LIF WILL IMMOBILIENMAKLER-BRANCHE ZU MASSENKONKURSEN ZWINGEN

Wien (ÖVP-Klub) - Von "besonderer Sachkenntnis geprägt"
sind die gestrigen Aussagen von Mandataren des LIF zum Thema Maklerprovisionen, merkte ÖVP-Gemeinderat Mag. Alexander
Neuhuber ironisch an. "Das angeblich wirtschaftlich liberal
denkende LIF schlägt Zwangsmaßnahmen vor, die einer betriebs-wirtschaftlichen Prüfung nicht einmal annähernd standhalten." *****
"Die Pflichten von Immobilienmaklern sind im Maklergesetz ge-nauestens aufgelistet, dazu gehört etwa beim Alleinvermitt-lungsauftrag die ausdrückliche Verpflichtung des Maklers, sich
nach Kräften um die Vermittlung zu bemühen", führte Neuhuber,
im Zweitberuf selbst Immobilienmakler, aus. "Der Vorwurf des
LIF, nach der derzeitigen Gesetzeslage seien Makler nicht ein-
mal verpflichtet, sich um die Vermittlung zu bemühen, geht also völlig ins Leere. Weiters scheinen Frau Hack und Herr Kier den aleatorischen Charakter des Maklervertrages nicht verstanden zu haben. Kaum ein anderer Beruf ist heute schon so von einem lei-stungsbezogenen Zahlungsmodell abhängig, wie der Immobilienmak-ler. Nur bei positivem Vermittlungserfolg ist bekanntlich auch
eine Provision fällig."

Auf einem anderen Blatt stehe, daß der Maklerberuf internatio-
nal in eine andere Richtung tendiert, nämlich weg vom bloßen Vermittler hin zum Berater, erklärte Neuhuber. Man könne sehr
wohl über die zukünftige Rolle des Immobilienmaklers philoso-phieren, auch die einseitige Vertretung sei eine Maßnahme, über die man grundsätzlich durchaus nachdenken könne.

Die vom LIF geforderte rigide Form der Provisionssenkung - bei Vermietung will man den Maklern 75 % ihres bisherigen Höchst-provisionsanspruches streitig machen - würde zu einem wirt-schaftlichen Massenexodus aus der Branche führen. "Wie, glauben
die LIF-Abgeordneten, soll sich das von ihnen gewählte Beispiel
der Vermietung einer 40-m2-Wohnung mit 600.- Provision für den Makler noch rechnen, wenn diese Wohnung vorher 15 Mal besich-
tigt werden muß? Ein Stundenlohn von 40.- ohne Berücksichtigung sonstiger Nebenkosten wäre die Folge!", gab Neuhuber zu beden-
ken. Die Honorierung zusätzlicher Dienstleistungen erscheine
auf den ersten Blick durchaus vielversprechend und ließe sich
im Bereich der Gewerbeimmobilien auch umsetzen. Bei der Ver-mittlung von Wohnimmobilien wären aber dem Mißbrauch bei der Beratung Tür und Tor geöffnet, warnte der ÖVP-Abgeordnete.

"Besonders schmerzlich empfinde ich, daß gerade die Abgeordne-
ten Hack und Kier der Schummelberichterstattung der Arbeiter-
kammer auf den Leim gehen", erklärte Neuhuber. "Sämtliche Ver-gleiche, die aus dem antikapitalistischen Hut gezaubert werden, beziehen sich hierzulande auf Höchstgrenzen, die in den meisten Fällen ohnedies unterschritten werden, und bei den ausländi-
schen Beispielen um tatsächliche Werte. Die offenbar gewordene Inkompetenz des LIF in Wirtschaftsfragen stimmt mich gerade bei diesem Thema traurig. Aufgrund meiner persönlichen Kompetenz in dieser Thematik hätte ich mir von einer Pressekonferenz unter
dem Titel: 'Immobilienmakler - vom Vermittler zum Berater' mehr erwartet."

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