• 04.05.1998, 22:00:34
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Frank O. Gehry - Erster Preisträger des Österreichischen Friedrich Kiesler-Preises für Architektur und Kunst=

Wien (OTS) - Die Österreichische Friedrich und Lillian
Kiesler-Privatstiftung gibt im Namen der Auslober - Bundeskanzleramt
Kunstsektion, Bundesministerium für Unterricht und kulturelle
Angelegenheiten und Stadt Wien - den amerikanischen Architekten

Frank O. Gehry

als ersten Preisträger des Österreichischen Friedrich Kiesler-Preises
für Architektur und Kunst bekannt.

Die fünf Juroren Odile Decq (F), Phyllis Lambert (Can), Harald
Szeemann (CH) und Robert M. Wilson (USA) unter dem Vorsitz von Hans
Hollein (A) haben am 6. April 1998 unter einstimmigem Beschluß mit
folgender Begründung den Preis an den amerikanischen Architekten
Frank O. Gehry vergeben:

Der stets spürbare Mut zu nicht-ideologischem Kreieren, seine
lusterfüllte Arbeit, die über den Bau die Lust weitergibt, machen aus
seiner Architektur Kunstwerke voller Überraschungen. Seine Bauten
sind komplexe Geschenke. Ihr Erscheinungsbild und ihre Realität sind
Früchte seiner Regie des Unvor-hersehbaren im Wechsel von
beruhigenden und destabilisierenden Momenten. Sie sind Metaphern,
Arretierungen seiner funktionierenden, "korrelierenden" Phantasie,
sinnliche und mentale Räume zu schaffen, die sich stets neue Häute
wünschen. Und das mit der Großzügigkeit und der Weisheit
fundamentaler Erkenntnis, die Martha Graham einmal treffend
formulierte: "Ich lerne aus der Praxis". Sein Tun ist Frische und
Sinnlichkeit, und gerade aus dieser Natürlichkeit heraus entstehen
diese seine Grenzüberschreitungen. Friedrich Kiesler hat es einmal so
formuliert: "Form folgt nicht der Funktion. Form folgt der Vision.
Vision folgt der Wirklichkeit."

Der Preis wird am 2. Juni 1998 von Bundeskanzler Mag. Viktor
Klima, Bundesministerin Elisabeth Gehrer und Kulturstadtrat Dr. Peter
Marboe an Frank O. Gehry übergeben. Der Vorsitzende der Jury,
Architekt o.Prof. Hans Hollein, hält die Laudatio.

Der mit ATS 750.000,- dotierte Preis, mit dem jeweils eine
Persönlichkeit ausgezeichnet wird, deren Werk der experimentellen und
innovativen, besonders aber der grenzüberschreitenden Haltung
Friedrich Kieslers entspricht, wird im Abstand von zwei Jahren
alternierend von der Republik Österreich und der Stadt Wien vergeben.

Als einer der kreativsten und innovativsten Architekten, Künstler,
Designer, Bühnenbildner und Kunsttheoretiker hat Friedrich Kiesler
die Entwicklungsgeschichte der Kunst, der Architektur und des
Theaters im 20. Jahrhundert entscheidend mitgeprägt und mitgestaltet.
Die Bedeutung seines vielfältigen Schaffens liegt in der
Universalität und der Verweigerung sich im Akt der Gestaltung zu
beschränken und stets die eigenen Visionen unbeirrbar
weiterzuverfolgen, auch in dem Wissen, daß sie zu seinen Lebenzeiten
kaum zu verwirklichen waren.

FRANK O. GEHRY

Frank O. Gehry wurde 1929 in Toronto, Kanada, geboren und
übersiedelte 1947 in die USA. Er besuchte die University of Southern
California und studierte anschließend Stadtplanung an der Harvard
University"s Graduate School of Design. Nach der Mitarbeit bei Victor
Gruen in Los Angeles und André Remondet in Paris, gründete er 1962
die Firma Frank O. Gehry and Associates, Inc.

Frank O. Gehry ist einer der international bedeutendsten und
einflußreichsten Architekten der Gegenwart. Mit der Verbindung neuer
Formen und der unkonventionellen Verwendung neuer Materialien und
Techniken kreierte Gehry eine eigenständige und unverkennbare
Architektursprache, die nicht zuletzt durch besondere Bezüge seiner
Bauten zur Umgebung gekennzeichnet ist. In seinen Werken greift Frank
O. Gehry nicht nur auf architektonische Möglichkeiten zurück, sondern
läßt sich auch von der bildenden Kunst inspirieren, was sich in
häufiger Zusammenarbeit mit Künstlern wie Richard Serra, Claes
Oldenburg und Coosje van Bruggen manifestiert.

Frank O. Gehry´s Werk umfaßt u.a. Wohnungen, Wohnhäuser, Restaurants,
Geschäfte, Bibliotheken, Schulen, Konzerthallen, Bürobauten und
Museen, die er in Europa, Asien und den USA realisiert hat.

Zu seinen wichtigsten Bauten zählen u.a. das California Aerospace
Museum in Los Angeles (1984), das Vitra Designmuseum und die Fabrik
in Weil/Rhein (1989), das Samsung Museum of Modern Art in Seoul/Korea
(1994), das American Center in Paris (1994), die Walt Disney Concert
Hall in Los Angeles (1997) und das Guggenheim Museum in Bilbao
(1997).

Frank O. Gehry wurde mit den renommiertesten Architektur- und
Kunst-preisen, wie u.a. dem Pritzker-Architecture Prize (1989) und
dem Wolf Prize in Art (1992) ausgezeichnet.

Rückfragehinweis: Christina Werner
Presse
T ++43(1) 524 96 46
F ++43(1) 524 96 32

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