- 07.04.1998, 11:49:11
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Ostern aus tierischer Sicht
Wien (OTS) - Das Osterfest rückt näher. Kunststoffküken und
Schokoladehasen stehen gut sichtbar in Schaufenstern und
Supermarktregalen. Weit weniger sichtbar, dafür aber um so
dramatischer ist die Lage ihrer natürlichen Gegenstücke.
Hunderttausende Hühner vegetieren in Legebatterien dahin, und dem
Feldhasen droht auf lang oder kurz das Aussterben.
Gut die Hälfte der im österreichischen Handel erhältlichen Eier
stammt immer noch aus tierquälerischen Legebatterien. Dazu Christian
Janatsch, Präsident des Tierhilfswerk Austria: "Was dort abläuft, ist
Massenmord in Reinkultur. Vor allem die für Legebatterien wertlosen
männlichen Küken landen kurz nach ihrer Geburt am Förderband zum
Müllcontainer, wo sie von ihren nachfolgenden Artgenossen erdrückt
werden."
Ein Sterben auf Raten wartet auf die Hennen. Mit 14 Monaten werden
sie, ausgemergelt und ohne Federn, zu "Suppenhühnern" verarbeitet.
Zuvor vegetierten sie oft zu sechst in Drahtkäfigen mit einer
Grundfläche von weniger als einer A4-Seite dahin. Janatsch: "Um
Hackverletzungen und Kannibalismus vorzubeugen, stutzt man vielen
Hennen kurzerhand die Schnäbel. Verstümmelung statt tiergerechte
Haltung; ein Paradebeispiel für Massentierhaltungsbetriebe."
Das Tierhilfswerk Austria ruft daher zum Kauf von Freilandeiern
auf. Janatsch: "Nur so können Legebatterien Marktanteile verloren
gehen und den Hühnern gleichzeitig ein Leben mit Licht und Bewegung
ermöglicht werden. Und letztendlich profitiert auch der Konsument
durch den Genuß qualitätsmäßig höherer Eier."
Auch um den "Osterhasen" ist es schlecht bestellt. Durch die stete
Industrialisierung der Landwirtschaft und Zersiedelung natürlicher
Flächen wurde der Lebensraum des Feldhasen drastisch eingeengt. Kamen
vor 15 Jahren auf einen Hektar statistisch gesehen 1,2 Hasen, sind es
nun fast zehnmal weniger. Christian Janatsch: "Der Lebensraum der
Tiere muß durch Anlegung von 'Wildnisoasen' und Brache-Förderungen
neu gestaltet werden. Nur so kann der Feldhase auf längere Sicht
überleben. Im Burgenland sind solche Bestrebungen seitens der
Jägerschaft bereits im Gange."
Rückfragehinweis: Tierhilfswerk Austria
Kierlingerstraße 12/9, A-3400 Klosterneuburg
Tel.: +43(0)2243/22 964, Fax: +43(0)2243/22 966
e-mail: [email protected]
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