- 01.04.1998, 13:27:32
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- OTS0173
Österreicher setzen vermehrt auf Fernwärme
Zahl der Wohnungen mit Fernwärme 1997 gestiegen - Ausbau der Fernwärmeversorgung ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz
PWK - "Bereits in mehr als 390.000 Wohnungen gab es 1997
Fernwärme", erklärte Josef Füreder, Leiter des Fachausschusses
"Marketing Fernwärme" des Fachverbandes Gas & Wärme, im Rahmen des
Jahrespressegespräches der Fernwärmebranche. Der Anteil der mit
Fernwärme versorgten Wohnungen beträgt somit etwa 12 Prozent, in Wien
sogar über 20 Prozent. "1997 nahm also erfreulicherweise die Zahl der
Wohnungen, die auf diesen umweltfreundlichen Energieträger setzen,
weiter zu, die Abgabe von Fernwärme an Letztverbraucher (Industrie,
Gewerbe, öffentliche Gebäude und Haushalte) sank aber aufgrund der
milden Witterung um etwa 4 Prozent", führte Füreder aus. Der
Gesamtenergieverbrauch ist 1997 gegenüber 1996 um knapp 3 Prozent
gesunken. ****
Nach wie vor sind für die Fernwärmeproduktion gasförmige
Brennstoffe mit einem Anteil von etwa 47 Prozent die wichtigste
Einsatzenergie. 68 Prozent der Wärmeerzeugung stammen aus Kraft-
Wärme-Kopplungsanlagen.
"Allein durch den Ausbau der Fernwärmeversorgung wird in
Österreich ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet", betonte
Anton Wischinka, Direktor der Fernwärme Wien GmbH. "Die größten
Vorteile der Fernwärme liegen in der zentralen Erzeugung und der
Möglichkeit, eine Vielzahl von Energieträgern zu nutzen; in Anlagen
mit Kraft-Wärme-Kopplung werden Wirkungsgrade bis zu 90 Prozent
erzielt. Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung reduziert die CO2-
Emissionen im Vergleich zu Einzelheizungen um 50 Prozent".
Die Auskopplung von Fernwärme aus Kraftwerken und
Blockheizkraftwerken, Fernwärme aus Biomasse und eine thermische
Abfallverwertung sind wirksame Strategien zur Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen.
Wischinka ging in seinen Ausführungen aber auch auf den
liberalisierten Energiemarkt ein: "Mit dem Eintritt in den
europäischen Energiemarkt steht die österreichische Energiewirtschaft
vor einem bedeutenden Umbruch. In einem wettbewerbsorientierten
Strommarkt könnte sich eine verstärkte Trennung von Erzeugung,
Verteilung und Verkauf entwickeln. Die dynamische Entwicklung von
Angebot und Nachfrage wird dazu führen, daß aufgrund des hohen
Investitionsrisikos kapitalintensive Technologien, wie zB die Kraft-
Wärme-Kopplung, Wettbewerbsnachteile erleiden".
Die Fernwärmewirtschaft begrüßt den Schutz von Kraft-Wärme-
Kopplungen im Ministerratsentwurf des Elektrizitätswirtschafts- und
organisationsgesetzes, ElWOG. Dieses sieht eine Bevorzugung von
Elektrizitätsanlagen vor, in denen erneuerbare Energieträger oder
Abfälle eingesetzt werden, oder die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-
Kopplung der öffentlichen Fernwärmeversorgung dienen.
"Die Fernwärmewirtschaft drängt darauf, daß in der
Ausführungsgesetzgebung jene Stromerzeugungsanlagen mit Kraft-Wärme-
Kopplungen, die den höchsten Umweltstandard aufweisen und auch
fossile Energieträger als Brennstoff einsetzen, ausreichend geschützt
werden", so Wischinka. Bei entsprechend billigem Stromangebot könnte
es nämlich dazu kommen, daß aus wirtschaftlichen Gründen billiger
ausländischer Strom die Stromerzeugung der Kraft-Wärme-Kopplung
ersetzt und die Wärmeproduktion in teure und weniger
umweltfreundliche Ausfalls- und Spitzenkesselanlagen verlagert werden
muß.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Ute Boccioli
Fachverband Gas & Wärme
Tel. 513 15 88 DW 26
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