Maklerprovisionen: AK operiert mit falschen Zahlen

Steller: "Höchstprovisionen in Österreich werden mit Durchschnittsätzen in Europa verglichen" - Mieten sinken

Wien (PWK) - "Falsche Zahlen werden nicht richtiger, wenn man sie dauernd wiederholt", ärgert sich Gerhard Steller, Bundesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreuhänder über die Unterstellungen der AK, Österreichische Mieter müßten europaweit die höchsten Provisionen zahlen. "Seit Jahren verwechselt die Arbeiterkammer Höchstprovisionen in Österreich mit Durchschnittsätzen in Europa. Jetzt wird mit diesen falschen Zahlen auch noch eine Senkung der Provisionssätze gefordert. Damit riskiert die Arbeiterkammer den Verlust von mehreren hundert Arbeitsplätzen im Maklergewerbe und schürt unverantwortlich die Angst unter den Makler-Angestellten, wie erste Reaktionen auf die jüngsten AK-Äußerungen beweisen", so Steller. ****

Die Arbeiterkammer will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, daß sich der Wohnungsmarkt durch ein bereits sprichwörtliches Überangebot längst überwiegend in einen von Mietern dominierten Markt gewandelt hat. Durch die Immobilien-Maklerverordnung 1996 wurden bis dahin mögliche höhere Maklerprovisionen wesentlich reduziert, so daß der Vergleich mit gestiegenen Mieten unzulässig ist. Vergleicht man die absoluten Zahlen von Maklerprovisionen mit Deutschland, so ist dort aufgrund des weit höheren Mietniveaus das Einkommen der Makler trotz niedrigerer Höchstprovisionssätze für Wohnungen bedeutend höher als in Österreich. Maklerbetriebe in Deutschland können daher leichter betriebswirtschaftlich geführt werden als in Österreich. Im übrigen existierten in Deutschland keine Provisionshöchstsätze für die Vermittlung von Geschäftsräumen.

Die Einkünfte der österreichischen Makler hängen direkt von der aktuellen Marktsituation, der Höhe der Mieten und der Preise für Immobilien ab. Und die sind seit mehreren Jahren rückläufig. So gingen die Wohnungsmieten beispielsweise im vergangenen Jahr durchschnittlich um 2,5 % in der Kategorie I (Wohnungen mit Bad, WC und Zentralheizung) zurück. Büros sind um 2,8 % billiger, die Preise für Eigentumswohnungen, Eigenheime und Baugrundstücke fielen um knapp 5 % und Geschäftslokale kann man sogar um fast 6 % günstiger mieten als noch vor einem Jahr.

Gerade in jenen Bereichen, in denen Makler vorwiegend tätig sind, gibt es schon seit längerem einen Mietermarkt für Wohnungen mit angemessener Miete, auf dem der Konsument aus einem großen Angebot wählen kann. "Gegenteilige Behauptungen sind schlicht falsch", so Steller. Mehr Nachfrage, aber zuwenige Wohnungen gibt es lediglich bei sehr billigen Mieten. "Das ist aber ein Problem der öffentlichen Hand, denn es fehlen entsprechend geförderte Wohnungen und treffsichere Subjektförderungen für sozial Schwache".

"Leider kämpft die Arbeiterkammer also an der falschen Front und will andererseits offensichtlich immer noch nicht betriebswirtschaftliche Erfordernisse zur Kenntnis nehmen", so Steller. Schließlich handle es sich bei den in der seit 1996 geltenden Immobilienmaklerverordnung festgelegten Maklerprovisionen um Höchstsätze, die in ganz Österreich, also auch in Regionen mit niedrigen Preisen ausreichen sollten.

Ob der Makler eine Provision erhält, hängt einzig und allein vom Zustandekommen des vermittelten Geschäfts ab. Der Maklerkunde ist in seiner Entscheidung, die vermittelte Geschäftsgelegenheit wahrzunehmen, völlig frei. Dieses "Erfolgsprinzip" garantiert also maximalen Kundenschutz. "Im Gegensatz zu anderen Staaten fallen auch keinerlei Nebengebühren, Manipulationsspesen etc. an", betont Steller. Und dies, obwohl gerade in Österreich besonders hohe Lohnnebenkosten für die Mitarbeiter und eine geradezu barocke "Anzeigenabgabe" existiert, um nur einige Besonderheiten zu nennen. (Schluß) mh

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