Klarstellung des Österreichischen Genossenschaftsverbandes zur sogenannten OÖ-Bankenaffäre

Wien (OTS) - Die ganze Angelegenheit ist ein Fall aus den Jahren 1995 und 1996, der von der Volksbank Grieskirchen bereits 1996 wirtschaftlich bereinigt wurde. Die strafrechtliche Aufarbeitung durch die Justizbehörden erfolgt erst jetzt. Die Bank ist seit 1996 saniert und für sämtliche Risiken wurde Vorsorge getroffen. Sämtliche Sparer können daher hundertprozentig beruhigt sein. Es ist im Volksbanken-Sektor noch nie ein Sparer zu Schaden gekommen.

Die Vorfälle in der Volksbank Grieskirchen sind wirtschaftlich keine aktuelle Angelegenheit. Darüberhinaus ist festzuhalten, daß für alle jetzt angeblich "neu auftauchenden Fälle", die in Wirklichkeit Fälle aus den Jahren 1995 und 1996 sind, bereits im Jahr 1996 vorgesorgt worden ist.

Im Bankgeschäft gehört es zur Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes, auch im Sinne eines effizienten Risikomanagements, Vorsorgen zu bilden. Insgesamt bestehen für mögliche Ausfälle Vorsorgen in der Höhe von rd. 240 Mio S. In dieser Summe ist die Form-Technik und mit ihr zusammenhängende Firmen enthalten.

Wir haben bereits 1996 Konsequenzen gezogen, die Bank saniert und sämtliche Risiken wertberichtigt. Der volksbankeneigene Gemeinschaftsfonds, der für die finanzielle Unterstützung bei Sanierungsmaßnahmen zuständig ist, hat rasch 197 Mio S zugeschossen. Der weitere Anteil wurde von der Volksbank Grieskirchen aufgebracht. Zu keiner Sekunde bestand daher ein Risiko für Sparer.

Die Chronik der Ereignisse belegt, daß es sich um einen alten Fall handelt:

- Im Prüfbericht für das Jahr 1995 kritisierte der Österreichische Genossenschaftsverband die "überzogene Risikopolitik" des Vorstandes.

- Aufgrund des Prüfberichtes wurden die Vorstände im Frühjahr 1996 von der Bankenaufsicht des Finanzministeriums vorgeladen. Es wurde vereinbart, das Risiko zurückzufahren.

- Da sich die Vorstände nicht an die Vereinbarung hielten, hat sich der Aufsichtsrat der Volksbank Grieskirchen, aufgrund des Revisionsberichtes des Österreichischen Genossenschafftsverbandes, im Oktober 1996 von den zwei Vorstandsmitgliedern und einem Prokuristen getrennt.

- Unmittelbar nach der Trennung wurde die Generalversammlung der Volksbank Grieskirchen einberufen. Ein neuer Vorstand wurde bestellt und die Volksbank innerhalb kürzester Zeit durch die volksbankeneigene Solidaritätseinrichtung mit 197 Mio S saniert.

Die Volksbank Grieskirchen wurde im Mai 1997 mit der Volksbank Eferding fusioniert.

Die Volksbank Eferding-Grieskirchen ist eine starke Regionalbank und verfügte per 31.12.1997 über Eigenmittel in der Höhe von 13,9 % der gesetzlich vorgeschriebenen Bemessungsgrundlage. Der Gesetzgeber gibt 8 % vor.

Laut Bilanz 1997 beträgt die Ertragskraft der Bank 1 % der Bilanzsumme und damit liegt Eferding-Grieskirchen deutlich über dem gesamt österreichischen Bankenschnitt von 0,83 %. Für das Geschäftsjahr 1997 schüttete die Bank eine Dividende von 8 % aus.

Die Volksbank Eferding-Grieskirchen ist in den starken österreichischen Volksbanken-Verbund integriert. Der gesamte Verbund hat Eigenmittel von 21 Milliarden S. Das entspricht 12,3 % der Bemessungsgrundlage. Damit liegen die Volksbanken mehr als 50 % über dem gesetzlich geforderten Wert. Allein mit dem sogenannten Kernkapital, der hochwertigsten Form von Eigenmitteln, die 9,5 % betragen, werden die Anforderungen des Bankwesengesetzes übertroffen.

Die Volksbanken weisen eine weit über dem Durchschnitt des österreichischen Bankwesens liegende Ertragskraft auf. 1997 erreichten die Volksbanken ein Betriebsergebnis von nahezu 3 Milliarden, das entspricht 1,14 % der (durchschnittlichen) Bilanzsumme.

Abschließend noch einige Worte zum Gemeinschaftsfonds, der wesentlich zur raschen Sanierung beigetragen hat. Jede einzelne österreichische Volksbank ist Mitglied des Gemeinschaftsfonds der österreichischen Volksbanken. Der Zweck des Gemeinschaftsfonds ist es, potentielle wirtschaftliche Schwierigkeiten einer Volksbank zu beheben und dadurch deren Funktionsfähigkeit zu erhalten sowie die Interessen der Kunden, Mitglieder und Mitarbeiter zu schützen.

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung haben also alle Volksbanken-Sparer den zusätzlichen Schutz durch den Gemeinschaftsfonds. Eventuelle Schadensfälle wurden - obwohl kein Rechtsanspruch besteht- von der Gemeinschaft aller österreichischen Volksbanken getragen.

Es ist daher noch nie ein Sparer, auch über der gesetzlichen Grenze von 260.000 S hinaus, zu Schaden gekommen.

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