BÄRENSCHUTZ GESICHERT "Braunbär Life" präsentiert den Abschlußbericht des Bärenschutzprogrammes

Wien (OTS) - 20 - 25 Braunbären sind in den letzten Tagen in Österreich aufgewacht. Ihr Lebensraum und Schutz sind gesichert: Nach drei Jahren Laufzeit wurde heute von der Arbeitsgemeinschaft Braunbär Life der Abschlußbericht des Bärenschutzprogrammes Österreich präsentiert. Die wichtigsten Erfolge: Mit einem funktionierenden "Bärenmanagement" und positiver Einstellung der Bevölkerung wurden die Voraussetzungen für umfassenden Braunbärenschutz in Österreich geschaffen. Auch der Fortbestand des Programms ist durch die Einrichtung der Länderübergreifenden Koordinierungsstelle Braunbär garantiert. "Wir sind unserem Ziel, den Bärenbestand in Österreich zu sichern und die Bärenpopulation zu fördern, ein gutes Stück näher gekommen!" freut sich Norbert Gerstl, Projektleiter des WWF Österreich (World Wide Fund For Nature).

Zu Beginn des Projektes stand die Vision vom harmonischen Zusammenleben von Braunbären und Bevölkerung in Österreich. Dazu setzten sich die drei Partner der Arbeitsgemeinschaft Braunbär Life (WWF Österreich, Wildbiologische Gesellschaft München und das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien) vier Ziele: Die Erstellung eines Managementplans für den Umgang mit Bären, den Aufbau einer Eingreiftruppe, intensive Informationsarbeit und die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit.

Stolz auf unsere Bären
Vom wilden Tier zum Symbol für Naturschutz und intakte Umwelt:
Dieser Wandel im Image der Braunbären in Österreich ist nicht zufällig. Mit über 200.000 Foldern und 100.000 Broschüren, mit Unterrichtsmaterialien und unzähligen persönlichen Kontakten wurde die Bevölkerung über den Umgang mit Bären informiert. "Für Jäger und Förster haben wir spezielle"Bären-Seminare" veranstaltet. Sie wissen heute genau, was sie bei einer Begegnung mit einem Bären zu tun haben und tragen aktiv zum Bärenschutz bei. Besonders freuen wir uns über die verstärkte und konstruktive Zusammenarbeit mit den Jägerschaften und den Österreichischen Bundesforsten." zeigt sich Norbert Gerstl befriedigt über die Wirkung der Maßnahmen im öffentlichen Bewußtsein.

Eingreiftruppe bereits im Einsatz

Bei ersten Anzeichen, daß ein Bär seine Scheu vor Menschen verliert, lehrt ein Team aus neun Experten mit Schreckschüssen und Leuchtraketen Respekt vor dem Menschen. Auffällig gewordene Bären werden mit Sendern versehen, die helfen, ihren Aufenthaltsort zu bestimmen und die sogenannten Vergrämungsmaßnahmen effektiver zu gestalten - wobei erst die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Jägern und den zuständigen Behörden diese Maßnahmen ermöglicht.

Schäden gehen zurück Nachdem der WWF in den letzten 8 Jahren für eine eigene Versicherungfür Bärenschäden in Niederösterreich aufkam, werden ab heuer - wie in der Steiermark und in Kärnten schon seit vielen Jahren - auch in Niederösterreich und Oberösterreich Schäden durch die Jägerschaften übernommen. Mit dieser bundesweit einheitlichen Regelung ist sichergestellt, daß Landwirte und Imker nicht die Leidtragenden sind. Oft wurde die Versicherung allerdings nicht in Anspruch genommen - durch Bären verursachten Schäden sind seit 1994 stark zurückgegangen. Die Zahl gerissener Schafe gingvon 16 (1995) auf zwei im vergangenen Jahr zurück, und 1997 wurde kein einziger Bienenstock beschädigt. Damit dies so bleibt, wurden rund 150 Elektrozäune installiert. Die Bären sind indessen auf den Geschmack von Rapsöl gekommen und haben sich schon an Motorsägen, Kanistern und sogar an Straßenwalzen vergriffen...

Bärenschutz für die Zukunft gesichert!

"Um den Bärenschutz in Österreich fortzuführen, wurde in einer einmaligen Zusammenarbeit die Länderübergreifende Koordinierungsstelle Braunbär geschaffen. Mit den jeweiligen Jagdrechts- und Naturschutzabteilungen der Bärenbundesländer und dem Umweltministerium sind die Schlüsselstellen für den Bärenschutz darin vertreten - ein Meilenstein im Österreichischen Artenschutz!" erklärt Mag. Konrad Brandstätter, Leiter der Jagdrechtsabteilung der Kärntner Landesregierung und Sprecher der Koordinierungsstelle. Auch das Budget ist für 1998 bereits abgesichert: Rund ÖS 900.000.- kommen vom Umweltministerium und den Bärenländern Kärnten, Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich. Dank der Unterstützung der Firma Porsche und der Österreichischen Lotterien können auch die Bärenanwälte ihre Arbeit fortführen, die seit 1994 mit Forschungen, Schulungen und Gutachten im Dienste von Menschen und Bären aktiv sind.

EU finanzierte zu 75%

"Das Bärenschutzprojekt der Arbeitsgemeinschaft Braunbär Life stellt einen Meilenstein im Österreichischen Naturschutz dar und hat auch international große Beachtung gefunden", stellt Dr. Hatto Käfer, stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, anläßlich der Präsentation des Abschlußberichtes fest. 9,5 der 12 Millionen ÖS Budget des Bärenschutzprgrammes kamen im Rahmen des LIFE-Programmes von der EU. Internationale Zusammenarbeit ist beim Schutz der Bären, die als "Wanderer" keine Staatsgrenzen berücksichtigen, besonders wichtig - daher finanziert die EU Bärenschutzprogramme in mehreren Ländern wie Spanien, Frankreich, Griechenland und Italien.

Jungbären für 1998 erwartet 20 bis 25 Bären leben heute in Österreich - eine Zahl, die durch Wanderungen schwanken kann. Im Zeitraum des Projektes "Braunbär-Life" wuchs die Population um etwa 10%. 1996 kamen zwei Bärenjunge auf die Welt, und auch heuer stehen die Chancen auf Nachwuchs gut: "Die Bärin Mona, ging letzten Herbst gut genährt und schon recht zeitig ins Winterlager. Ein Hinweis, daß sie Junge erwartet und damit der Bärenbestand in den Ostalpen wiederein Stück größer wird.", freut sich Norbert Gerstl. Ein "bäriges"Jahr steht uns bevor.

Weitere Informationen: WWF Österreich, Corinna Milborn

Tel. 01/488 17-280

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