• 25.03.1998, 10:39:25
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  • OTS0076

Rheinmetall AG <RHMG.F> Rheinmetall - Teil III=

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Düsseldorf (ots-Ad hoc-Service) - Aktionärsbrief der Rheinmetall
AG März 1998 - Teil 3

Ausblick 1998: Weiter hart am Wind

Das Jahr 1998 hat für die Rheinmetall-Gruppe recht gut begonnen.
Alle Unternehmensbereiche berichten über steigende Auf tragseingänge.

Im Unternehmensbereich Industrielle Elektronik (Rheinmetall
Elektronik AG) werden die Vielzahl der vorhandenen oder übernommenen
Geschäftsfelder auf Kernkompetenzen konzentriert und in
übergreifenden Geschäftsbereichen gebündelt, um die vorhandenen
Kosten-, Technologie- und Marktsynergien ertragssteigernd zu nutzen.
In diesem Verständnis hat der Unter- nehmensbereich Elektronik die
Geschäftsbereiche AutomobilElektronik, Kommunikations- und
Datentechnik, Meß- und Automatisierungstechnik sowie
Sicherheitstechnik als Kernkompetenzen definiert.

Im Unternehmensbereich Wehrtechnische Elektronik (STN ATLAS
Elektronik) ist die zivile Schiffselektronik (STN ATLAS Marine
Systems GmbH in Hamburg) aus der STN ATLAS Elektronik ausgegliedert
worden, um künftig das Geschäft von zivilen elektronischen Projekten,
die nicht den Regeln der öffentlichen Auftragsvergabe folgen,
effektiver betreiben zu können und die Aufnahme eines internationalen
Minoritäts-Partners zu erleichtern.

Im Unternehmensbereich Wehrtechnik (Rheinmetall Industrie AG)
konnte die Herstellung von Pulver für Munition durch ein Joint
Venture zwischen der WNC- Nitrochemie GmbH, Aschau, und dem in
Wimmis, Schweiz, tätigen Geschäftsbereich Pulver & Ladungen der zur
schweizerischen Gruppe Rüstung gehörenden SM Schweizerische
Munitionsunternehmung zusammengefaßt werden. Die unternehmerische
Führung dieses deutsch-schweizerischen Gemeinschaftsunternehmens mit
den Gesellschaften Nitrochemie Aschau GmbH und Nitrochemie Wimmis AG
mit insgesamt rund 160 Mio sfr Umsatz und 700 Beschäftigten liegt bei
der Rheinmetall Industrie AG (55 % Beteiligung). Dieser
Zusammenschluß ist ein mögliches Modell, die von Überkapazitäten
geprägte Marktstruktur dem knappen militärischen Bedarf einer
europäischen Zusammenarbeit in der Heerestechnik.

Im Unternehmensberich Maschinenbau (Jagenberg AG) werden die
Geschäftsbereiche Papier- und Verpackungstechnik ihre Marktposition
durch weitere Produkt- und Prozeßverbesserungen in Richtung Module,
Subsysteme und Systeme ausbauen. Die Nachfrage nach kompletten
Produktionssystemen und integrierten Problem- lösungen ist größer
geworden.

Die "Asien"-Risiken, von denen Jagenberg in ihrem Auftragsbestand
erfreulicherweise nicht betroffen ist (keine Stornierungen oder
Verschiebungen) nutzt das Management als Chance, in einer Periode
zurückhaltender Projekt planungen ihre langjährigen Kontakte zu
festigen und den Kundenkreis weiter auszubauen. Jagenberg sieht auch
weiterhin wichtiges Wachstumspotential in den nach wie vor expansiven
Märkten Asiens. Die für 1998 geplanten Projekte in dieser Region
betragen in der Papiertechnik rund 20 % der Auftragserwartungen
(Vorjahr rund 30%). Erfreulich ist, daß die westeuropäischen und
südamerikanischen Märkte wieder zusätzliche Marktchancen und einen
Ausgleich zum temporär schrumpfenden Asiengeschäft bieten.

Im Unternehmensbereich Automobiltechnik (Kolbenschmidt Pierburg
AG) machen die Nutzung von Synergiepotentialen gute Fortschritte.So
ist zum Beispiel das von Kolbenschmidt und der italienischen Piaggio
Pro-Ind Spa betriebene Wasser- und Öl pumpengeschäft in
Thionville/Frankreich und Lanciano/Italien (ein 50/50 Unternehmen) zu
100 % von Pierburg übernommen worden. Damit wird bei Pierburg künftig
das gesamte Pumpen-Know how der Kolbenschmidt Pierburg AG mit einem
Umsatzzuwachs von rund 200 Mio DM bei Pierburg kostensparend
konzentriert.

Die hin und wieder häufig erhobene Kritik, das von McKinsey
errechnete Synergiepotential bei der Fusion Kolbenschmidt Pierburg
von 15 bis 20 Mio DM sei zu niedrig angesetzt, ist unzutreffend. Die
Kritiker übersehen dabei, daß Kolbenschmidt und Pierburg keine
Wettbewerber am Markt sind, sondern sich in komplementären
Geschäftsfeldern "rund um den Motor" zu Systemen ergänzen.

Die für Kolbenschmidt Pierburg zu nutzenden Synergiepotentiale
ergeben sich also nicht durch die Vernichtung von Kapazitäten,
sondern lediglich durch die Vereinfachung der Strukturen, z.B. in
Verwaltung und Einkauf oder die sinnvolle Zusammenfassung sich
ergänzender Produktfelder (z.B. Pumpen).

Die durch die Fusion Kolbenschmidt Pierburg wachsende Sy-
stemfähigkeit und Marktstärke in der Automobiltechnik sind zum
Vorteil der Kunden der eigentliche Charme der Neuen Kolbenschmidt
Pierburg-Gruppe.

Die Integration der beiden Unternehmen Kolbenschmidt und Pierburg
macht innerhalb kurzer Zeit (die Verschmelzung wurde am 13. Januar
1998 im Handelsregister Heilbronn und am 22. Januar 1998 in
Düsseldorf eingetragen) gute Fortschritte. Für Finanzen/ Controlling
zeichnet im Vorstand ab 1. April 1998 Dipl.-Kfm. Heinz-Ludger Heuberg
(39) verantwortlich, der langjährige Erfah- rungen in der
Automobilzulieferindustrie hat und 1993 in die Rheinmetall-Gruppe
eingetreten ist. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Dieter G. Seipler (51)
wird wie geplant zum 1. Juli 1998 den Vorstandsvorsitz der
Kolbenschmidt Pierburg AG übernehmen.

Damit ist der fünfköpfige Vorstand komplett. Dipl.-Betrw. Georg
Liebler (56) ist stellv. Vorsitzender des Vorstandes der Pierburg AG
sowie Vorstand der Kolbenschmidt Pierburg AG; er koordiniert den
Vorstand bis zum Eintritt von Dr. Seipler. Dr.Ing. W.-Hans
Engelskirchen (56) ist Vorstand Produktion, Dr. jur. Jörg-Martin
Friedrich (51) Vorstand Personal (Arbeitsdirektor).

Die 1998 neu hinzugekommenen Unternehmen sowie die sich weiter
verbessernde gute wirtschaftliche Situation der RheinmetallGruppe
spiegeln sich in einem deutlich gestiegenen Ge schäftsvolumen für das
erste Quartal wieder. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die
Kolbenschmidt-Gruppe im ersten Quartal 1997 noch nicht dem
Konsolidierungskreis von Rheinmetall angehört hatte.

Der Umsatz des Rheinmetall-Konzerns beträgt im ersten Quartal 1998
1.558,8 Mio DM (+ 49,8 %). Auch der Auftragseingang entwickelte sich
mit 2.187,7 Mio DM (+ 62,9 %) sehr gut. Der Auftragsbestand erhöhte
sich um 20,4 % auf den historischen Spit zenwert von 7.247,2 Mio DM.

Da der Auftragsbestand der wehrtechnischen Unternehmensbereiche
regelmäßig über mehrere Jahre zur Auslieferung kommt, bedeutet dies
für die Kapazitätsauslastung der Rheinmetall- Gruppe, daß in einigen
Geschäftsbereichen die noch üblichen Auf- tragslücken für den Umsatz
1998 bestehen, die aber durch kurzlaufendes Geschäft geschlossen
werden können. Der Plan-Umsatz 1998 des Rheinmetall-Konzerns liegt
bei 7,8 Mrd. DM (+ 18 %); dieses Wachstum wird ohne neue
Akquisitionen erreicht werden.

Aufgrund der anhaltend guten Automobilkonjunktur, den weiter
positiven Signalen des Maschinenbaus und der stabilen Auf tragslage
in den wehrtechnischen Bereichen wird Rheinmetall seine ehrgeizigen
Umsatz- und Ertragsziele für 1998 erreichen. Die Einbeziehung des
ersten Quartals der Kolbenschmidt-Gruppe und der Wegfall der
Ergebnisbelastung durch die Mauser Waldeck AG, werden das 1997
erreichte Ergebnis-Niveau zusätzlich stärken.

Wir möchten Ihnen, unseren Investoren, Aktionären und Aktio-
närsvertretern auch mitteilen, daß wir die zweite Tranche unserer
Kapitalerhöhung über 15 Mio DM Vorzugskapital im Bookbuilding-
Verfahren im Frühjahr 1998 durchführen wollen. Sie erinnern sich
sicherlich, daß diese Kapitalerhöhung wegen des "Asien-Crash" im
Oktober 1997 kurzfristig in Abstimmung mit und auf Empfehlung von
unserem Bankenkonsortium abgesagt werden mußte. Da diese
Kapitalerhöhung schon lange angekündigt worden ist, sollte der
normalerweise im Börsenkurs registrierte Verwässerungseffekt
eigentlich im Vorgriff 1997 schon verarbeitet sein. Sie dient vor
allem der Bereitstellung von Mitteln für das Wachstum der
Rheinmetall-Gruppe. Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen,
daß bereits im Dezember 1997 eine "Multicurrency Revolving Credit
Facility" von 700 Mio DM durch die Commerzbank und die Dresdner Bank
für Rheinmetall zur Finanzierung der Akquisitionen 1997 arrangiert
worden ist.

Der Konzernvorstand der Rheinmetall AG

Ende der Mitteilung
Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

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