- 27.04.1998, 12:27:39
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- OTS0122
"Sozialer Dialog" in Europas Gastgewerbe nimmt Gestalt an
Tagung im Rahmen der HOTREC-Generalversammlung in Wien - "Maastricht" erfordert sozialpartnerschaftliche Abkommen
Wien (PWK) - Der "soziale Dialog" zwischen den Sozialpartnern im
europäischen Gastgewerbe nimmt konkrete Formen an. Repräsentanten
aller großer Arbeitgeberverbände und des europäischen
Gewerkschaftsbundes trafen sich am Wochenende in Wien zu einer
Bestandsaufnahme aller bisheriger Konsultationen im Sozialbereich.
Von österreichischer Seite kam dabei der Vorstoß, die Vertretung
kleinerer und mittlerer Betriebe stärker als bisher in die
Verhandlungen einzubinden. ****
Die EU-Kommission in Brüssel ist auf der Grundlage des Vertrags
von Maastricht dazu aufgerufen, den "sozialen Dialog" auf
europäischer Ebene zu intensivieren. In der Regel gibt die Kommission
die Themen vor, über welche die Sozialpartner Abkommen schließen
können. Meist stellt die Kommission dabei die Rute ins Fenster,
selbst eine entsprechende Richtlinie zu erlassen, falls die
Sozialpartner keine Einigung zustandebringen. Von österreichischer
Seite wird dies als ein außerordentlich undemokratischer Vorgang
bezeichnet, der dringend verbessert werden muß.
Im branchenübergreifenden sozialen Dialog werden die
Arbeitgeberinteressen derzeit praktisch ausschließlich durch
den europäischen Arbeitgeberverband UNICE vertreten, der aufgrund
seiner Struktur überwiegend die Interessen der "Großindustrie"
vertritt. Verhandelt wird derzeit in Brüssel zwischen UNICE und dem
Europäischen Gewerkschaftsbund beispielsweise über eine
Gleichstellung befristeter Arbeitsverträge. Ein solches Abkommen
hätte wegen der im Tourismus häufigen Saisonarbeit große Auswirkungen
auf das österreichische Hotel- und Gastgewerbe.
Ziel des erstmals in Wien abgehaltenen Treffens war es vor allem,
die Möglichkeiten zu diskutieren, wie dem Hotel- und Gastgewerbe zu
einer stärkeren Position in diesem Sozialdialog zu verhelfen,
stellten die Vosteher der gastgebenden Fachverbände in der
Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Helmut Hinterleitner
(Gastronomie) und Hans Melcher (Hotellerie) fest. Das Ergebnis des
Sozialseminars war, so die beiden Branchensprecher, "außerordentlich
konstruktiv".
An dem vom europäischen Gastgewerbe-Dachverband HOTREC
veranstalteten Seminar beteiligt waren neben den Vertretern der
zuständigen EU-Generaldirektion auch Vertreter von UNICE, der
Europäischen Gewerkschaften (ETUC bzw. ECE-IUF als Branchenverband)
sowie auf Arbeitgeberseite die Verbände Euro-Commerce (Handel) und
FERKO (Catering). Ziel von HOTREC auf europäischer Ebene ist es vor
allem, die Zusammenarbeit mit anderen Branchenverbänden, wie z.B.
Euro-Commerce, zu verstärken.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Fachverband Gastronomie
Dr. Thomas Wolf, Tel. 501 05 DW 3409
Fachverband Hotellerie
Dr. Michael Raffling, Tel. 501 05 DW 3555
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