- 31.03.1998, 08:31:01
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Merck startet weltweite Krebsstudie / Mehr als 800 Patienten werden ausgesucht / Fünf Zentren in Deutschland=
Darmstadt (ots) - Der Krebsimpfstoff BEC2 gegen kleinzellige
Lungentumore wird ab heute (Mittwoch, 1.4.) in einer von Merck
geführten weltweiten Studie auf seine Wirksamkeit am Menschen
getestet. Der Impfstoff wurde in Zusammenarbeit mit dem
amerikanischen Unternehmen ImClone Systems Inc. entwickelt. Die für
die Zulassung des Impfstoffes relevante klinische Studie der Phase
III ist ein wichtiger Meilenstein für die Mercksche Krebsforschung
und soll an etwa 80 Krebszentren in den USA, Australien und Europa -
5 davon in Deutschland - mit mehr als 800 Patienten behandelt werden.
Für diese internationale Studie kommen Krebskranke in Frage, bei
denen die Diagnose eines kleinzelligen Lungenkarzinoms neu gestellt
wurde.
In Deutschland befinden sich die Zentren für die Studie in
Heidelberg, Hamburg, Herne, Jena und München. Merck hat ab sofort
eine Hotline: 06151/723322 für Fragen der Patienten geschaltet. In
einem Zeitraum von 4 Jahren soll geprüft werden, inwieweit BEC2 ein
Wiederauftreten des Tumors nach erfolgreicher Chemotherapie beim
Patienten verhindern kann.
Die Wirkungsweise dieses Impfstoffes beruht auf einem das
Immunsystem stimulierenden Mechanismus. Die Immuntherapie nutzt als
Ansatzpunkt ein Molekül auf der Krebszelle, das sich chemisch aus
einer Zucker/Fettstruktur (Gangliosid) zusammensetzt. Dieses
Gangliosid wird von den körpereigenen Abwehrzellen zwar nicht als
Fremdkörper erkannt, aber es kann als Zielstruktur für eine von BEC2
ausgelöste Reaktion dienen. Der in BEC2 enthaltene monoklonale
Antikörper, dessen Struktur diejenige des Gangliosids imitiert, soll
die körpereigenen Abwehrzellen für die Existenz von Strukturen auf
der Tumorzelloberfläche sensibilisieren, um die Tumorzellen
schließlich abzutöten.
In Westeuropa ist Lungenkrebs mit zirka 200.000 Patienten im Jahr
die häufigste aller Krebserkrankungen. Das kleinzellige
Lungenkarzinom macht etwa 25 Prozent davon aus. Die Lebenserwartung
ist sehr niedrig.
ots Originaltext: Merck KGaA
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