• 06.07.1998, 12:28:29
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  • OTS0111

Tumpel: ArbeitnehmerInnenschutz leicht gemacht

AK und ÖGB präsentierten gemeinsame Kampagne für Arbeitnehmerschutz

Wien (OTS) - Alle Arbeitnehmer hätten das gleiche Recht auf
Sicherheit - egal, ob sie in einem großen, mittleren oder kleinen
Betrieb arbeiten. Daß diese Forderung erfüllt werden könne, sei
nicht zuletzt ein politischer Erfolg der EU-Beitrittsverhandlungen
Österreichs, betonte AK Präsident Herbert Tumpel heute, Montag,
anläßlich der Präsentation der Kampagne "ArbeitnehmerInnenschutz
leicht gemacht". Das Vermeiden von Arbeitsunfällen spare nicht nur
Leid, sondern bringe auch Ersparnisse für Volkswirtschaft und
Betriebe in Milliardenhöhe.****

Tumpel erinnerte, daß seit dem Inkrafttreten des neuen
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz im Jahr 1995 die Arbeitsunfälle im
Vorjahr auf einem neuen Tiefststand gesunken wären. Bislang haben
aber nur die Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigte die Ermittlung,
Beurteilung und Dokumentation der Gefahren durchführen müssen.
Aber schon dadurch ersparten sich Gesamtwirtschaft und Betriebe
bereits Milliarden an Schillingen. Betrug der volkswirtschaftliche
Schaden 1994 noch 28 Mrd Schilling, sei 1997 ein Absinken auf 22
Mrd Schilling zu verzeichnen gewesen. Aber auch die Betriebe
hätten in diesem Zeitraum ihre Kosten um 1,5 Mrd Schilling
erheblich senken können.

Von der nächsten Etappe der Umsetzung der neuen Bestimmungen in
Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigte bis zum Jahr 2000
erwartet sich der AK Präsident ein weiters Absinken der
Unfallszahl. Tumpel verwies auf eine Untersuchung, wonach die
Unfallhäufigkeit in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten um
20 Prozent höher als in Betrieben mit 100 bis 1000 und um 40
Prozent höher als in Betrieben mit mehr als 1000 Beschäftigten
sei.

Tumpel erinnerte daran, daß nunmehr im Zuge der Novellierung des
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz auch mehr Flexibilität bei den
Mindesteinsatzzeiten gesichert sei. Dies lasse in Betrieben mit
weniger als 50 Beschäftigte je nach Grad der Gefährdung eine
geradezu maßgeschneiderte Betreuung zu.

Im Zuge der Kampagne, die vorerst als Pilotprojekt auf die
Bundeshauptstadt beschränkt ist, werden über 15.000 Betriebsräte
und Sicherheitsvertrauenspersonen über Sinn und Zweck der neuen
Bestimmmungen informiert und auf die Ermittlung, Bewertung und
Dokumentation der Gefahren im Betrieb vorbereitet. Damit soll eine
rasche und reibungslose Umsetzung des
ArbeiternehmerInnenschutzgesetzes in Zusammenarbeit mit den
Arbeitgebern gewährleistet werden. Von der zweiten Etappe der
Umsetzung sind in Wien rund 250.000 Beschäftigte in mehr als
53.000 Betrieben, immerhin über 90 Prozent aller Betriebsstätten
in der Stadt, betroffen.

Rückfragehinweis: AK Wien

Presse Thomas Angerer
Tel.: (01)501 65-2578

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