Ostern aus tierischer Sicht

Wien (OTS) - Das Osterfest rückt näher. Kunststoffküken und Schokoladehasen stehen gut sichtbar in Schaufenstern und Supermarktregalen. Weit weniger sichtbar, dafür aber um so dramatischer ist die Lage ihrer natürlichen Gegenstücke. Hunderttausende Hühner vegetieren in Legebatterien dahin, und dem Feldhasen droht auf lang oder kurz das Aussterben.

Gut die Hälfte der im österreichischen Handel erhältlichen Eier stammt immer noch aus tierquälerischen Legebatterien. Dazu Christian Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Was dort abläuft, ist Massenmord in Reinkultur. Vor allem die für Legebatterien wertlosen männlichen Küken landen kurz nach ihrer Geburt am Förderband zum Müllcontainer, wo sie von ihren nachfolgenden Artgenossen erdrückt werden."

Ein Sterben auf Raten wartet auf die Hennen. Mit 14 Monaten werden sie, ausgemergelt und ohne Federn, zu "Suppenhühnern" verarbeitet. Zuvor vegetierten sie oft zu sechst in Drahtkäfigen mit einer Grundfläche von weniger als einer A4-Seite dahin. Janatsch: "Um Hackverletzungen und Kannibalismus vorzubeugen, stutzt man vielen Hennen kurzerhand die Schnäbel. Verstümmelung statt tiergerechte Haltung; ein Paradebeispiel für Massentierhaltungsbetriebe."

Das Tierhilfswerk Austria ruft daher zum Kauf von Freilandeiern auf. Janatsch: "Nur so können Legebatterien Marktanteile verloren gehen und den Hühnern gleichzeitig ein Leben mit Licht und Bewegung ermöglicht werden. Und letztendlich profitiert auch der Konsument durch den Genuß qualitätsmäßig höherer Eier."

Auch um den "Osterhasen" ist es schlecht bestellt. Durch die stete Industrialisierung der Landwirtschaft und Zersiedelung natürlicher Flächen wurde der Lebensraum des Feldhasen drastisch eingeengt. Kamen vor 15 Jahren auf einen Hektar statistisch gesehen 1,2 Hasen, sind es nun fast zehnmal weniger. Christian Janatsch: "Der Lebensraum der Tiere muß durch Anlegung von 'Wildnisoasen' und Brache-Förderungen neu gestaltet werden. Nur so kann der Feldhase auf längere Sicht überleben. Im Burgenland sind solche Bestrebungen seitens der Jägerschaft bereits im Gange."

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