Vor 25 Jahren wurde der "NÖ Theatersommer" gegründet

Beginn des Sommertheaters schon unmittelbar nach Kriegsende

St.Pölten (NLK) - Vor 25 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft
"NÖ Theatersommer" gegründet, ein Zusammenschluß von damals fünf Spielorten, in denen schon Jahre vorher Freilufttheater angeboten wurde. In einem Vierteljahrhundert entwickelte sich daraus das "große Theaterfest Niederösterreich", als 1996 die Intendanten des NÖ Sommertheaters die Initiative ergriffen und unter der Leitung des Reichenauer Intendanten Peter Loidolt einen Verein gründeten, der die Nachfolge der Arbeitsgemeinschaft antrat und in dem
derzeit 13 Spielorte mit 19 Neuinszenierungen im heurigen Jahr vertreten sind. Die Zeitschrift "Kulturberichte" des Landes Niederösterreich startet im Mai eine Artikelserie aus der Feder
des langjährigen und mehrfachen Sommertheater-Intendanten Jürgen Wilke, der von Anfang an dabei war und sich zurückerinnert.

Der Beginn lag unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1949. Als auf vielen Gebieten noch bitterer Mangel herrschte, wurde in Melk mit Freilichtspielen begonnen, denen alsbald Aufführungen in der römischen Arena von Carnuntum folgten. 1954 beispielsweise wurde "Hauptmann Großmaul" von Plautus auf die Bühne gebracht, in einer Zeit, in der Niederösterreich noch russische Besatzungszone war. 1956 kam das Burgtheater zum 120. Todesjahr Ferdinand Raimunds nach Gutenstein, und Raoul Aslan spielte hier neben Gusti Wolf, Ferdinand Maierhofer und Philipp Zeska. In Krems kam im gleichen Jahr Calderons "Großes
Welttheater" zur Aufführung. 1957 hob sich in der Badener Sommerarena nach langen Jahren für die "Fledermaus" erstmals
wieder der Vorhang. Raimund-Spiele gab es auch in Gaaden und in Klosterneuburg 1958 einen "Urfaust" mit Romuald Pekny und Heinrich Schweiger. Auch die St.Pöltner Sommerspiele wurzeln in den fünfziger Jahren: Der Beginn liegt im Jahr 1959, als St.Pölten sein 800-Jahr-Jubiläum feierte. Zu Beginn der sechziger Jahre trat Melk wieder auf den Plan und wurde ab 1961 - mit Hofmannsthals großem Salzburger Welttheater - wieder zur ständigen Einrichtung. 1964 schlug die Geburtsstunde der Freilichtspiele Stockerau mit
Jean Anouilhs "Die Lerche".

In den siebziger Jahren erfolgte der nächste große Schub: Ab 1972 spielte Erich L. Koller mit dem "NÖ Kammerschauspiel" in Reichenau Boulevardstücke und Singspiele. In Schwechat startete 1972 die Amateurtheatergruppe St.Jakob in der Rothmühle mit "Jedermann" und setzte mit den Nestroy-Spielen fort. 1973 wurde schließlich die Arbeitsgemeinschaft "NÖ Theatersommer" gegründet, die eine Abstimmung der Spielpläne erreichen sollte und gemeinsam Werbung betrieb. Andere Spielorte wie Neulengbach und
Perchtoldsdorf kamen dazu, weiters Laxenburg mit dem restaurierten Schloßtheater und der Franzensburg als Spielorte. In der neuen Amstettner Pölz-Halle fand das Musical eine Heimstätte, und später stieß auch das Berndorfer Stadttheater unter Felix Dvorak dazu.
Mit dabei auch Klosterneuburg und das Stift Altenburg.

Neue Motivation erhielt das Sommertheater in Niederösterreich, als es durch das neue NÖ Kulturförderungsgesetz möglich wurde, den einzelnen Spielorten längerfristige Förderverträge anzubieten. Der neue Verein der Theaterintendanten tat ein übriges, um die Werbelinie zu verstärken und das Niveau anzuheben.

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