Tumpel: ArbeitnehmerInnenschutz leicht gemacht

AK und ÖGB präsentierten gemeinsame Kampagne für Arbeitnehmerschutz

Wien (OTS) - Alle Arbeitnehmer hätten das gleiche Recht auf Sicherheit - egal, ob sie in einem großen, mittleren oder kleinen Betrieb arbeiten. Daß diese Forderung erfüllt werden könne, sei nicht zuletzt ein politischer Erfolg der EU-Beitrittsverhandlungen Österreichs, betonte AK Präsident Herbert Tumpel heute, Montag, anläßlich der Präsentation der Kampagne "ArbeitnehmerInnenschutz leicht gemacht". Das Vermeiden von Arbeitsunfällen spare nicht nur Leid, sondern bringe auch Ersparnisse für Volkswirtschaft und Betriebe in Milliardenhöhe.****

Tumpel erinnerte, daß seit dem Inkrafttreten des neuen ArbeitnehmerInnenschutzgesetz im Jahr 1995 die Arbeitsunfälle im Vorjahr auf einem neuen Tiefststand gesunken wären. Bislang haben aber nur die Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigte die Ermittlung, Beurteilung und Dokumentation der Gefahren durchführen müssen. Aber schon dadurch ersparten sich Gesamtwirtschaft und Betriebe bereits Milliarden an Schillingen. Betrug der volkswirtschaftliche Schaden 1994 noch 28 Mrd Schilling, sei 1997 ein Absinken auf 22
Mrd Schilling zu verzeichnen gewesen. Aber auch die Betriebe
hätten in diesem Zeitraum ihre Kosten um 1,5 Mrd Schilling erheblich senken können.

Von der nächsten Etappe der Umsetzung der neuen Bestimmungen in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigte bis zum Jahr 2000 erwartet sich der AK Präsident ein weiters Absinken der Unfallszahl. Tumpel verwies auf eine Untersuchung, wonach die Unfallhäufigkeit in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten um 20 Prozent höher als in Betrieben mit 100 bis 1000 und um 40 Prozent höher als in Betrieben mit mehr als 1000 Beschäftigten sei.

Tumpel erinnerte daran, daß nunmehr im Zuge der Novellierung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetz auch mehr Flexibilität bei den Mindesteinsatzzeiten gesichert sei. Dies lasse in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigte je nach Grad der Gefährdung eine geradezu maßgeschneiderte Betreuung zu.

Im Zuge der Kampagne, die vorerst als Pilotprojekt auf die Bundeshauptstadt beschränkt ist, werden über 15.000 Betriebsräte und Sicherheitsvertrauenspersonen über Sinn und Zweck der neuen Bestimmmungen informiert und auf die Ermittlung, Bewertung und Dokumentation der Gefahren im Betrieb vorbereitet. Damit soll eine rasche und reibungslose Umsetzung des ArbeiternehmerInnenschutzgesetzes in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern gewährleistet werden. Von der zweiten Etappe der Umsetzung sind in Wien rund 250.000 Beschäftigte in mehr als
53.000 Betrieben, immerhin über 90 Prozent aller Betriebsstätten in der Stadt, betroffen.

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