Nach Scheitern der ASVG-Novelle: Ärztekammer erläßt Sozialtarife für standardisierten festen Zahnersatz (3)

Wien (OTS) - Nachdem nun neuerlich die politischen Verhandlungenüber die ASVG-Novelle gescheitert sind, erläßt dieÖsterreichische Ärztekammer (ÖÄK) einseitig sozialverträglicheTarife für die standardisierte Krone und anderen festen Zahnersatz. Wie der Vizepräsident der ÖÄK und Zahnärztechef, DDr. HannesWestermayer, dazu mitteilt, sei dies als konkrete Bemühung derösterreichischen Zahnärzte zu verstehen, zeitgemäßezahnmedizinische Leistungen auch einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. "Damit ist sichergestellt,daß 95 Prozent der österreichischen Bevölkerung nunmehr zu einerbilligen Krone kommen und nicht nur fünf Prozent der Patienten vonKassenambulatorien", so der Zahnärztechef.

Daß es den Krankenkassen primär nicht um eine "sozialeTarifpolitik", sondern lediglich um den Ausbau ihrer Machtposition durchErweiterung ihrer Ambulatorien gehe, zeige der anhaltende Boykott der von der eigenen Gesundheitsministerin entworfenen ASVG-Novelle durchGewerkschaftsvertreter im parlamentarischen Sozialausschuß, meinteWestermayer.

Die Richttarife für festen Zahnersatz sind laut ÖÄKverbindlich. Das leitet sich aus dem § 41 des geltendenÄrztegesetzes ab, der alle Kammerangehörigen verpflichtet, die vonder Ärztekammer im Rahmen ihres gesetzlichen Wirkungskreises gefaßten Beschlüsse zu befolgen, sowie die in der Umlagenordnung undin der Beitragsordnung festgesetzten Umlagen und Beiträge zu leisten.

Bekanntlich haben zuletzt Gewerkschaftsvertreter im Parlamentversucht, die gesetzliche Verankerung privatmedizinischer Leistungendurch Kassenambulatorien mit Übergangsregelungen für bestehende Hausapotheken zu verknüpfen und damit eine Lösung zu erzwingen, dieder Regierungsintention zuwider läuft. Die Bundesregierung hat dieKrankenkassen und die Ärztekammer beauftragt, bis Ende dieses Jahreseine gesamtvertragliche Lösung über die Kronen und die Kassenambulatorien zu erzielen.

Die nunmehr von der ÖÄK einseitig erlassenen Richtlinien werdennoch im Sommer und im Frühherbst von den zuständigen Gremienbeschlossen werden. Sie sehen vor, daß die Standardkrone in Hinkunft 6.200,-- mit einer Bandbreite von zehn Prozent statt bisher 8.220,--,das Brückenglied öS 5.500,- (Bandbreite 10 Prozent) statt bisher7.400,-- kosten werden. Der Stiftaufbau ist, soweit medizinisch notwendig, Kassenleistung, womit der Patient keine zusätzlichen Kostenzu tragen hat. Lediglich gegossene Stifte sind Privatleistungen, derRichttarif der Ärztekammer hiefür beträgt öS 2.060,--.(Fortsetzung)

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