Fragwürdige Sektenbroschüre von Grazer Polizisten Grazer Polizisten veröffentlichten eine neuen Sektenbroschüre. Jehovas Zeugen klagen wegen zahlreicher Falschdarstellungen

Wien/Graz (OTS) - Am 20. Februar 1998 wurde von zwei Grazer Polizisten eine Sekten-Broschüre mit dem Titel "SOS - Sekten -Okkultismus - Satanismus" der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Satanismus und Okkultismus wird in dieser Broschüre auch die christliche Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas angeführt und dies im Zusammenhang mit diskriminierenden und falschen Behauptungen. "Wir fühlen uns als religiöse Minderheit durch diese Broschüre diskreditiert und machen uns sorgen um unsere Kinder, da die Schulen Zielgruppe der Polizisten sind.

Schon in der Vergangenheit waren jugendliche Zeugen Opfer von Angriffen ihrer Mitschüler. Dies wird bestimmt zunehmen, weil durch diese Darstellungen Intoleranz gesät wird", meint Karl Hubmann, Informationsdienst der Zeugen Jehovas Steiermark.

Mittlerweile distanziert sich bereits das Sektenreferat der Bundespolizeidirektion Wien vom Inhalt der Broschüre. Dies ist um so bemerkenswerter, da von den Grazer Polizisten behauptet wird, von dieser Stelle Informationen bekommen zu haben. Auch die verschiedenen Inserenten reagierten sehr betroffen, als sie mit der Fülle von Falschdarstellungen alleine über die Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas konfrontiert wurden. In einer Neuauflage, die übrigens geplant ist, wollen sie nicht mehr genannt werden.

"Bei allem Verständnis für die Intention der Herausgeber, die Jugend vor zweifelhaften Gruppen zu warnen, dürfen die Grundregeln des Rechtsstaates nicht über Bord geworfen werden. Es kann nicht sein, daß selbst ernannte "Sekten-Apostel" sich ermächtigen, unter dem Deckmantel der Pressefreiheit, schlecht recherchierte Fakten -noch dazu als Polizeibeamte - der Öffentlichkeit vorstellen", mein Mag. Schwab von Informationsdienst Steiermark.

Die Glaubensgemeinschaft beschreitet nun den Rechtsweg, nachdem ein Dialog von den Herausgebern der Broschüre verweigert wurde.

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