BMUJF und Waschmittelindustrie vereinbaren mehr Transparenz im Waschmittelmarkt

Wien (BMUJF, FCIO) - Mehr Transparenz wird es zukünftig bei Wasch-und Reinigungsmitteln geben. Dies aufgrund zweier Maßnahmen, die das Umweltministerium gemeinsam mit den österreichischen Anbietern von Wasch- und Reinigungsmitteln setzt.

Zum einen wird gemeinsam mit den europäischen Herstellern von Waschmittelenzymen eine Selbstverpflichtung gegenüber dem BMUJF abgegeben. Der raschen Entwicklung der letzten Jahre Rechnung tragend, verpflichten sich die Enzymhersteller, verfügbare Daten über Herkunft, Herstellung und Absicherung von in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzten Enzymen dem BMUJF bekanntzugeben.
Die Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln ihrerseits verpflichten sich, nur solche Enzyme einzusetzen, zu denen die Enzymhersteller die Daten an das BMUJF liefern.

Enzyme sind Eiweißstoffe, die in Wasch- und Reinigungsmitteln in geringen Mengen zum Einsatz kommen und den Abbau hartnäckiger Verschmutzungen beschleunigen. Enzyme der modernsten Generation
sind leistungsfähiger als ihre Vorgänger. Sie tragen bei der Entwicklung von Wasch- und Reinigungsmitteln wesentlich dazu bei, deren Dosierung zu verringern und die durchschnittliche Waschtemperatur zu senken. Generell sind Enzyme ökologisch gut abbaubar und können im Haushalt sicher verwendet werden, wobei Enzyme der modernsten Generation auch weniger Rohstoffe und
Energie bei der Erzeugung benötigen.

Mit der Selbstverpflichtung der Enzymhersteller und der Waschmittelhersteller erhält das Umweltministerium die Möglichkeit, die eingesetzten Enzyme qualitativ und quantitativ zu verfolgen. Anhand eines vorliegenden deutschen Modells konnte mit dem BMUJF ein klares und einfach zu handhabendes Konzept
erarbeitet werden, das sehr rasch - bis Ende 1998 - umgesetzt
werden kann.

Die zweite Maßnahme betrifft die Transparenz bei Waschmittelpackungen. Zukünftig werden die wichtigsten österreichischen Waschmittelanbieter den Vergleich zwischen herkömmlichen Waschmitteln und den modernen, umweltgerechteren Kompaktaten durch einen Aufdruck der erzielbaren Waschgänge verdeutlichen. Ein Schritt, der auch vom Umweltministerium begrüßt wird und der die Vergleichbarkeit und Transparenz am Waschmittelmarkt deutlich verbessern wird.

Zwischen Kompaktaten und herkömmlichen Waschmitteln wurden die Dosierempfehlungen und Meßbecher so adaptiert, daß im Laufe der nächsten Monate nun die gleiche Meßbecher-Anzahl auf ”verwandten” Vollwaschmitteln an exponierter Stelle der Verpackung aufscheint.
So bekommen zum Beispiel 1,5kg Kompaktate und 3kg Normalware den Aufdruck "20 Meßbecher". Damit spielen auch unterschiedliche Meßbecher keine Rolle mehr.

Durch diese Maßnahme sollen konzentrierte, ökologisch bessere Waschmittel weiter forciert werden. Gelingt der damit verbundene "Lernprozeß" von Kilogramm auf Meßbecher, wird dies auch zu einer positiven Verhaltensveränderung beim Konsumenten führen.

Die Selbstverpflichtung und die Umstellung auf das neue Meßbecher-System sind langfristige Maßnahmen, die zu einer weiteren Transparenz bei Waschmitteln führen werden. Mit den Piktogrammen erfüllt die Waschmittelindustrie zudem den Wunsch des BMUJF und
der österreichischen Konsumentenschützer, Konsumenten verstärkt zum Umstieg auf kompakte Produkte anzuregen.

Rückfragen & Kontakt:

Umwelt, Jugend und Familie
Dr. Ingrid Nemec
Telefon (01) 51522 5051

Fachverband der chemischen Industrie Österreichs (WKÖ)
Dr. Siegfried Waldhör
Telefon (01) 71104 385
Mag. Ernst Primosch
Telefon (01) 71104 254

Bundesministerium für

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HAG/BMUJF, FCIO