Otto Reichelt AG: 1997 im schwierigen Umfeld gut gehalten

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Die Otto Reichelt Aktiengesellschaft
betreibt als Lebensmittelfilialbetrieb Maerkte in den Laendern Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die bereits in den Vorjahren festzustellende unbefriedigende Umsatzentwicklung im Lebensmittel-Einzelhandel hat sich auch im Jahr 1997 fortgesetzt.

Der als Nielsengebiet V definierte Berliner Raum zeigte erneut mit einem Umsatzminus von 2,2 % den schlechtesten Indexwert im Vergleich aller bundesweiten Nielsengebiete. Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen war nicht erkennbar. Die Arbeitslosenzahlen erreichten immer neue Hoechststaende, Steuern und Abgabenlasten beanspruchten erhebliche Einkommensteile und verhinderten so eine dringend gebotene positive Veraenderung des Konsumklimas. Angesichts dessen sehen die Verbraucher ihre eigenen wirtschaftlichen Perspektiven ueberwiegend eher skeptisch und ueben weiterhin Konsumzurueckhaltung.

Hinzu kommt eine staendige Verkaufsflaechenexpansion im Lebensmittel-Einzelhandel im Verbreitungsgebiet der Gesellschaft. Dies fuehrt zu einem verschaerften Wettbewerb, in welchem sich notwendige Preiserhoehungen kaum mehr durchsetzen lassen. Der Konzernaußenumsatz einschließlich der Back- und Fleischwarentochtergesellschaften lag 1997 um 1,4 % niedriger als im Vorjahr. Die Reichelt-Filialeinnahmen (einschließlich Umsatzsteuer) waren mit 1,457 Milliarden DM um 2,4 % ruecklaeufig.

Das Ergebnis vor Steuern belaeuft sich auf ca. 21,9 Millionen DM. Dieses entspricht einem Vorsteuerergebnis von gerundet 1,6 % des Nettoumsatzes. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Jahresueberschuß in Hoehe von rd. 9,3 Millionen DM aus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Hoehe von 0,70 DM je Aktie vorschlagen. Das entspricht beim derzeitigen Kursniveau einer Dividendenrendite (einschl. Steuergutschrift) von ca. 4,4 %. Das DVFA-Ergebnis je Aktie im Nennwert von DM 5,00 betraegt 0,80 DM. Die zulaessigen Sonderabschreibungen wurden 1997 mit 4,5 Millionen DM wieder in vollem Umfang vorgenommen.

Die gesamten stillen Reserven aufgrund bisher erfolgter steuerlicher Sonderabschreibungen belaufen sich auf 124,0 Millionen DM.

Die Investitionen der Otto Reichelt Aktiengesellschaft beliefen sich im Jahr 1997 auf 37,2 Millionen DM. Diese konnten in vollem Umfang aus dem erwirtschafteten Brutto-Cash-Flow von 39,2 Millionen DM finanziert werden. Die Finanz- und Vermoegenslage der Gesellschaft ist weiterhin gut. Der Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme stieg auf nunmehr 65,7 %. Auf eigenen oder eigentumsaehnlichen Grundstuecken bzw. Erbbaurechten befinden sich 48,2 % der Verkaufsflaechen der Gesellschaft. Zum Jahresende 1997 betrieb die Gesellschaft 115 Filialen mit einer Gesamtverkaufsflaeche von 113.110 qm. 81 Filialen befanden sich davon in Berlin, 24 in Brandenburg und 10 in Sachsen-Anhalt.

Am 31. Dezember 1997 waren 5.695 Mitarbeiter und damit 3,5 % weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres bei der Otto Reichelt Aktiengesellschaft beschaeftigt. Umgerechnet in Vollzeitarbeitsplaetze ist im Vorjahresvergleich ein Rueckgang um 1 % festzustellen.

Die Geschaeftsentwicklung der Otto Thuermann GmbH zeigte 1997 eine erfreuliche Tendenz. Diese 100 %ige Tochtergesellschaft der Otto Reichelt Aktiengesellschaft, mit der ein Ergebnisabfuehrungsvertrag besteht, hatte im Jahr 1996 die Backwarenherstellung von der Otto Reichelt Aktiengesellschaft uebernommen und expandiert seitdem auch mit eigenen Verkaufsstellen fuer Backwaren aller Art. Zum Jahresende 1997 wurden bereits 29 eigenstaendige Backshops in Vorkassenzonen von Reichelt-Maerkten, aber auch in Maerkten Dritter, z. B. der EDEKA, sowie 7 Baeckerei-Fachgeschaefte an Einzelstandorten betrieben. Eine weitere zuegige Expansion ist vorgesehen.

Mit 373 Mitarbeitern zum Jahresende 1997 beschaeftigte die Otto Thuermann GmbH damit 62,2 % Mitarbeiter mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Otto Reichelt Aktiengesellschaft ist zuversichtlich, auch im Jahr 1998 ein attraktives und zeitgemaeßes Warenangebot mit hohem Qualitaets- und Frischeanspruch praesentieren zu koennen. So wurde der Gesellschaft anlaeßlich der diesjaehrigen Gruenen Woche seitens der CMA (Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) als bisher einzigem Berliner Filialunternehmen die Lizenz fuer das Premium Pruefsiegel Qualitaetsfleischprogramm fuer Schweine-, Rind- und Lammfleisch erteilt. Reichelt setzt somit ganz auf den derzeit in Deutschland verfuegbaren hoechsten Qualitaetsstandard in der Frischfleischvermarktung.

Das Verhaeltnis von Leistung und Kosten in allen Unternehmensbereichen wird weiter optimiert werden. Die enge Zusammenarbeit mit den konzernangehoerigen Tochtergesellschaften der EDEKA Minden-Hannover und dem Beschaffungsverbund der EDEKA Handelsgruppe wird weiter fortgesetzt. All dies und der weiter vorhandene Einsatz- und Erfolgswille der Mitarbeiter rechtfertigen auch fuer das laufende Jahr die Erwartung eines annehmbaren Ergebnisses.

Der Vorstand

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