- 22.05.1998, 11:57:21
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AHS-Lehrer verwahren sich gegen im Kurier geäußerte Vorwürfe
Wien (OTS) - Der Vorsitzende der Bundessektion Höhere Schule in
der GÖD, Mag. Helmut Jantschitsch, weist die im KURIER vom 21. Mai
1998 unter dem Titel "Auch die Lehrer machen blau" geäußerten
Vorwürfe auf das Entschiedenste zurück.
Der von sachlichen Unrichtigkeiten und Unterstellungen geprägte
Bericht erweckt den Eindruck, Lehrer kämen ihren Dienstpflichten
nicht entsprechend nach. Diese Vorwürfe entbehren jeder Grundlage.
Im §2 Abs. 5 des Schulzeitgesetzes heißt es:
"Aus Anlässen des schulischen oder sonstigen öffentlichen Lebens
kann ... der Schulgemeinschaftsausschuß höchstens fünf Tage in jedem
Unterrichtsjahr schulfrei erklären."
Es handelt sich demnach um "schulfreie", und nicht wie im KURIER
unterstellt, um bloß "unterrichtsfreie" Tage.
Wenn die Sprecherin des Unterrichtsministeriums behauptet, es sei
"nicht im Sinne des Erfinders", daß manche Lehrer an diesen Tagen gar
nicht in die Schule kämen, so übersieht sie mehrere Tatsachen:
- die betreffenden Tage sind "schulfrei"
- die mangelnde Infrastruktur an den Schulen zwingt die Lehrer
zur "Heimarbeit"
- keinerlei Gesetze oder Verordnungen schreiben eine Anwesenheit
der Lehrer an der Schule vor.
Der Vorwurf seitens des Dienstgebers ist umso befremdlicher als BM
Gehrer stets ausdrücklich betont, daß ein großer Teil der
Lehrerarbeit außerhalb des Schulgebäudes erbracht werden muß, da der
Bund aus budgetären Gründen nicht in der Lage wäre, die entsprechende
Infrastruktur (Arbeitsräume, Büroausstattung, Computer, Fachliteratur
etc.) zur Verfügung zu stellen.
Die Ministerin hat auch kürzlich der Gewerkschaft zugesichert,
sich dafür einzusetzen, daß die beträchtlichen privaten Aufwendungen
der Lehrer für ihre berufliche Tätigkeit in höherem Umfang als bisher
steuermindernd als Werbungskosten anerkannt werden.
Da in den Schulen - wie bei jedem Lokalaugenschein leicht
beweisbar wäre - vielfach unzumutbare Arbeitsplatzverhältnisse
herrschen, finanzieren Lehrer auf eigene Kosten Arbeitsräume (samt
Heizung, Beleuchtung etc.) sowie Büroausstattung (z.B. Schreibtisch,
PC) und der einschlägigen Fachliteratur.
Die Lehrer erwarten die entsprechende (auch steuerliche)
Anerkennung dieser finanziellen Leistungen durch Dienstgeber und
Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund werden die im KURIER
geäußerten Vorwürfe von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen als Hohn
empfunden.
Die Gewerkschaft verlangt daher eine Klarstellung seitens des
Ministeriums ebenso wie eine öffentliche Anerkennung der Lehrerarbeit
(innerhalb und außerhalb des Schulgebäudes) durch den Dienstgeber.
Über die Medien ausgerichtete Vorwürfe tragen nicht zu einer
Verbesserung des Klimas bei.
Der zu je einem Drittel von Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern
besetzte Schulgemeinschaftsausschuß beschließt die Festlegung der
"schulfreien" Tage. Alle Unterstellungen undemokratischer Vorgänge in
diesem Schulpartnergremium müssen ebenfalls in aller Deutlichkeit
zurückgewiesen werden.
Rückfragehinweis: Mag. Helmut Jantschitsch
Vorsitzender der Bundessektion Höhere Schule in
der GÖD
Tel.: 1/4056148, 0664/1448235
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