"Sozialer Dialog" in Europas Gastgewerbe nimmt Gestalt an

Tagung im Rahmen der HOTREC-Generalversammlung in Wien - "Maastricht" erfordert sozialpartnerschaftliche Abkommen

Wien (PWK) - Der "soziale Dialog" zwischen den Sozialpartnern im europäischen Gastgewerbe nimmt konkrete Formen an. Repräsentanten aller großer Arbeitgeberverbände und des europäischen Gewerkschaftsbundes trafen sich am Wochenende in Wien zu einer Bestandsaufnahme aller bisheriger Konsultationen im Sozialbereich. Von österreichischer Seite kam dabei der Vorstoß, die Vertretung kleinerer und mittlerer Betriebe stärker als bisher in die Verhandlungen einzubinden. ****

Die EU-Kommission in Brüssel ist auf der Grundlage des Vertrags von Maastricht dazu aufgerufen, den "sozialen Dialog" auf europäischer Ebene zu intensivieren. In der Regel gibt die Kommission die Themen vor, über welche die Sozialpartner Abkommen schließen können. Meist stellt die Kommission dabei die Rute ins Fenster, selbst eine entsprechende Richtlinie zu erlassen, falls die Sozialpartner keine Einigung zustandebringen. Von österreichischer Seite wird dies als ein außerordentlich undemokratischer Vorgang bezeichnet, der dringend verbessert werden muß.

Im branchenübergreifenden sozialen Dialog werden die Arbeitgeberinteressen derzeit praktisch ausschließlich durch

den europäischen Arbeitgeberverband UNICE vertreten, der aufgrund seiner Struktur überwiegend die Interessen der "Großindustrie" vertritt. Verhandelt wird derzeit in Brüssel zwischen UNICE und dem Europäischen Gewerkschaftsbund beispielsweise über eine Gleichstellung befristeter Arbeitsverträge. Ein solches Abkommen hätte wegen der im Tourismus häufigen Saisonarbeit große Auswirkungen auf das österreichische Hotel- und Gastgewerbe.

Ziel des erstmals in Wien abgehaltenen Treffens war es vor allem, die Möglichkeiten zu diskutieren, wie dem Hotel- und Gastgewerbe zu einer stärkeren Position in diesem Sozialdialog zu verhelfen, stellten die Vosteher der gastgebenden Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Helmut Hinterleitner (Gastronomie) und Hans Melcher (Hotellerie) fest. Das Ergebnis des Sozialseminars war, so die beiden Branchensprecher, "außerordentlich konstruktiv".

An dem vom europäischen Gastgewerbe-Dachverband HOTREC veranstalteten Seminar beteiligt waren neben den Vertretern der zuständigen EU-Generaldirektion auch Vertreter von UNICE, der Europäischen Gewerkschaften (ETUC bzw. ECE-IUF als Branchenverband) sowie auf Arbeitgeberseite die Verbände Euro-Commerce (Handel) und FERKO (Catering). Ziel von HOTREC auf europäischer Ebene ist es vor allem, die Zusammenarbeit mit anderen Branchenverbänden, wie z.B. Euro-Commerce, zu verstärken.

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