OeNB - Neues OeNB-Geldzentrum eröffnet

OeNB für künftigen europäischen Wettbewerb voll gerüstet

Wien (OTS) - In Anwesenheit von Bundeskanzler Mag. Klima,
den Bundesministern Edlinger und Dr. Farnleitner sowie anderen hochrangigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hat die Oesterreichische Nationalbank am Freitag, dem 19. Juni 1998,
ihr neues Geldzentrum im 9. Wiener Gemeindebezirk eröffnet. Das
in vierjähriger Bauzeit errichtete Gebäude beherbergt unter anderem die Druckerei für Wertpapiere, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die Banknoten- und Münzenkasse, das Rechenzentrum und die Sicherheitsabteilung. Mit der neuen Banknotendruckerei, einer der modernsten der Welt, verfügt die
OeNB über eine hervorragende Ausgangsposition im künftigen Wettbewerb um die Produktion der Euro-Banknoten.

In seiner Eröffnungsansprache bezeichnete OeNB-General-
direktor Adolf Wala die Fertigstellung des neuen Geldzentrums
als Symbol für "den Aufbruch der Oesterreichischen Nationalbank
in die europäische Zukunft": In dem aus den 20er Jahren
stammenden Hauptgebäude der OeNB am Otto-Wagner-Platz wäre es nicht mehr möglich gewesen, die dort auf zehn Stockwerke
verteilte und unter akutem Platzmangel leidende
Banknotendruckerei auf die aktuelle Generation moderner, leistungsfähiger Maschinen - die auch den heutigen Umweltanforderungen entsprechen - umzurüsten. Durch die nunmehr verwirklichte Effizienzsteigerung wird die OeNB ihre
international führende Position bei der Herstellung fälschungssicherer Banknoten weiter ausbauen und damit ihre Konkurrenzfähigkeit im gemeinsamen europäischen Markt sicherstellen können.

Das neue Geldzentrum wurde in der Garnisongasse errichtet,
in unmittelbarer Nähe des OeNB-Hauptgebäudes, mit dem es aus Sicherheitsgründen durch einen unterirdischen Tunnel verbunden
ist. Um der städtebaulichen Lage zwischen dem denkmal-
geschützten Bereich des alten AKH und dem Gründerzeitviertel um die Votivkirche gerecht zu werden, wurde ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt von Architekt Professor Wilhelm Holzbauer fügt sich harmonisch in
die vorhandene Bausubstanz ein: Der U-förmige Hauptbaukörper öffnet sich zu den josephinischen Bauten des alten AKH und umschließt in diesem Bereich begrünte Innenhöfe. Von dem rund 10.500 m2 großen Grundstück wurden weniger als zwei Drittel verbaut. Mit 26 Metern Höhe ist das Geldzentrum deutlich
niedriger als das OeNB-Hauptgebäude am Otto-Wagner-Platz. Die Baukosten des neuen Gebäudes entsprachen mit rund 3, 3 Mrd. Schilling dem Plan.

Die Errichtung erfolgte nach modernsten Umwelt-Standards:
Das Haus wird mit Fernwärme beheizt und verfügt über eine der größten fassadenintegrierten Photovoltaik-Anlagen Europas. Eine computergesteuerte Haustechnik-Anlage sorgt für optimale Energienutzung und Energierückgewinnung. Wo immer möglich,
wurden die Arbeitsräume nach baubiologischen Gesichtspunkten
mit Naturmaterialien eingerichtet. Mit einer Reihe von Pyramideneichen vor dem zurückgesetzten Haupteingang und seinen begrünten Dachflächen, Innenhöfen und Freiflächen bringt das Gebäude auch zusätzliches Grün in das Viertel.

Für die künstlerische Ausgestaltung wurden ebenfalls Wettbewerbe durchgeführt, aus denen renommierte österreichische Künstler als Sieger hervorgingen: der Bildhauer Florian Schaumberger schuf die beeindruckende Skulptur "Euro 2000" vor
dem Haupteingang und der Maler Eduard Angeli das
ausdrucksstarkes Wandgemälde "Das blaue Tor" im Stiegenhaus.

Die Oesterreichische Nationalbank, die in der Banknotenentwicklung und -produktion schon bisher führend
war - auch die künftigen Euro-Banknoten stammen ja aus der Hand
des OeNB-Designers Robert Kalina - ist mit dem neuen
Geldzentrum nun für den internationalen Wettbewerb voll
gerüstet.

OeNB-Präsident Dr. Klaus Liebscher wies in seiner Ansprache darauf hin, daß sich Funktionen und Aufgaben der an der Währungsunion teilnehmenden, nationalen Zentralbanken
grundlegend ändern werden. Die OeNB ist nach der Errichtung der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) am 1. Juni 1998 zu einem integralen
Bestandteil dieses Systems geworden, in dem die Notenbanken der
elf "Euro-Länder" zusammen mit der Europäischen Zentralbank
(EZB) ab 1999 eine gemeinsame europäische Geld- und Währungspolitik gestalten und durchführen werden.

Darüber hinaus werden die nationalen Zentralbanken zu den operativen Armen des ESZB. In diesem Zusammenhang wird die OeNB weiterhin weitreichende Aufgaben im Bereich der Geld-, Devisen-
und Zahlungsverkehrspolitik, der Statistik und bei der Banknotenproduktion wahrnehmen. Sie wird sich dabei an den Leitlinien des EZB-Rates, in dem auch der Gouverneur der OeNB
mit Sitz und Stimme vertreten ist, orientieren und gemäß den Weisungen der EZB handeln. Unberührt davon bleiben die der OeNB
im Rahmen der Bankenaufsicht übertragenen Aufgaben und ihre sonstigen Tätigkeiten.

Eine glaubwürdige und akzeptierte "Euro"-Geldpolitik wird maßgeblich von einer effizienten Kommunikation des ESZB mit der Öffentlichkeit abhängen. Der Präsident betonte in diesem Zusammenhang, daß die nationalen Zentralbanken zu einem
wichtigen Kommunikator zwischen einheitlicher Geldpolitik und nationaler Wirtschaftspolitik und Bevölkerung werden.

Die OeNB wird sich auch in diesem neuen Umfeld mit all ihren Kräften bemühen, das in sie gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und ihren Beitrag zu einem stabilen Euro zu leisten.

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