Tumpel: Kinderbetreuungsscheck bringt Diskriminierung für Frauen am Arbeitsmarkt

AK fordert Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Wien (OTS) - Minister Bartenstein stelle mit der Idee eines Kinderbetreuungsscheck keineswegs eine "revolutionäre" Neuerung
zur Diskussion, sondern präsentiere ein Ausstiegsmodell der Marke "Heim an den Herd", kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel jüngste Verlautbarungen des Familienministers. Dieser Scheck - konzipiert als "Quasi-Versorgung" - wird eine Verschlechterung für den Wiedereinstieg in den Beruf bringen, warnt der AK Präsident. Ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeige, wo der tatsächliche Bedarf bestehe. Gebraucht seien Mittel und Wege, die eine Vereinbarkeit
von Familie und Beruf für Männer und Frauen herstellen. Der Kinderbetreuungsscheck sei dafür aber das falsche Signal. Vielmehr müsse alles getan werden, insbesondere den Frauen den Einstieg in das Erwerbsleben zu erleichtern. Dazu brauche es Rücksichtnahme
auf die Arbeitszeit-Wünsche der Eltern, ausreichend Kinderbetreuungseinrichtungen, organisierten Kontakt zum Betrieb
und Weiterbildungsmöglichkeiten während der Karenz und ein sicheres halbes Jahr am alten Arbeitsplatz, erklärt der AK Präsident.****

Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei wichtig, damit insbesondere Frauen im Erwerbsleben verbleiben können. Dies sei auch eine Botschaft des Frauenvolksbegehrens, das große Unterstützung breiter Teile der Bevölkerung habe. Diese Forderung spiegle sich auch in der Realität des Lebens wider, betont Tumpel. Die Einführung eines Kinderbetreuungsschecks stehe diesen gesellschaftspolitischem Ziel jedenfalls entgegen. Darüberhinaus sehe er keinen budgetären Spielraum: "Der Familienminister geht mit ungedeckten Schecks hausieren". Tumpel erinnert an das im Zuge der Familienförderungsreform angekündigte Maßnahmenpaket, dessen Verwirklichung die AK wiederholt eingemahnt habe. Sollten tatsächlich zusätzliche budgetäre Spielräume vorhanden sein, habe die AK auch Vorschläge für eine sinnvolle Verwendung. Dazu gehören etwa flächendeckende, hochwertige, kostengünstige und ganzjährig zur Verfügung stehende Kinderbetreuungseinrichtungen oder die Valorisierung des Karenzgeldes, das seit 1996 unverändert ist.
Kritik übt Tumpel auch an der Vorgangsweise. Das Ergebnis der Studie sollte zunächst mit den Sozialpartnern diskutiert werden,
so hat es Bartenstein jedenfalls angekündigt. An diese Zusage habe sich der Minister nicht gehalten und sei ohne seriöse Diskussion der Frage der Machbarkeit an die Öffentlichkeit gegangen.

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