Cabana: Politische Übergangsfrist für ärztliche Hausapotheken verhindert Betriebsgründungen am Land

Öffentliche Apotheke ist neben gesetzlich geschützter Hausapotheke nicht lebensfähig.

Wien (OTS) - "Die 10jährige Übergangsfrist für ärztliche Hausapotheken wird von uns abgelehnt. Diese Übergangsfrist ist eine politische Lösung auf Druck der ÖVP." Das stellte heute der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, zur 10jährigen Bestandsgarantie für ärztliche Hausapotheken im Falle der Eröffnung einer öffentlichen Apotheke im 4 km-Umkreis, fest. Diese Bestandsgarantie, die auch das Zusatzeinkommen der Ärzte garantiert, wird heute im Parlament beschlossen.

Die Übergangsfrist richtet sich gegen die umfassende Versorgung der Patienten, richtet sich gegen die Intention des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) vom vergangenen März und sie richtet sich gegen die Berufsplanung junger Apotheker, betont Cabana. Cabana:
"Eine öffentliche Apotheke kann mit einer ärztlichen Hausapotheke nicht in Wettbewerb treten, da die Hausapotheke bereits vorher den Umsatz abschöpft. Der Arzt stellt kein Kassen- oder Privatrezept aus, sondern gibt die Medikamente ab. Daher verhindert die Hausapotheke grundsätzlich die Gründung einer neuen Apotheke am Land. Der VfGH wollte Apothekenneueröffnungen erleichtern, die Politiker machen sie nun am Land unmöglich."

"Die Entscheidung der Politiker zeigt auch, wie wenig ernst es ihnen mit ihrem Bekenntnis zur Schaffung von Ausbildungsplätzen für junge Menschen ist. Immerhin beschäftigen schon derzeit 1.050 öffentliche Apotheken fast 900 Lehrlinge. Jede neue Apotheke bietet somit die Chance für neue Ausbildungsplätze. Ärztliche Ordinationen beschäftigen hingegen, ob mit oder ohne Hausapotheke, keine Lehrlinge," kritisiert Cabana die Lippenbekenntnisse der Politiker zur Jugendbeschäftigung.

"Der VfGH hat in seinem Erkenntnis vom März 1998 den Vorrang der öffentlichen Apotheke vor der ärztlichen Hausapotheke klar betont. Er begründet das mit der besseren Versorgung der Bevölkerung durch die öffentliche Apotheke. Die Politiker treten dieses Erkenntnis des VfGH mit der heutigen Novelle mit Füßen und verbauen die Berufsplanung junger Apotheker im ländlichen Raum auf Jahrzehnte zu Gunsten der Ärzte. Es ist unfaßbar, wie die Politiker wieder einmal Erkenntnisse des VfGH mißachten und die Neugründung von Betrieben am Land verhindern", stellt Cabana fest.

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