Penz: EU darf ländlichen Raum nicht vernachlässigen

Agenda-Vorschläge bedeuten 1 Mrd. S weniger an Fördermitteln

Niederösterreich, 29.6.98 (NÖI) Eine gezielte Förderung des ländlichen Raumes im Rahmen der EU-Regionalpolitik auch über das Jahr 1999 hinaus forderte heute NÖ Bauernbunddirektor Johann Penz. "Wenn die Vorschläge der EU-Kommission nach den Vorgaben der Agenda 2000 unverändert angenommen würden, würde dies allein für die ländlichen Gebiete in Österreich im Zeitraum 2000 bis 2006 einen Verlust an Fördermitteln von fast einer Milliarde Schilling bedeuten", erklärte Penz. Dies sei für den ländlichen Raum nicht verkraftbar.****

Laut Agenda 2000 wären die Verluste an Regionalfördermitteln für Österreich insgesamt beträchtlich, sagte der NÖ Bauernbunddirektor. So habe das WIFO errechnet, daß Österreich im Zeitraum 2000 bis 2006 mit einer Minderung an Fördermitteln von 687 Millionen Schilling pro Jahr bzw. mit 4,81 Milliarden Schilling für den gesamten Zeitraum zu rechnen hätte. Dies entspreche fast einem Viertel des derzeitigen Fördervolumens. Allein für die Ziel 5b-Gebiete, also den ländlichen Raum, würde der Verlust jährlich 134 Millionen Schilling bzw. insgesamt 939 Millionen Schilling
betragen.

"Gerade am Beispiel Niederösterreich hat sich gezeigt, daß die gezielte Regionalförderung in den Bereichen erneuerbare Energien, Forstwirtschaft, Dorferneuerung, Landentwicklung, Qualifizierung sowie Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte Investitionen in
der Höhe von mehr als 2 Milliarden Schilling ausgelöst und damit zur Arbeitsplatzsicherung und -schaffung im ländlichen Raum ganz wesentlich beigetragen hat", erklärte Penz.

Der NÖ Bauernbund werde daher darauf drängen, daß der ländliche Raum auch in Zukunft im Rahmen der EU-Regionalpolitk eine wichtige Position einnimmt. "Wir erwarten uns, daß Österreich seinen EU-Ratsvorsitz auch dahingehend nützt, die Interessen unserer ländlichen Gebiete wahrzunehmen. Denn eine weitere Abwanderung in die Ballungszentren aufgrund fehlender Entwicklungsperspektiven in den ländlichen Regionen kann nicht im Interesse der Gesellschaft liegen", sagte Penz.

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