Lehrlinge. Jede neue Apotheke bietet
somit die Chance für neue Ausbildungsplätze. Ärztliche Ordinationen
beschäftigen hingegen, ob mit oder ohne Hausapotheke, keine
Lehrlinge," kritisiert Cabana die Lippenbekenntnisse der Politiker
zur Jugendbeschäftigung.

"Der VfGH hat in seinem Erkenntnis vom März 1998 den Vorrang der
öffentlichen Apotheke vor der ärztlichen Hausapotheke klar betont. Er
begründet das mit der besseren Versorgung der Bevölkerung durch die
öffentliche Apotheke. Die Politiker treten dieses Erkenntnis des VfGH
mit der heutigen Novelle mit Füßen und verbauen die Berufsplanung
junger Apotheker im ländlichen Raum auf Jahrzehnte zu Gunsten der
Ärzte. Es ist unfaßbar, wie die Politiker wieder einmal Erkenntnisse
des VfGH mißachten und die Neugründung von Betrieben am Land
verhindern", stellt Cabana fest.

Rückfragehinweis: Österr. Apothekerkammer

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