• 28.05.1998, 10:05:00
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  • OTS0060

BMUJF und Waschmittelindustrie vereinbaren mehr Transparenz im Waschmittelmarkt

Wien (BMUJF, FCIO) - Mehr Transparenz wird es zukünftig bei Wasch-
und Reinigungsmitteln geben. Dies aufgrund zweier Maßnahmen, die
das Umweltministerium gemeinsam mit den österreichischen Anbietern
von Wasch- und Reinigungsmitteln setzt.

Zum einen wird gemeinsam mit den europäischen Herstellern von
Waschmittelenzymen eine Selbstverpflichtung gegenüber dem BMUJF
abgegeben. Der raschen Entwicklung der letzten Jahre Rechnung
tragend, verpflichten sich die Enzymhersteller, verfügbare Daten
über Herkunft, Herstellung und Absicherung von in Wasch- und
Reinigungsmitteln eingesetzten Enzymen dem BMUJF bekanntzugeben.
Die Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln ihrerseits
verpflichten sich, nur solche Enzyme einzusetzen, zu denen die
Enzymhersteller die Daten an das BMUJF liefern.

Enzyme sind Eiweißstoffe, die in Wasch- und Reinigungsmitteln in
geringen Mengen zum Einsatz kommen und den Abbau hartnäckiger
Verschmutzungen beschleunigen. Enzyme der modernsten Generation
sind leistungsfähiger als ihre Vorgänger. Sie tragen bei der
Entwicklung von Wasch- und Reinigungsmitteln wesentlich dazu bei,
deren Dosierung zu verringern und die durchschnittliche
Waschtemperatur zu senken. Generell sind Enzyme ökologisch gut
abbaubar und können im Haushalt sicher verwendet werden, wobei
Enzyme der modernsten Generation auch weniger Rohstoffe und
Energie bei der Erzeugung benötigen.

Mit der Selbstverpflichtung der Enzymhersteller und der
Waschmittelhersteller erhält das Umweltministerium die
Möglichkeit, die eingesetzten Enzyme qualitativ und quantitativ zu
verfolgen. Anhand eines vorliegenden deutschen Modells konnte mit
dem BMUJF ein klares und einfach zu handhabendes Konzept
erarbeitet werden, das sehr rasch - bis Ende 1998 - umgesetzt
werden kann.

Die zweite Maßnahme betrifft die Transparenz bei
Waschmittelpackungen. Zukünftig werden die wichtigsten
österreichischen Waschmittelanbieter den Vergleich zwischen
herkömmlichen Waschmitteln und den modernen, umweltgerechteren
Kompaktaten durch einen Aufdruck der erzielbaren Waschgänge
verdeutlichen. Ein Schritt, der auch vom Umweltministerium begrüßt
wird und der die Vergleichbarkeit und Transparenz am
Waschmittelmarkt deutlich verbessern wird.

Zwischen Kompaktaten und herkömmlichen Waschmitteln wurden die
Dosierempfehlungen und Meßbecher so adaptiert, daß im Laufe der
nächsten Monate nun die gleiche Meßbecher-Anzahl auf ”verwandten”
Vollwaschmitteln an exponierter Stelle der Verpackung aufscheint.
So bekommen zum Beispiel 1,5kg Kompaktate und 3kg Normalware den
Aufdruck "20 Meßbecher". Damit spielen auch unterschiedliche
Meßbecher keine Rolle mehr.

Durch diese Maßnahme sollen konzentrierte, ökologisch bessere
Waschmittel weiter forciert werden. Gelingt der damit verbundene
"Lernprozeß" von Kilogramm auf Meßbecher, wird dies auch zu einer
positiven Verhaltensveränderung beim Konsumenten führen.

Die Selbstverpflichtung und die Umstellung auf das neue Meßbecher-
System sind langfristige Maßnahmen, die zu einer weiteren
Transparenz bei Waschmitteln führen werden. Mit den Piktogrammen
erfüllt die Waschmittelindustrie zudem den Wunsch des BMUJF und
der österreichischen Konsumentenschützer, Konsumenten verstärkt
zum Umstieg auf kompakte Produkte anzuregen.

Rückfragehinweis: Bundesministerium für

Umwelt, Jugend und Familie
Dr. Ingrid Nemec
Telefon (01) 51522 5051

Fachverband der chemischen Industrie Österreichs (WKÖ)
Dr. Siegfried Waldhör
Telefon (01) 71104 385
Mag. Ernst Primosch
Telefon (01) 71104 254

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HAG/BMUJF, FCIO

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