Chirurgischer Bio-Kleber erstmals in den USA zugelassen

In Österreich entwickelt / Weltweit bereits fünf Millionen Patienten ,biologisch geklebt" / Zweikomponenten-Prinzip

Wien (OTS) - Amerikanische Chirurgen können Operationswunden
jetzt mit einem in Österreich hergestellten biologischen Zweikomponenten-Kleber verschließen. Die US-Arzneimittelbehörde hat Anfang Mai den vonImmuno entwickelten ,Fibrinkleber" für den amerikanischen Markt zugelassen. Wir haben damit das erste Produkt dieser Art auf den US-Markt gebracht. Daher bin ich optimistisch, daß dieses Präparat dort einen ähnlich großen Marktanteil erobern wird wie in Europa", sagte Immuno-Vorstand Thomas Glanzmann (39) in einer Pressemitteilung des Unternehmens. In Europa ist Immuno mit 80 Prozent unbestrittener Marktführer.

Nach der Zulassung in den USA dürfte der Weltmarkt für Fibrinkleber bald auf über fünf Milliarden Schilling wachsen, schätzt Gordon Busenbark, der von Wien aus die internationalen Fibrinkleber-Aktivitäten von Baxter leitet. Immuno ist seit 1997 eine Konzerngesellschaft von Baxter.

In den USA sieht Busenbark die Chancen für das Immuno-Produkt besonders günstig: Viele Chirurgen arbeiten bereits mit, hausgemachten" Fibrinklebern, also mit Proteinmischungen aus Blutspenden, die in kleinen Mengen im jeweiligen Krankenhaus hergestellt werden. Das industriell hergestellte Immuno-Präparat hat demgegenüber eine standardisierte Zusammensetzung und Wirkstärke. Zur Sicherheit des Präparats tragen hochwirksame Virus-Inaktivierungsverfahren bei. Baxter ist außerdem mit seinen Produkten aus dem Geschäftsfeld Herz-Kreislauf bei den Herzchi-rurgen, die zu den wichtigsten ,Klebern" gerechnet werden, bereits sehr gut vertreten. Baxter bietet im Bereich Herz-Kreislauf unter anderem ein Kunstherz, Herzklappen und Herzkatheter an.

Wirkprinzip des Fibrinklebers

Der Fibrinkleber ahmt den natürlichen Wundverschluß nach, mit dem der Körper kleinere Verletzungen schnell ,repariert": Die beiden im Blut enthaltenen Proteine Fibrinogen und Thrombin bilden, wenn sie zusammengebracht werden, ein dichtes Netz aus Fibrinfäden, die die Wunde verschließen, die Blutung stoppen und die Heilung fördern. In einer Zweikammer-Spritze nutzen Chirurgen den Fibrinkleber zum Kleben von Organen, die sich schwer nähen lassen oder die gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen werden müssen, etwa bei Eingriffen an Leber und Lunge. In der Herzchirurgie dient der Kleber unter anderem der schnellen Blutstillung bei Bypass-Operationen. Er wird weiters bei Operationen am Auge, an Nerven und in der plastischen (wiederherstellenden) Chirurgie eingesetzt.

Über die Anwendungsmöglichkeiten des Fibrinklebers wurden in den letzten Jahren rund 2.800 Fachartikel publiziert. Der erste industriell hergestellte Fibrinkleber wurde in Österreich entwickelt, das Produkt wird aus Blutplasma gewonnen.

Baxter beschäftigt in Österreich rund 2.000 Mitarbeiter, die meisten davon bei der Immuno AG. Die Immuno AG arbeitet auf dem Gebiet der Entwicklung, Herstellung und internationalen Vermarktung von Präparaten aus Plasma, von gentechnisch hergestellten Präparaten und von Impfstoffen. Das Unternehmen verfügt über ein Forschungszentrum in Orth/Donau. In fünf Städten, darunter Wien und Graz, betreibt Immuno Plasmaspende-Zentren. Für den österreichischen Markt ist die Baxter-Immuno-Vertriebsgesellschaft zuständig, der Umsatz in Österreich beträgt rund 700 Millionen Schilling. International erzielte Baxter 1997 einen Umsatz von 6,1 Milliarden Dollar (über70 Mrd. öS).

Haben Sie Rückfragen? Benötigen Sie weitere Informationen? Rufen Sie an: Frank Butschbacher, Baxter-Immuno (01) 20100-2288, Fax: -525, butschf@baxter.com

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