AK fordert Farnleitner auf, Makler-Provisionen zu senken

Berechnungsbasis für Provisionen hat sich mehr als verdoppelt

Wien (OTS) - Die AK fordert in einem Schreiben
Wirtschaftsminister Farnleitner auf, die Provisionen für Mieter
und Käufer in der Maklerverordnung zu senken: Mieter dürfen höchstens mit zwei Nettomonatsmieten belastet werden, verlangt die AK. "Durch die Liberalisierung des Mietrechts sind die Mieten
enorm teuer geworden. Dadurch hat sich auch die Berechnungsbasis für die Maklerprovisionen mehr als verdoppelt, die Leistungen der Makler haben sich um keinen Deut verbessert," kritisiert Franz Köppl, Wohnrechtsexperte der AK Wien. Die AK erwartet sich demnächst Gespräche. ****

Für Mietwohnungen zahlen die Mieter in Österreich europaweit die höchsten Provisionen: Derzeit darf der österreichische Makler für eine unbefristete oder auf mehr als drei Jahre befristete Mietwohnung den dreifachen Bruttomietzins, also die Hauptmiete
plus Betriebskosten ohne die auf die Miete entrichtete Mehrwertsteuer, verlangen. Durch die Liberalisierung des
Mietrechts der letzen Jahren haben sich die Mieten mehr als verdoppelt. Gleichzeitig stiegen in den letzten Jahren auch die Betriebskosten überdurchschnittlich an. Insgesamt ergibt sich dadurch eine Erhöhung der Berechnungsbasis für die Maklerprovisionen um 150 bis 200 Prozent. "Vor der
Liberalisierung des Mietrechts waren die Mieten und somit die Provisionshöchstsätze um mehr als die Hälfte niedriger. Die Makler können derzeit fast mehr als doppelt so hohe Provisionen von den Mietern verlangen," kritisiert Franz Köppl, Wohnrechtsexperte in der Wiener AK.

Eine aktuelle AK Studie zeigt, daß die Maklerprovisionen in Italien, Frankreich und Luxemburg weit niedriger sind als in Österreich. Und sogar in Deutschland mit den zweithöchsten Maklerprovisionen bezahlen die Mieter um rund 40 Prozent weniger,
so die AK Studie. "Es darf auch nicht übersehen werden, daß der Makler sogar dann eine Provision verlangen darf, wenn er dem
Mieter oder Käufer nur die Wohnung zeigt und es zu einem Abschluß kommt," erklärt Köppl.

Mietwohnungen: AK will zwei Nettomonatsmieten für Makler
Die AK hat diese Woche Wirtschaftsminister Farnleitner in einem Schreiben aufgefordert, die in der Maklerverordnung festgelegten Provisionshöchstsätze für Mieter zu senken: Bei Mietwohnungen sollen die Provisionshöchstsätze auf zwei Nettomonatsmieten gesenkt werden. Die AK erwartet sich demnächst Gespräche.

Reduktion der Provisionshöchstsätze für Käufer
Auch bei der Vermittlung von Eigentumswohnung liegen die österreichischen Provisionen der Makler mit bis zu drei Prozent
des Kaufpreises im europäischen Spitzenfeld. Beim Erwerb einer Eigentumswohnung soll daher der Provisionssatz bei einem Kaufpreis von drei Millionen Schilling mit zwei Prozent des Kaufpreises begrenzt werden, fordert die AK.

Keine Aufhebung der Provsionsbegrenzung für Mieter und Käufer "Eine Aufhebung der Höchstgrenzen für Provisionen, die von den Wohnungssuchenden verlangt werden dürfen, kann keine Lösung sein," erklärt Köppl. Aufgrund des österreichischen Maklergesetzes muß der Wohnungssuchende, wenn er die Wohnung mieten will, mit dem bereits vom Vermieter eingeschalteten Makler einen Vermittlungsvertrag abschließen und Provision zahlen. Dem Wohnungssuchenden bleibt daher kaum Spielraum für Preisverhandlungen, erklärt Köppl. Nur durch Provisionshöchstgrenzen könne verhindert werden, daß die Provisionsbelastung der Mieter und Käufer in Grenzen gehalten
wird.

Kein Problem sieht die AK in der Streichung der Provisionshöchstgrenzen für Provisionsforderungen von Vermietern und Vekräufern. "Der Vermieter oder Verkäufer kann sich ja den Makler aussuchen und den für ihn günstigsten beauftragen. Für Vermieter und Verkäufer gibt es einen Markt," so Köppl.

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