Österreicher setzen vermehrt auf Fernwärme

Zahl der Wohnungen mit Fernwärme 1997 gestiegen - Ausbau der Fernwärmeversorgung ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz

PWK - "Bereits in mehr als 390.000 Wohnungen gab es 1997 Fernwärme", erklärte Josef Füreder, Leiter des Fachausschusses "Marketing Fernwärme" des Fachverbandes Gas & Wärme, im Rahmen des Jahrespressegespräches der Fernwärmebranche. Der Anteil der mit Fernwärme versorgten Wohnungen beträgt somit etwa 12 Prozent, in Wien sogar über 20 Prozent. "1997 nahm also erfreulicherweise die Zahl der Wohnungen, die auf diesen umweltfreundlichen Energieträger setzen, weiter zu, die Abgabe von Fernwärme an Letztverbraucher (Industrie, Gewerbe, öffentliche Gebäude und Haushalte) sank aber aufgrund der milden Witterung um etwa 4 Prozent", führte Füreder aus. Der Gesamtenergieverbrauch ist 1997 gegenüber 1996 um knapp 3 Prozent gesunken. ****

Nach wie vor sind für die Fernwärmeproduktion gasförmige Brennstoffe mit einem Anteil von etwa 47 Prozent die wichtigste Einsatzenergie. 68 Prozent der Wärmeerzeugung stammen aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

"Allein durch den Ausbau der Fernwärmeversorgung wird in Österreich ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet", betonte Anton Wischinka, Direktor der Fernwärme Wien GmbH. "Die größten Vorteile der Fernwärme liegen in der zentralen Erzeugung und der Möglichkeit, eine Vielzahl von Energieträgern zu nutzen; in Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung werden Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent erzielt. Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung reduziert die CO2-Emissionen im Vergleich zu Einzelheizungen um 50 Prozent".

Die Auskopplung von Fernwärme aus Kraftwerken und Blockheizkraftwerken, Fernwärme aus Biomasse und eine thermische Abfallverwertung sind wirksame Strategien zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen.

Wischinka ging in seinen Ausführungen aber auch auf den liberalisierten Energiemarkt ein: "Mit dem Eintritt in den europäischen Energiemarkt steht die österreichische Energiewirtschaft vor einem bedeutenden Umbruch. In einem wettbewerbsorientierten Strommarkt könnte sich eine verstärkte Trennung von Erzeugung, Verteilung und Verkauf entwickeln. Die dynamische Entwicklung von Angebot und Nachfrage wird dazu führen, daß aufgrund des hohen Investitionsrisikos kapitalintensive Technologien, wie zB die Kraft-Wärme-Kopplung, Wettbewerbsnachteile erleiden".

Die Fernwärmewirtschaft begrüßt den Schutz von Kraft-Wärme-Kopplungen im Ministerratsentwurf des Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetzes, ElWOG. Dieses sieht eine Bevorzugung von Elektrizitätsanlagen vor, in denen erneuerbare Energieträger oder Abfälle eingesetzt werden, oder die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung der öffentlichen Fernwärmeversorgung dienen.

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Dr. Ute Boccioli

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