• 05.06.1998, 12:24:01
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  • OTS0152

Löchriger Datenschutz: Die meisten Antiviren-Programme sind blind für die gefährlichen "Trojanischen Pferde"=

München (ots) - Wer mit seinem Computer ins Internet geht,
riskiert, daß er ungewollt private Daten preisgibt. Besonders
gefährlich sind sogenannte "Trojanische Pferde", die sich als
scheinbar nützliche Programme tarnen und beispielsweise Unbefugten
ermöglichen, über das Internet auf den heimischen PC zuzugreifen.
Große Aufmerksamkeit erregte jüngst ein 16jähriger Schüler, der den
Online-Dienst T-Online mit einem Trojanischen Pferd düpierte. In
trügerischer Sicherheit wiegen sich Anwender von Antiviren-Software.
Doch dieser Schutz ist überaus löchrig, warnt das Computermagazin
CHIP: Zwar suchen alle Antiviren-Programme nach Trojanischen Pferden,
aber nur wenige finden sie.

Der Test in der aktuellen CHIP-Ausgabe (erhältlich ab 15. Juni)
brachte eine böse Überraschung: Die meisten Antiviren-Programme
bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Von über 300 leicht
erhältlichen Trojanischen Pferden wurden in vielen Fällen weniger als
20 Prozent erkannt. Enttäuschend ist für Chefredakteur Rainer
Grabowski vor allem, daß ausgerechnet einige der meistverkauften
Antivirus-Programme den Trojanischen Pferden ungehindert Einlaß
gewähren: AVP erkannte nur die Hälfte, die Umsatzrenner McAfee und
Norton Antivirus sogar nur rund 16 bzw. rund zwölf Prozent der
Trojanischen Pferde. Respektable Werte erreichten im CHIP-Test nur
Frisk F-Prot (93 Prozent Erkennungsrate) und Dr. Solomon's
Anti-Virus-Toolkit (84 Prozent).

Neue Herausforderungen warten auf die Antiviren-Programme
unterdessen auch in ihrem klassischen Arbeitsgebiet: Die Schwelle von
20.000 bekannten Viren und sonstigen schädlichen Programmen wurde
soeben überschritten. Von Bedeutung ist diese Zahl allerdings
vornehmlich für Sammler, die jedes erreichbare Exemplar in
"Viren-Zoos" hüten. "Nur etwa 200 Viren treiben weltweit tatsächlich
ihr Unwesen auf Rechnern", erläutert der CHIP-Chefredakteur.
"Darunter sind mittlerweile überdurchschnittlich viele der in
Office-Dokumenten versteckten Makroviren."

Hinweis: Eine Grafik mit den kompletten Resultaten zum CHIP-Test
finden Sie im Internet unter www.vibrio.de/chip

ots Originaltext: CHIP
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:
Alexander Harlander - CHIP-Infodienst
Telefon: 089/32151-861 - E-Mail: [email protected]

Rückfragen bitte an News Aktuell Tel.: +49 40 4113-2850

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