AHS-Lehrer verwahren sich gegen im Kurier geäußerte Vorwürfe

Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Bundessektion Höhere Schule in
der GÖD, Mag. Helmut Jantschitsch, weist die im KURIER vom 21. Mai 1998 unter dem Titel "Auch die Lehrer machen blau" geäußerten Vorwürfe auf das Entschiedenste zurück.

Der von sachlichen Unrichtigkeiten und Unterstellungen geprägte Bericht erweckt den Eindruck, Lehrer kämen ihren Dienstpflichten nicht entsprechend nach. Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage.

Im §2 Abs. 5 des Schulzeitgesetzes heißt es:

"Aus Anlässen des schulischen oder sonstigen öffentlichen Lebens kann ... der Schulgemeinschaftsausschuß höchstens fünf Tage in jedem Unterrichtsjahr schulfrei erklären."

Es handelt sich demnach um "schulfreie", und nicht wie im KURIER unterstellt, um bloß "unterrichtsfreie" Tage.

Wenn die Sprecherin des Unterrichtsministeriums behauptet, es sei "nicht im Sinne des Erfinders", daß manche Lehrer an diesen Tagen gar nicht in die Schule kämen, so übersieht sie mehrere Tatsachen:

  • die betreffenden Tage sind "schulfrei"
  • die mangelnde Infrastruktur an den Schulen zwingt die Lehrer zur "Heimarbeit"
  • keinerlei Gesetze oder Verordnungen schreiben eine Anwesenheit der Lehrer an der Schule vor.

Der Vorwurf seitens des Dienstgebers ist umso befremdlicher als BM Gehrer stets ausdrücklich betont, daß ein großer Teil der Lehrerarbeit außerhalb des Schulgebäudes erbracht werden muß, da der Bund aus budgetären Gründen nicht in der Lage wäre, die entsprechende Infrastruktur (Arbeitsräume, Büroausstattung, Computer, Fachliteratur etc.) zur Verfügung zu stellen.

Die Ministerin hat auch kürzlich der Gewerkschaft zugesichert, sich dafür einzusetzen, daß die beträchtlichen privaten Aufwendungen der Lehrer für ihre berufliche Tätigkeit in höherem Umfang als bisher steuermindernd als Werbungskosten anerkannt werden.

Da in den Schulen - wie bei jedem Lokalaugenschein leicht beweisbar wäre - vielfach unzumutbare Arbeitsplatzverhältnisse herrschen, finanzieren Lehrer auf eigene Kosten Arbeitsräume (samt Heizung, Beleuchtung etc.) sowie Büroausstattung (z.B. Schreibtisch, PC) und der einschlägigen Fachliteratur.

Die Lehrer erwarten die entsprechende (auch steuerliche) Anerkennung dieser finanziellen Leistungen durch Dienstgeber und Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund werden die im KURIER geäußerten Vorwürfe von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen als Hohn empfunden.

Die Gewerkschaft verlangt daher eine Klarstellung seitens des Ministeriums ebenso wie eine öffentliche Anerkennung der Lehrerarbeit (innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes) durch den Dienstgeber. Über die Medien ausgerichtete Vorwürfe tragen nicht zu einer Verbesserung des Klimas bei.

Der zu je einem Drittel von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern besetzte Schulgemeinschaftsausschuß beschließt die Festlegung der "schulfreien" Tage. Alle Unterstellungen undemokratischer Vorgänge in diesem Schulpartnergremium müssen ebenfalls in aller Deutlichkeit zurückgewiesen werden.

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Vorsitzender der Bundessektion Höhere Schule in
der GÖD
Tel.: 1/4056148, 0664/1448235Mag. Helmut Jantschitsch

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